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Das Rentier

lat. Rangifer tarandus, fin.poro (G. poron P. poroa), swe. ren.

Länge 150 - 210 cm, Gewicht 65 - 160 kg, Junge 1 jährlich, Alter bis 20 Jahre.

Praktisch ganz Finnisch-Lappland mit Ausnahme von Rovaniemi und den Städten an der Küste sind Rentierzuchtgebiete. Doch nicht nur in Lappland, auch in der südlich angrenzenden Provinz Kainuu stehen diese Warnschilder.

Als die Finnen sich vor einigen Jahrhunderten nach Norden ausdehnten, fingen die bis dahin als Jäger und Sammler lebenden Lappen oder Saamen damit an, Landwirtschaft zu betreiben. Und die teilweise Domestizierung des Rentiers ist der erste Schritt auf dem Wege zur Agrokultur.

Bis vor einigen Jahrzehnten zogen die Lappländer mit Kind und Kegel ihren Herden hinterher. Die Kota, das Lappenzelt, besteht aus einigen Stangen und der Zelthaut und kann in wenigen Minuten abgebrochen und auf Schlitten verstaut werden. Doch mit dieser Nomadenherrlichkeit ist es vorbei, alle wohnen in festen Wohnungen mit Zentralheizung und fließendem Wasser, und der Motorschlitten ist das wichtigste Werkzeug des Rentierzüchters.

Im Herbst werden die Herden zusammengetrieben und geteilt. Welches Tier wem gehört erkennt der Eingeweihte an den Schnittmustern, die in die Ränder der Rentierohren geschnitten sind. diese Muster vererben sich von Vater auf den Sohn und in ihren Variationen wie ein Stammbaum der verschiedenen Sippen. Wenn Sie nach Inari kommen, verfehlen Sie nicht, im Saamen-Museum Siida die Ausstellungen zu besichtigen! SIIDA

Rechts im Bild eine Gruppe von Rentieren, welche sich vorbildmäßig an die Straßenverkehrsordnung hält. Unser Mitfahrer, ein Rentierzüchter aus Kittilä, erkannte mit einem Blick, dass eines der Tiere ihm gehörte und sich über 200 km nach Norden verirrt hatte. Anderntags erhielt er einen Anruf von einem Kollegen aus Ivalo: "Dein Ren läuft hier bei uns herum!"

Das Dasein des Ren ist nicht leicht: im Winter muss die Nahrung, die zähle Rentierflechte, mühsam unter dem Schnee hervorgekratzt werden, im Sommer plagen die Mücken und andere Stechinsekten. Die Ren-Population von Finnisch-Lappland ist heute so dicht, dass die Züchter Winters Heu verfüttern müssen, um ein Massensterben zu verhindern. Gleichzeitig ist der Preis für Rentierfleisch infolge Überangebots zusammengebrochen. Und falls Sie nicht wissen, wie Rentierflechte aussieht, werden Sie am leichtesten beispielsweise in Nord-Espoo, 20 km vom Zentrum Helsinkis, fündig statt in Lappland, das total abgegrast - pardon: abgeflechtet ist.




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