29. September 2001 e-mail: Fragen? Anmerkungen? Schreiben Sie mir Ihre Meinung!
... Nachrichten des Monats September 2001 aus Finnland ...

Noch mehr Ablehnung zur Nato - Infolge der jüngsten Entwicklungen sind die Finnen sogar skeptischer als zuvor, was eine Mitgleidschaft des Landes in der Nato betrifft. Im Vergleich zu einer Umfrage Anfang September sank der Anteil der Befürworter von 21 auf 17 Prozent, 67 Prozent sagen Nein zur Nato-Mitgliedschaft.

Åkerholm Vorsitzender des EU-Wirtschaftskomitees - Unterstaatssekretär Johnny Åkerholm (Å=OO) ist neuer Vorsitzender des wichtigen Gremiums, welches zwischen den Regierungen der Emu-Länder und der Zentralbank vermittelt. Åkerholm war bisher stellvertretender Vorsitzender und folgt im Amt dem Italiener Mario Draghi.

Paarbeziehungsgesetz verabschiedet - Eine knappe Mehrheit der Abgeordneten des finnischen Parlaments stimmte mit Ja für das neue Gesetz, das Paaren gleichen Geschlechts die Möglichkeit gibt, ihre Beziehung zu registrieren und rechtlich weitgehend gleichgestellt mit Ehepaaren zu werden. Die finnisch-lutherische Kirche war dagegen, doch das Beten der Fundamentalisten half nichts.

Finnair erneuert Sicherheitsvorkehrungen - Die meisten der neuen Bestimmungen blieben natürlich unveröffentlicht, um Terroristen keine Hinweise zu liefern. Für Passagiere wird es jeodch ab sofort keine Möglichkeit mehr geben, den Piloten bei der Arbeit zuzuschauen: das Cochpit-Türchen bleibt verschlossen. Der Staat hatte diese Woche seiner Fluggesellschaft eine Versicherungsgarantie von einer Milliarde Euro bewiligt, befristet auf vier Wochen, um den blauweißen Maschinen den Betrieb zu ermöglichen. Über etwaige Personalkürzungen schweigt sich Finnair noch aus. Ab sofort werden Flüge nach Bangkok im chinesich-russischen Luftraum das Krisengebiet umfliegen.

Air Botnia stellt Fluglinien ein - Die Strecken Stockhom - Mariehamn (Åland) und Turku - Oulu werden wegen Unrentabilität gestrichen. Gleichzeitig modernisiert die Fluggesellschaft ihr Gerät, statt mit Focker-Maschinen soll bald mit je fünf Saab- und Avro-Maschinen geflogen werden.

Elchjagd beginnt Sonntag - 66000 der edlen Tiere sollen diesen Herbst das leben lassen und den Speisezettel der Finnen bereichern. Besonders in der Provinz Uusimaa an der Südküste soll der Bestand um 1000 Elche auf 2600 Tiere dezimiert werden, um die Gefahr für Autofahrer zu verringern. Jetz heißt es für Wanderer und Pilzesucher auf der Hut sein, um von übereifrigen Waidmännern nicht mit Elchen verwechselt zu werden! Rote Westen und Mützen sind zu empfehlen.

Regenschauer - Heute noch Schauern, ab morgen meist sonnig. Tagestemperaturen zwischen 3 und 10 Grad.

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Schneemenge in kg/qm

... Nachrichten vom 27. September 2001 aus Finnland ...

Wieder Rätselraten um Tuomioja-Äußerungen - Noch ist die Kritik des finnischen Außenministers Erkki Tuomioja (Bild) an Israel in frischer Erinnerung, da ist er schon wieder ins Fetnnäpfchen getreten. Nach dem EU-Terrorismusgipfel letzten Freitag hatte er der Presse zu verstehen gegeben, die großen Nato-Länder hätten auf kleine EU-Länder Druck ausgeübt, um eine einheitliche Stellung zum Anti-Terrorismus-Feldzug der USA zu erzielen. Gestern distanzierten sich sowohl Innenminister Itälä als auch Tuomiojas SPD-Parteigenosse, Ministerpräsident Lipponen, von irgendwelchen Gerüchten dieser Art. Auch Tuomioja selbst will so recht nicht mehr zu seinen Worten stehen und meint, er sei überinterpretiert worden. Tatsache ist, dass auf Initiative von Schweden und Finnland in den Text der Deklaration der Zusatz aufgenommen wurde, die EU-Länder würden sich an den Anti-Terror-Maßnahmen "ihren Fähigkeiten gemäß" beteiligen. Ebenso wie u.a. Deutschland bindet geltendes Gesetz den Einsatz finnischer Truppen im Ausland an bestimmte Regeln.

Mehrheit gegen Militäreinsätze in Afghanistan - Rund zwei Drittel der befragten Finnen sprachen sich gegen militärische Schläge gegen Afghanistan aus. Besonders Frauen haben für solche Kriegsspiele kein Verständnis, doch auch die Hälfte der männlichen Befragten war dagegen.

