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Der Braunbär

lat. Ursus arctos, fin.karhu (G. karhun P. karhua), swe. björn.

Länge 135 - 250 cm, Gewicht 60 - max. 300 kg, Junge 1-4 jährlich, Alter 30 - 40 Jahre.

Der Braunbär ist Finnlands größtes Raubtier, doch verglichen mit seinen Artgenossen in Nordamerika, von denen der Kodiakbär 800 kg wiegen kann, sind die europäischen Braunbären klein.

An dieser Stelle möchte ich dem Aberglauben entgegentreten, wonach es in Finnland Eisbären gibt. Es soll sogar Leute geben, die glauben, solche Eisbären liefen bei uns in Helsinki herum. Angeblich beruht dieses Missverständnis von der Pariser Weltausstellung 1900 her, als der finnische Pavillon auf dem Dach als Ausschmückung zwei Gipsbären trug, die der Bildhauer Emil Wikström in letzter Minute geliefert, aber noch nicht braun bemalt hatte. Am nächsten Tag soll die Pariser Presse mit Bewunderung von den schönen finnischen Eisbären geschrieben haben. Dieses Missverständnis wirkt immer noch nach.

Mit Ausnahme des nördlichsten Zipfels von Finnisch-Lappland und der südwestfinnischen Küste ist der Bär im ganzen Land anzutreffen, doch am dichtesten ist die Population im Osten und Südosten. Eigentlich handelt es sich dabei um die Ausläufer der russischen Bärenpopulation. Zur Zeit scheint die Zahl der Bären auf etwa 1000 angewachsen zu sein. Damit mehren sich die Störungen, die Bären verursachen. Im Frühling 2001 war ein junger Bär im Stadtzentrum von Mänttä von der Polizei aufgegriffen und nach Betäubung in einen entfernten Wald befördert worden, und am Flugplatz Joensuu war ein ausgewachsener Bär in das umzäumte Areal gedrungen.

Mitte der 1995er Jahre hatte bei Imatra an der russischen Grenze eine erboste Bärenmutter einen Jogger getötet, als dieser frühmorgens auf dem Trimmpfad zwischen Mutter und zwei Babybären gelaufen war, ohne es zu wissen. Dies war bisher der letzte ernste Bärenunfall in Finnland.

Bären halten von Oktober bis April Winterschlaf. Als Nest wählen sie Ameisenhaufen oder die Wurzeln eines Windwurfs. Im Juni erfolgt die Paarung, und zwar paaren sich Männchen und Weibchen jeweils mit mehreren Partnern, sofern möglich. Die befruchteten Eizellen befestigen sich erst im Herbst an der Gebärmutterwand, wonach der Embryo zu wachsen beginnt. Bei der im Januar oder Februar erfolgenden Geburt sind die Jungen noch sehr unentwickelt, wiegen knapp ein halbes Kilogramm, sind ohne Fell und blind. Die Bärenmilch hat dreimal so viel Fett wie Kuhmilch, und bis die Mutter das Nest verlässt, sind die Jungen schon tüchtig auf 5-6 kg gewachsen. Während des Sommers nehmen sie dann schon auf 25-40 kg zu. Bärenmänner sind mit 10 - 15 Jahren ausgewachsen, Damen schon nach 5 - 10 Jahren.

Der Bär und die Bärenjagd haben einen wichtigen Stellenwert in der finnischen Muthologie. Für den Bären hatten die stein- und eisenzeitlichen Finnen aus Ehrfurcht viele Ersatznahmen erfunden, um den wirklichen Namen nicht aussprechen zu müssen, wie die Juden für den Gott Zebaoth. Nach der Erlegung eines Bären hielten die Jäger eine umständliche Zeremonie ab, um Unheil von sich und dem Vieh abzuwenden und den Geist des Bären zu besänftigen. Einige noch heute gebräuchliche Wörter für Bären sind: kontio, mesikämmen, otso.

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