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Die farbigsten Typen des weißen Sports...

Juha "Mietaa" Mieto *20.11.1949 in Kurikka.

Der 196 cm große Mieto ist der beliebteste lebende finnische Sportler, obwohl - oder vielleicht - weil ihm der ganz große Sieg bei WMs oder Olympischen Spielen versagt blieb. Am knappsten verlor er 1980 in Lake Placid die Goldmedaille an Thomas Wassberg aus Schweden, mit 1/100 Sekunde Unterschied nach 15 km Skirennen! Bei den selben Spielen blieb Juha auch die Silbermedaille über 50 km, hinter dem Sowjetrussen Zimjatin. Dagegen bei den finnischen Meisterschaften war Mieto während über eines Jahrzehntes, von 1972 bis in die späten 80er kaum zu bezwingen.

Seine Lieblingsdistanz waren die 15 km. Zu Anfang seiner internationalen Karriere kamen die Kunststoffskier auf, an die er sich 1974 bei der WM in Falun noch gewöhnen musste. Später kam das Schisma zwischen klassischem Stil und 'Siitonen-Schritt' oder wie wir heute sagen freier Stil. Mieto fiel es wegen seiner Körpergröße schwer, die neue Mode mitzumachen.

Von Beruf ist Juha Mieto Sportlehrer. Er ist der Urtyp des ehrlichen Sportlers. Sein Wort und Urteil gilt bis heute.


Pauli Siitonen *3.2.1938 in Simpele.

Seine größten Triumpfe feierte Siitonen in einem Alter, wo andere schon den Leistungssport augeben. Der Polizist aus Helsinki siegte fünf mal beim König - Ludwig - Lauf (1974, 1976-79 und 1981) und in zahllosen anderen Rennen über superlange Distanzen. Als unter den neuen Kunststoffskiern das Wachs nicht halten wollte, erfand Pauli den Siitonen-Schritt: ein Ski in der Loipe, mit dem anderen und beiden Stöcken sich vorwärts treibend. Puristen rümpften die Nase, in Finnland wollte niemand den neuen Stil nach Siitonen benennen, es dauerte ein Jahrzehnt, bis man vom Skating auf Freistil kam.


Gerhard Grimmer *6.4.1943 in Katharinaberg.

Grimmers Glanzzeit waren die Jahre 1970-71 und 1974. Am Holmenkollen gewann er die Goldmedaille mit 6.45 min Abstand über 50 km, in Falun auf selber Strecke und bei der Staffel Gold. Grimmer war der erfolgreichste Skiläufer der ehemaligen DDR. Als Beruf nannte er verschiedene Tätigkeiten, man kann man ihn wohl als Berufssportler einstufen.


Matti Nykänen *17.7.1963 in Jyväskylä.

Der finnische Adler flog wie keiner vor ihm und nach ihm. Matti gewann alle Goldmedaillen seiner Disziplin in Calgary 1988. Einige Tage nach diesem Triumpf brach in der Nacht die hölzerne Skisprungschanze seiner Heimatstadt, auf der Nykänen seine ersten Siege erzielte, zusammen.

Mattis Schicksal war der Alkohol. Seit er nicht mehr springt ist Matti Nykänen durch allerlei Eskapaden in die Schlagzeilen der Regenbogenpresse geraten. Man kann mit einigem Recht sagen, dass in Finnland die Regenbogenpresse für Matti erst gegründet werden musste. Mal versuchte er sich als Schlagersänger, dann als Pornostar. Heiraten, Scheidungen, Schlägereien, Prozesse - immer sind die Reporter eingeladen.


Marja-Liisa Hämäläinen *10.9.1955 in Simpele. Die dreifache Olympiasiegerin von Sarajevo 1984 hat danach den Skiläufer Harri Kirvesniemi geheiratet. Finnland schickte die immer gut aufgelegte Sportlerin zu sechs Olympischen Spielen, das letzte Mal war sie in Lillehammar aktiv dabei.

Marja-Liisa ist eine nationale Identitätsfigur ersten Ranges. Seit jeher Lieblingsopfer der Imitatoren wegen ihre Sprechweise lacht man über sie, doch mit Liebe. Seit Beginn der 90er Jahre widmet sie sich ihrer Familie, während Harri unentwegt trainiert und zur Nationalmannschaft zählt. Ihm zu Ehren wurde das Maskottchen der WM 2001 "Harri" genannt.


Marjo Matikainen *3.2.1965 in Lohja.

Die unzuverlässigen Schneeverhältnisse ihres Heimatortes Espoo konnten den Aufstieg dieses Energiebündels zur Weltspitze nicht verhindern. Sommers beim Orientierungslauf, winters auf Skiern holte sich Marjo eine eiserne Kondition. Zum ersten Mal in Sarajevo 1984 in der Olympiastaffel dabei, 1988 kam Gold über 5 km.

Allen Fernsehzuschauern der Spiele von Calgary 1988 unvergesslich ihr Schrei "Havuja, perkele! - Verdammt, Zweige her!". Ein geistesgegenwärtiger Helfer warf ihr ein Büschel Fichtenäste vor die Skier, damit sie die Unterseite ihrer Bretter säubern konnte. Das war die Entscheidung! Olympia-Gold aus Calgary und drei WM-Goldmedaillen waren Marjos beste Erfolge

Schon mit 24 beendete Marjo ihre aktive Sportlaufbahn und widmete sich dem Studium. Seit 1995 ist die Diplomingenieurin Marjo Matikainen-Kallström Mitglied der konservativen Fraktion im Europäischen Parlament in Strasburg. Dabei wirkt sie auf den Gebieten Wasserschutz und Information.


Mika Myllylä *12.9.1969 in Haapajärvi.

Dritter im Triumvirat der Mikas, nach Häkkinen und Salo, beendete Myllylä die jahrzehntelange Durststrecke der finnischen Männer, denn seit den Siegen von Eero Mäntyranta in Innsbruck 1964 und Oslo 1966 hatte kein Finne mehr auf dem obersten Treppchen gestanden. In Trondheim 1997 kam Mika nach 50 km im klassischen Stil als Erster ins Ziel. 1988 brachte er dann olympisches Gold und zweimal Bronze aus Nagano nach Finnland. In WM-Ramsau 1999 über 30 km und 50 km war er wiederum Bester.

Myllylä ist berühmt für sein grausam hartes Training, z.B. Laufen im Moor bis zur Erschöpfung. Bei starkem Frost läuft Mika nicht, denn er leidet unter Asthma.


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