Kain Tappers Werk in Tampere - Bis zum 13. Januar zeigt das Sara-Hildèn-Museum in Tampere rund 100 Exponate des international gerühmten Bildhauers Kain Tapper. Tapper ist einerseits ein Künstler der starken Gefühle, andererseits ein Vorkämpfer für abstrakte Kunst und stilistisch ein Gegenpol zur mehr filigran arbeitenden Eila Hiltunen. Als neuestes Werk Tappers ist die humoristisch-karikative Plastik zu sehen, die er zum 60 Geburtstag von Ministerpräsident Lipponen fertigte. Der junge Tapper war seinerzeit fasziniert vom Tode. So grub er den Schädel eines 10 Jahre begrabenen Pferdes aus und ließ sich davon zu Schädelplastiken inspirieren. Den Katalog zur Austellung enthält u.a. einen Essay von Ulrich Bischoff. Öffnungszeiten: täglich von 11 bis 18 Uhr.

Bisher 950 Nazi-Geschädigte - Knapp 950 Personen haben bisher in Finnland Schadensansprüche geltend gemacht wegen ihrer Zwangsarbeit im deutsch besetzten Teil Europas während des Krieges. Dabei handelt es sich meist um ingermanländische Einwanderer aus der ehemaligen Sowjetunion. Ingermanland rund um das heutige Petersburg war seit dem Mittelalter Siedlungsgebiet finnischstämmiger Bauern gewesen. Seit 1990 haben die Nachkommen dieser Siedler Rückwandererstatus in Finnland.

Bessere Schulmöbel helfen gegen Haltungsschäden - Ein Gymnasium in Rautalammi hat mit verstellbaren Tischen und Sattelstühlen ohne Lehne gute Erfahrungen gesammelt. Schon nach sieben Monaten war ein deutlicher Rückgang sowohl im Befinden der Schüler als auch orthopädisch festzustellen. Im gleichen Zeitraum bei einer Kontrollklasse mit herkömmlichen Möbeln stieg der Anteil von Rückgratverkrümmung und -verspannung.

Drogen im Anstieg - Im ersten Halbjahr 2001 stieg der finnische Drogenkonsum um ein Drittel. Zwischen Stadt und Land ist hinsicht Drogenangebot kaum mehr ein Unterschied auszumachen, teilt die Kriminalpolizei mit. Der Drogenhandel ist dabei fest in der Hand der estländischen Mafia. Haschisch und Amphetamin wurde um 70 Prozent häufiger sichergestellt, doch Heroinschmugel war konstant.

Regenschauer - Bis Sonntag ist das Wetter meist unbeständig und regnerisch. Im äußersten Nordwesten Schneeregen möglich. Tagestemperaturen zwischen 3 und 10 Grad.

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Schneemenge in kg/qm

... Nachrichten vom 24. September 2001 aus Finnland ...

Anzeichen für Rezession - Das Bruttoinlandsprodukt Finnlands nahm im zweiten Quartal um 1,6 Prozent gegenüber dem vorigen Quartal ab, war aber noch 0,3 Prozent höher als im Vorjahrszeitraum. Experten sagen nun für 2002 ein Wachstum von nurmehr 1 Prozent voraus. Schon dieses Jahr befürchtet man einen Rückgang der Steuereinnahmen um 750 Millionen Euro.

Finland wehrt sich gegen Arbeitszeitbeschränkung für Fernfahrunternehmer - Verkehrsminister Olli-Pekka Heinonen hält am Beschluss der Ministerkonferenz fest, nach dem die Arbeitszeit selbständiger Fernfahrer nicht beschränkt wird. Das EU-Parlament hatte im Sommer Änderungen beschlossen, wonach die wöchentliche Arbeitszeit auch für die Unternehmer selbst auf 48 Stunden beschränkt wird. Finnland wehrt sich dagegen aus zwei Gründen. Erstens solle im Prinzip Selbständigen nicht vorgeschrieben werden, wie lang sie arbeiten dürfen, und zweitens würde die Beschränkung nur solche treffen, die ihre Arbeitszeit ehrlich angeben. Die meisten der finnischen Fernlaster sind im Besitz ihrer Fahrer. Finnland dringt auf die Einführung von Fahrtenschreibern, mit denen die Einhaltung der gesetzlichen Pausen generell besser kontrolliert werden kann als mit Verhängung einer Arbeitszeitgrenze.

Reisebüros im Abwind - Schon im Sommer war bei Geschäftsreisen ein Rückgang um 20 Prozent zu verzeichnen. Nach den amerikanischen Terroranschlägen setzt sich der Trend verstärkt fort. Für Fernreisen insbersondere in islamische Länder gelten jetzt Niedrigpreise. Einige finnische Veranstalter wollen ihre Angestellten beurlauben, einer verhandelt über Entlassungen. Wahrscheinlich werden die Finnen fortan die einheimischen Reiseziele stärker frequentieren, was dort Preiserhöhungen mit sich bringen könnte.

Sonnig und frisch - Finnland wird von polarer Kaltluft durchströmt. Nachts um 0, tagsüber bis 8 Grad.

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Schneemenge in kg/qm

... Nachrichten vom 20. September 2001 aus Finnland ...

Jäättenmäki beliebteste unter den Parteiführern - Bei einer Meinungsumfrage gaben Befragte den Vorsitzenden der politischen Parteien ihre Beurteilung der Leistungen der Politiker in Form von Schulnoten. In Finnland reicht die Notenskala von 4 (ungenügend) bis 10 (Sehr gut). Am besten schnitt dabei Anneli Jäätteenmäki ab, die während der vergangenen Sitzungsperiode den Vorsitzenden des Zentrums, Esko Aho, vertrat. Aho selbst erhielt eine Note von 6,4, während Jäättenmäki eine 7,7 erhielt. Zweitbeliebtester war Finanzminister Sauli Niinistö, Sammlungspartei, mit 7,1. Die nächsten in Reihenfolge: Suvi-Anne Siimes, Linksunion: 7,0, Osmo Soinninvaara, Grüne: 6,8, Paavo Lipponen, SDP: 6,6 und Jan-Erik Enestam, (SFP): 6,4.

Parlament debattiert über Homo-Gesetzvorschlag - Als letztes unter den skandinavischen Ländern soll demnächst auch in Finnland die Partnerbeziehungen zwischen Bürgern gleichen Geschlechts geregelt werden. In Schweden trat ein eintsprechendes Gesetz 1995 in Kraft, seitdem haben dort rund 2000 Paare ihre Beziehung registrieren lassen. Der finnische Gesetzvorschlag sieht vor, dass gleichgeschlechtliche Paarbeziehungen den Ehen rechtlich weitgehend gleichgestellt werden, besonders was die Verpflichtungen und Erbschaftsrechte angeht. Das Adoptionsrecht jedoch bliebe ausgeklammert. Das Parlament ist in zwei etwa gleich starke Lager gespalten, die einen wollen alles beim alten lassen, den anderen ist der Entwurf nicht liberal genug. Es ist ungewiss, wie die Abstimmung ausgehen wird.

Ars 01 ab 30.9. im Kiasma - Zum sechsten Mal seit 1961 und zum ersten Mal im neuen Museumsbau Kiasma zeigt das Museum für zeitgenössische Kunst in Helsinki einen Querschnitt durch die internationale Kunstwelt der letzten Jahre. Ars 01 zeigt Werke von über 70 brandaktuellen Künstlern. Das Thema der Ausstellung ist der "Dritte Raum", der entsteht, wenn Künstler verschiedener Kulturen aufeinandertreffen.

Kiasma WWW

Allmählig kühler - Heute steigt das Termometer noch auf 20 Grad, doch danach ist mit Abkühlung und ab Sonntag vermehrt mit Regen zu rechnen.

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Schneemenge in kg/qm

... Nachrichten vom 18. September 2001 aus Finnland ...

Schweden macht mit bei NH-90-Beschaffung - Einige Tage später als Norwegen und Finnland beschloss gestern das Verteidigungsministerium in Stockholm, dass Schweden 18 Stück Transporthubschrauber vom Typ NH-90 bestellt. Damit stiegt die Bestellung der Nordischen Länder auf 52. Die Maschinen werden im mittelfinnischen Jämsä montiert und gewartet.

Osama bin Laden: ein braver und fröhlicher Vorgesetzter - Ein in Saudi-Arabien wohnender Finne namens Lars Ahlskog hatte vor zwanzig Jahren in der Firma der Familie bin Ladens gearbeitet und den damals etwas über zwanzigjährigen in Arbeitspausen und bei einer Betriebsfeier kennen gelernt. Der junge Mann sei ein freundlicher, gut erzogener und zivilisierter Mensch gewesen, der sich für die Arbeit seiner Untergebenen echt interessierte und gerne seine Zeit auf den Arbeitsstellen verbrachte. Zu Ahlskogs Aufgaben gehörte damals das Sprengen von mehrstöckigen Gebäuden. (nach Ilta-Sanomat 17.9.01)

Staatsbahn gibt teilweise nach - Am 10. Juni war die neue Fahrkartenregelung bei den finnischen Eisenbahnen in Kraft getreten und hatte zu langen Wartezeiten und erbitterten Kundenreaktionen geführt. Nach dem alten System waren Fahrkarte und Platzkarte getrennt gewesen, es hing vom Fahrgast ab, ob und wann er eine Platzkarte lösen wollte oder nicht. Meistens waren Platzkarten nur dann nötig, wenn man Freitags nachmittags oder Sonntags abends reiste, aber auch dann war es jedem anheim gestellt, ob er für einen Sitzplatz 4 Euro bezahlen oder lieber stehen wollte. Die Kunden waren mit dem System zufrieden, wenn ein Fahrgast zustieg und seine Platzkarte vorwies, wurde der Sessel ohne Murren geräumt.

Doch nach dem neuen System ist die Platzkarte im Fahrpreis automatisch enthalten und der Platz muss bei Buchung reserviert werden, obwohl viele Reisende noch nicht wissen, mit welchem Zug sie fahren wollen. Dazu kommt, dass an vielen kleinen Bahnhöfen keine Fahrkartenschalter mehr geöffnet sind oder höchstens einige Stunden an Werktagen. Viele Kunden blieben ohne eigenen Sessel, obwohl sie für ihren Platz bezahlen mussten. Nach Kritik von Verbraucherschutzbeauftragten will die Staatsbahn VR nunmehr die Reform reformieren und u.a. für Spätbuchende ein Kontigent freier Plätze reservieren, doch es ist wahrscheinlich, dass alles nur chaotischer und umständlicher wird.

Sonnig und warm - Bei Tagestemperaturen bis 20 Grad herrscht die Woche über schönes Herbstwetter.

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... Nachrichten vom 15. September 2001 aus Finnland ...

Nur teilweise Einigung über Hubschrauberbeschaffung - Die vier nordischen Länder Dänemark, Norwegen, Schweden und Finnland wollten für ihre Streitkräfte Transporthubschrauber kaufen und durch gemeinsame Beschaffung Geld sparen. Nach langem Hin und Her verlautbarte am Donnerstag, dass Dänemark sich für einen anderen Hubschraubertyp entschieden hat als die anderen Länder, die dem NH-90 den Vorzug geben. Schweden zögert noch, und heute heißt es, ein schwedischer General hätte dem Hersteller des NH-90 zu verstehen gegeben, sein Modell habe die besten Aussichten im Beschaffungsprozess und damit sei der Preis verdorben worden. Von offiziellen Stellen wird dies jedoch bestritten.

Finnland kauft 20 des westeuropäischen NH-90 und Norwegen 14 Stück. Die Maschinen werden im mittelfinnischen Jämsä zusammengebaut.

Finnland erhöht Krisentruppen auf 2000 - 500 Soldaten mehr als bisher will Finnland für Friedenssicherungsoperationen der EU bereitstellen. 2000 ist auch die Stärke, die gültigem Gesetz nach maximal bereitgestellt werden darf. Für Ende Oktober ist übrigens die Entsendung von finnischen Truppen in Halbbatallionstärke nach Mazedonien vorgesehen.

Sonera atmet auf - Der bei der deutschen umts-Lizenzvergabe einen Anteil ersteigerte Telebetreiber Sonera erhält land ersehnte Hilfe. Beim Aufbau der teuren Netze wollen Group 3G (Sonera-Beteiligung) und die holländische E-Plus zusammenarbeiten und die Kosten teilen. Dadurch spart 3G bis zu einem Drittel der veranschlagten Kosten.

Für Sonntag aufklarend - Ein Ende der Regentage ist abzusehen. Für den Wochenbeginn wird mit wechselnder Bewölkung und Tagestemperaturen bis 18 Grad gerechnet.

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... Nachrichten vom 13. September 2001 aus Finnland ...

Rau beendete Staatsbesuch vorzeitig - Wegen der Terroranschläge in den USA flog Johannes Rau mit Gattin am Mittwoch schon einige Stunden früher als geplant aus Finnland weg direkt nach Berlin. Der geplante Schwedenbesuch fällt damit aus.

Rau hatte am Dienstag in einer Rede zum Lapplandkrieg Bezug genommen. - Lapplandkrieg 1944 - Der Bundespräsident stellte fest, die von den deutschen Truppen verübten massiven Schäden blieben unvergessen. Der kommunistische Parlamentarier Tennilä aus Lappland stellte sofort darauf die alte Forderung nach Entschädigung auf. Moderatere Personen dagegen stellten die Frage, ob Deutschland bereit sei, sich stärker als bisher für die Entwicklung Lapplands auch im Rahmen des EU-Programms der Nördlichen Dimension finanziell zu engagieren.

Treibhausgas-Messstation in Kittilä in Betrieb - Die einzige Messstation für die sogenannten Treibhausgase (Kohlenokside, Methan und Berillium) in Skandinavien wurde im Gebiet der Pallas-Tunturis im nördlichen Kittilä eingeweiht. Zusammen mit den anderen 21 Stationen weltweit soll sie möglichst genaue Aussagen über die Zusammensetzung der Atmosphäre ermöglichen. Die Station liegt in 560 m.ü.d.M. und hat 250 000 Euro gekostet. Die Gruppe der Pallas-Tunturis liegt in einem Gebiet, wo die Luft besonders rein ist, weitab von Industrie und Verkehr.

EC-Gericht begann Verhandlung über finnische Autosteuer - Die von allen finnischen Bürgern mit Spannung erwartete Behandlung der Klage eines Gebrauchtwagen-Importeurs begann am Mittwoch in Luxemburg. Im Laufe des Herbstes soll das Gericht entscheiden, ob der finnische Fiskus gegen EU-Gesetze verstößt, indem er für importierte Gebrauchtwagen sehr viel höhere Steuern verlangt als deren Wert entspricht und damit deren Preis auf das Niveau hebt, welches durch die hohe finnische Neuwagensteuer bei den einheimischen Gebrauchtwagen entstanden ist.

Herbstwetter - Weiterhin beherrschen Tiefdruckgebiete den nordeuropäischen Raum. Es ist windig und wechselnd bewölkt, strichweise Regen. Die Nächte sind mild und tagsüber Temperaturen um 15 Grad.

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... Nachrichten vom 11. September 2001 aus Finnland ...

Rau auf Staatsbesuch in Finnland - Deutschland on Finnland sind in Bezug auf ihre EU-Politik auf gleicher Linie, bestätigten Rau und Halonen am Montag in Helsinki. Rau wünscht sich ein EU-Grundgesetz, um die einzelnen Mitgliedsländer und deren Bevölkerung vor der Übermacht der Brüsseler Bürokratie zu schützen. Rau trifft heute Dienstag Ministerpräsident Lipponen und besucht das Parlament sowie nimmt an der 120-Jahrfeier der Deutschen Schule teil. Raus Besuch endet am Mittwoch.

Bessere Abwasserreinigung durch neues Verfahren - Gleichzeitig sogar 98 Prozent des Phosphors (P) und 80 - 90 Prozent des Stickstoffs (N) beseitigt ein neues Verfahren für Abwasseraufbereitung, welches von Forschern des finnischen Umweltzentrums erarbeitet wurde. Das Standardverfahren dagegen beseitigt nur 93 Prozent P und 30 Prozent N. Besonders gut eignet sich das Verfahren für russische und baltische Standorte, denn es ist einfacher im Gebrauch und spart beim Einsatz von Chemikalien. Es ist sogar möglich, durch Weglassen der letzten Reinigungsstufe ganz ohne Chemikalien auszukommen und trotzdem von P 95 % und von N 60 % zu beseitigen! Als nächstes soll eine Versuchskläranlage nach dem neuen Verfahren gebaut werden, um weitere Erfahrungen zu gewinnen. Besonders im Finnischen Meerbusen sind P und N aus den Abwässern der Anrainerstaaten ein großes Problem. Die 5-Millionen - Stadt St. Petersburg wehrte sich lange gegen den Bau eines chemikalischen Klärwerks für ihre Abwässer, sondern wollte teuer und biologisch klären, jedoch kein Geld dafür aufwenden. Noch ist ungewiss, wann die mit EU-Krediten im Bau befindlichen oder geplanten Klärwerke dort ihre Arbeit aufnehmen. Helsinki klärt seit einem Jahrzehnt seine Abwässer zu nahezu Trinkwasserqualität, doch die finnische Landwirtschaft hat Probleme mit dem Gewässerschutz.

Das neue Verfahren vereinigt viele vorher bekannte Methoden aus Forschungen vieler Länder.

Für und gegen Studiengebühren - Gestern fand die Eröffnung des Studienjahres an der Uni Helsinki statt, und in seiner Rede forderte Rektor Kari Raivio die Einführung von Studiengebühren. Um weiterhin gleiche Chancen zu gewährleisten, solle der Staat den Studenten für eine bestimmte Zeit die Gebühren in Form von Vouchern vorschießen, doch bei Hinauszögern des Studienabschlusses sollen die Studenten selbst für die Gebühren aufkommen. Das neue System ermögliche auch die Erhebung von Studiengebühren von ausländischen Studenten, die jetzt kostenlos in Finnland studieren können.

Unterrichtsministerin Maija Rask (SPD) dagegen wehrt sich gegen Studiengebühren. Auch andere Unterichtsexperten sehen den Sinn von Raivios Vorschlag nicht. Lange Studienzeiten würden meist dadurch verursacht, dass mittellose Studenten nebenbei ihren Lebensunterhalt erarbeiten müssen, während reiche Eltern ihren Kindern ein effektives Studium ohne Nebenarbeit ermöglichen können. Studiengebühren würden an diesem Zustand nichts ändern. (Finnische Studenten erhalten monatlich etwa 260 Euro Unterstützung: zum Leben zu wenig, zum Sterben zu viel).

Weiterhin unbeständig - Für die ganze Woche dürfen wir mit mehr oder weniger starken Regenfällen rechnen. In Lappland ist es weniger feucht. Die Nächte sind mild und tagsüber Temperaturen um 15 Grad.

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... Nachrichten vom 10. September 2001 aus Finnland ...

Rau auf Staatsbesuch in Finnland - Bundespräsident Johannes Rau trifft heute vormittag mit Gattin zu einem dreitägigen Staatsbesuch ein. Er wird von Präsidentin Halonen empfangen und wird später auch mit Ministerpräsident Lipponen konferieren, der heute in Österreich weilt. Neben politischen Gesprächen über EU-Erweiterung und Sicherheitspolitik steht die Teilnahme an den 120-Jahrfeieren der Deutschen Schule in Helsinki auf dem Programm.

EU-Parlament beschließt mehr Rechte für Söderman - Am Donnerstag verabschiedete das Parlament die Regeln für das Verhalten von EU-Beamten gegenüber den Bürgern. Im Zusammenhang damit erhielt der Ombudsman, dessen Amt seit 1995 von dem Finnen Jacob Söderman (links) bekleidet wird, mehr Rechte zur Kontrolle der EU-Verwaltung. Er darf danach die Epost der Beamten untersuchen und das automatische Recht, auch geheime Dokumente einzusehen.

Söderman hatte in seiner Rede vor dem Parlament das im Sommer von der Kommisiion veröffentlichte Weißbuch scharf kritisiert, das ohne konkrete Vorschläge und ein Bluff sei. Söderman zufolge kann die EU nur dann das Vertrauen der Bürger zurückgewinnen, wenn sie anfängt, diese besser zu beachten und ernst zu nehmen. Söderman hatte im Vorjahr mit Romano Prodi im Clinch gelegen, nachdem er dessen Öffentlichkeitspolitik scharf kritisiert hatte und Prodi daraufhin vergeblich versuchte, dem Ombudsman einen Maulkorb zu verpassen.
Homepage des Europäischen Bürgerbeauftragten

Neuer Reusentyp verhindert Fischraub durch Robben - Das Forschungsinstitut für Wild- und Fischwirtschaft hat einen neuen Reusentyp entwickelt, der besser als die herkömmlichen Reusen das Stehlen der Beute durch Seehunde verhindern soll. Am Ende der Fanganlage befindet sich ein feinmaschiger Drahtkorb, der die gefangenen Fische vollständig zurückhält. Bei alten Modellen stecken oft die Köpfe oder Schwänze der Fische durch die Maschen und werden von den Robben gefressen, die danach oft auch die Reusen beschädigen. Bei den alten Reusen ist es auch möglich, dass Robben mit gefangen werden, beim neuen Modell dagegen verhindert ein Drahthindernis das Eindringen der Robben in den Fangbehälter. Zweck des neuen Reusentyps ist die Versöhnung der Fischer mit den räuberischen Robben, die vom Aussterben bedroht sind. Auch die Qualität des Fanges verbessert sich durch die neue Erfindung.

Weiterhin unbeständig - Für die ganze Woche dürfen wir mit mehr oder weniger starken Regenfällen rechnen. In Lappland ist es weniger feucht. Die Nächte sind mild und tagsüber Temperaturen um 15 Grad.

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... Nachrichten vom 7. September 2001 aus Finnland ...

EU-Parlament beschließt mehr Rechte für Söderman - Am Donnerstag verabschiedete das Parlament die Regeln für das Verhalten von EU-Beamten gegenüber den Bürgern. Im Zusammenhang damit erhielt der Ombudsman, dessen Amt seit 1995 von dem Finnen Jacob Söderman (links) bekleidet wird, mehr Rechte zur Kontrolle der EU-Verwaltung. Er darf danach die Epost der Beamten untersuchen und das automatische Recht, auch geheime Dokumente einzusehen.

Söderman hatte in seiner Rede vor dem Parlament das im Sommer von der Kommisiion veröffentlichte Weißbuch scharf kritisiert, das ohne konkrete Vorschläge und ein Bluff sei. Söderman zufolge kann die EU nur dann das Vertrauen der Bürger zurückgewinnen, wenn sie anfängt, diese besser zu beachten und ernst zu nehmen. Söderman hatte im Vorjahr mit Romano Prodi im Clinch gelegen, nachdem er dessen Öffentlichkeitspolitik scharf kritisiert hatte und Prodi daraufhin vergeblich versuchte, dem Ombudsman einen Maulkorb zu verpassen.
Homepage des Europäischen Bürgerbeauftragten

Aulis Sallinens Lear-Oper in Kaiserslautern - Die im vorigen Herbst in der finnischen Nationaloper uraufgeführte neueste Oper des bekannten Komponisten erfährt ihre deutsche Erstaufführung im Pfalztheater Kaiserslautern am 8. September. Regisseur Heinz Lukas-Kindermann. Auch in Helsinki werden ab 12. 9. Aufführungen des Werkes stattfinden, mit Matti Salminen in der Titelrolle.

Eila-Hiltunen-Ausstellung eröffnet - Bis zum 6. Dezember haben Besucher Gelegenheit, die Werke der Bildhauerin Eila Hiltunen, *1922, kennen zu lernen. Es handelt sich um die erste Ausstellung im Heimatland der Künstlerin seit 20 Jahren. Die für ihre Stahlplastiken weltberühmte Schöpferin des Sibeliusmonumentes in Helsinki (1967), welches nach wie vor die Turisten wie Honig die Wespen anlockt, hat die letzten Jahrzehnte meist für ausländische Auftraggeber gearbeitet. Ihr lebhaft-detaillierter Stil hob Hiltunen schon früh von den meisten finnischen Kollegen ab, die traditionell um einfache und klare Formen bemüht sind. Jenseits der Grenzen hat man ihre Arbeiten deshalb höher geschätzt. Nach eigenen Aussagen hat Hiltunen keine Freunde unter ihren finnischen Kollegen, dagegen lobt sie die Kunstfertigkeit und Hilfsbereitschaft der finnischen Metallarbeiter, die ihren Vorlagen und Entwürfen endgültige Gestalt gaben. Eila Hiltunen erkrankte beim Schweißen des Sibelius-Monuments an schwerem Asthma. Kunstmuseum Didrichsen, Kuusilahdenkuja 1, Helsinki. Geöffnet Di-So 11-18.

Radar mit blindem Fleck! - Manche Passagiermaschinen mit veralteter Ausrüstung verschwinden zeitweise aus der Radarkontrolle am Flughafen Helsinki-Vantaa. Besonders russiche Maschinen haben oft noch alte Radar-Responder, die je nach Orientierung des Rumpfes die Verbindung zum Tower abbrechen lassen. Im Dezember war es deshalb zu einem Beinahe-Zusammenstoß in der Luft gekommen. Prüfungen ergaben, dass zwischen August und Januar es in 63 Fällen zu Signalabruch gekommen war.

Eishockeystar Saku Koivu ernstlich erkrankt - Der Kapitän der NHL-Mannschaft aus Montreal und Star des finnischen Weltmeisterteams von 1995, Saku Koivu, *1974, hat wahrscheinlich Krebs. Entweder handelt es sich um einen Tumor der Bauchhöhle oder des Lympfsystems. Wahrscheinlich muss er sich einer Chemotherapie unterziehen, auf jeden Fall kann er lange Zeit nicht spielen.

Eishockey EM: Finnland - Schweden 4 : 2

Regnerisches Wochenende - Nach dem weithin sonnigen Freitag wird das Wochenende feucht. Die Nächte sind mild und tagsüber Temperaturen um 15 Grad.

Die Ruska-Zeit ist da! In Lappland waren die ersten Frostnächte zu verzeichnen und die Laubverfärbung hat eingesetzt.

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... Nachrichten vom 6. September 2001 aus Finnland ...

Parlament diskutiert über künftige Sicherheispolitik - Allmählich kommt Bewegung zwischen die erstarrten Fronten. Immer mehr Politiker bezweifeln die Weisheit der amtlichen Politik, die zuletzt noch am Montag von Präsidentin Halonen in die Worte gekleidet wurde, die wahrscheinliche Nato-Mitgliedschaft der drei baltischen Staaten habe keine Auswirkungen auf die finnischen Verteidigungslösungen. Es wird nunmehr schon offen gefragt, welchen Sinn es macht, Finnland den Weg in die Nato zu versperren, doch die Beteidigung Finnlands an friedenssicheren Maßnahmen an die unsichere Beschlussfassung in der Uno und im gesamteuropäischen Sicherheitsgremium zu binden. Außenhandelsminister Kimmo Sasi (Bild) hatte gestern angeregt, die Auswirkungen für Finnland aus der Nato-Mitgliedschaft der Balten zu untersuchen, doch Ministerpräsident Lipponen wehrte den Gedanken ab: die Regierung sei in keiner Panik.

In der Parlamentsdebatte zur Sicherheitspolitik kritisierten einige Abgeordneten die Pläne der Regierung. Die finnische Verteidigung werde vernachlässigt und zu sehr auf die Erfordernisse internationaler Friedenssicherungsmissionen geschielt. Die Klugheit einer Politik, die aus Sparsamkeit Standorte schließt und die Reservistenzahl vermindert, doch aus Rücksicht auf den Vertrag von Toronto billige Minenstreifen an der russischen Grenze durch teure, unerprobte Maßnahmen ersetzen will, leuchtet auch nicht allen ein. Statt teurer Kampfhubschrauber und -Panzer solle man billige Abwehrraketen kaufen, mit denen das schwierige finnische Territorium, wie schon früher mehrmals erfolgreich demonstriert, gegen Aggressoren besser verteidigt werden könne.

Zur Zeit wehren sich Meinungumfragen zufolge noch immer 63 Prozent der Finnen gegen eine Nato-Option, dafür sind 21 Prozent. Die Zweifler glauben nicht, dass die Nato im Notfall Finnland gegen Russland beispringen würde.

Radar mit blindem Fleck! - Manche Passagiermaschinen mit veralteter Ausrüstung verschwinden zeitweise aus der Radarkontrolle am Flughafen Helsinki-Vantaa. Besonders russiche Maschinen haben oft noch alte Radar-Responder, die je nach Orientierung des Rumpfes die Verbindung zum Tower abbrechen lassen. Im Dezember war es deshalb zu einem Beinahe-Zusammenstoß in der Luft gekommen. Prüfungen ergaben, dass zwischen August und Januar es in 63 Fällen zu Signalabruch gekommen war.

Keine Gnade für den Cent - Finnland führt wie die übrigen 10 Emu-Länder am Jahreswechsel den Euro als Zahlungsmittel ein, doch in den finnischen Läden und Gaststätten wird für die 1-Cent und 2-Cent-Münzen kaum Verwendung sein. Alle Preise werden nach Addition auf Zehner oder Fünfer auf- oder abgerundet. Münzen mit 1 und 2 Cent Wert werden in Finnland nur in stark begrenzten Mengen gepresst. Doch wer solche Münzen besitzt, kann damit bezahlen, die Münzen sind legales Zahlungsmittel, doch Pfennigfuchser müssen sich damit abfinden, dass alle Rechnungen auf 5 oder 0 enden werden.

Mit dem Pendolino nach Jyväskylä - Die in Italien von Fiat hergestellten Züge, die in engen Kurven sich neigen und dadurch hohe Geschwindigkeiten auch ohne neue Trassen erlauben, waren bisher nur zwischen Helsinki und Turku im Einsatz. Ab 22. Oktober werden die neuesten Pendolinos zwischen Helsinki und Jyväskylä in Mittelfinnland verkehren, jedoch nur mit normaler IC-Geschwindigkeit, max. 160 km/h. Die Staatsbahnen haben 8 Pendolinos fest bestellt und überlegen derzeit über weitere Bestellungen.

Bewölkt und zeitweise Regen - Die Woche steht im Zeichen der ersten Herbstregen. Die Nächte sind mild und tagsüber Temperaturen um 15 Grad.

Die Ruska-Zeit ist da! In Lappland waren die ersten Frostnächte zu verzeichnen und die Laubverfärbung hat eingesetzt.

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... Nachrichten vom 5. September 2001 aus Finnland ...

Patentstreit mit Mitsubishi - Die finnische Kone, einer der führenden Hersteller von Fahrstühlen in der Welt, pocht auf ihre Patente für maschinenraumlose Fahrstühle, die von Kone seit 1996 angeboten werden. Dieses Jahr begann Misubishi mit dem Verkauf ebensolcher Lifts, und Kone hatte schon im März den japanischen Konkurrenten aufgefordert, die Fertigung von maschinenraumlosen Fahrstühlen einzustellen. Der Patentzwist wird nun vor Gericht verhandlet. Die strittigen Liftmodelle sind leichter als herkömmliche auch nachträglich in Gebäuden einzubauen.

Aulis Sallinens Lear-Oper in Kaiserslautern - Die im vorigen Herbst in der finnischen Nationaloper uraufgeführte neueste Oper des bekannten Komponisten erfährt ihre deutsche Erstaufführung im Pfalztheater Kaiserslautern am 8. September. Regisseur Heinz Lukas-Kindermann. Auch in Helsinki werden ab 12. 9. Aufführungen des Werkes stattfinden, mit Matti Salminen in der Titelrolle.

Eila-Hiltunen-Ausstellung eröffnet - Bis zum 6. Dezember haben Besucher Gelegenheit, die Werke der Bildhauerin Eila Hiltunen, *1922, kennen zu lernen. Es handelt sich um die erste Ausstellung im Heimatland der Künstlerin seit 20 Jahren. Die für ihre Stahlplastiken weltberühmte Schöpferin des Sibeliusmonumentes in Helsinki (1967), welches nach wie vor die Turisten wie Honig die Wespen anlockt, hat die letzten Jahrzehnte meist für ausländische Auftraggeber gearbeitet. Ihr lebhaft-detaillierter Stil hob Hiltunen schon früh von den meisten finnischen Kollegen ab, die traditionell um einfache und klare Formen bemüht sind. Jenseits der Grenzen hat man ihre Arbeiten deshalb höher geschätzt. Nach eigenen Aussagen hat Hiltunen keine Freunde unter ihren finnischen Kollegen, dagegen lobt sie die Kunstfertigkeit und Hilfsbereitschaft der finnischen Metallarbeiter, die ihren Vorlagen und Entwürfen endgültige Gestalt gaben. Eila Hiltunen erkrankte beim Schweißen des Sibelius-Monuments an schwerem Asthma. Kunstmuseum Didrichsen, Kuusilahdenkuja 1, Helsinki. Geöffnet Di-So 11-18.

Bewölkt und zeitweise Regen - Die Woche steht im Zeichen der ersten Herbstregen. Die Nächte sind mild und tagsüber Temperaturen um 15 Grad.

Die Ruska-Zeit ist da! In Lappland waren die ersten Frostnächte zu verzeichnen und die Laubverfärbung hat eingesetzt.

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... Nachrichten vom 4. September 2001 aus Finnland ...

Wladimir Putin lässt mit sich reden - Russlands Präsident äußerte Verständnis für die Demonstranten, die gestern bei seinem Staatsbesuch im Zentrum von Helsinki von Russland die Rückgabe der von der Sowjetunion annektierten Gebiete forderten. Putin bot als Lösung die europäische Integration an, die es einmal unwichtig machen könne, auf welcher Seite der Grenze man wohne. Von Finnland wünschte er sich beharrliche Arbeit in der EU, um die "Nördliche Dimension" mit Inhalt zu erfüllen sowie den Ausbau der gemeinsamen Verkehrsverbindungen. Gerne sähe er es, wenn schon zu den 300-Jahrfeiern der Stadt St. Petersburg 2003 die Zugreise zwischen Petersburg und Helsinki nur mehr 3 Stunden dauere. Ministerpräsident Lipponen wies in seiner Antwort darauf hin, dass allein auf finnischer Seite der Streckenausbau rund 1 Milliarde Euro erfordere und die kosteneffektivste Reisebeschleunigung durch Abkürzung der russischen Zollformalitäten erwirkt werden könne, für die heute noch die Züge an der Grenze herumstehen, statt dass die Abfertigung während der Fahrt durchgeführt würde. Dem stimmte auch Putin zu.

Putin scheint sich mit der bevorstehenden Nato-Mitgliedschaft von Estland, Lettland und Litauen abgefunden zu haben und versprach, deswegen kein Theater zu machen, sondern die Beziehungen Russlands zu den baltischen Nachbarn laufend zu verbessern. Mehrmals jedoch forderte er gleiche Behandlung für alle europäischen Minoritäten und stellte anheim, ob die russischen Minderheiten im Baltikum nicht die gleichen Rechte haben sollten wie die Albaner in Mazedonien. Bei der Pressekonferenz wies ein estnischer Korrespondent Putin darauf hin, das die Albaner in Makedonien dort nicht infolge von Annektion und Krieg seien wie die Russen im Baltikum.

Staat verkauft Kemira - Am Freitag wurde bekannt, dass bald eines der letzten Wahrzeichen der finnischen Industriegeschichte verschwinden wird. In den 1920er Jahren gründete der Staat zwei Firmen, deren Aufgabe war, der einheimischen Landwirtschaft und Chemie die Rohstoffe zu liefern: Ammoniak und Schwefelsäure. Nach dem Kriege wurde daraus unter dem Namen Kemira ein Konzern, der neben Düngemitteln Titandioxid, Sprengstoffe, Farben und Lacke uvm. herstellte. Daneben gab es den Erdölveredler Neste. Vor drei Jahren wurde Neste Chemicals an die schwedische Industri Kapital verkauft. Nunmehr wird Kemira mit Industri Kapital und Dynea vereinigt. Sitz der neuen Firma ist Helsinki und ihr Generaldirektor der von Kemira kommende Tauno Pihlava.

Der neue Konzern wird Skandinaviens größter Chemieriese mit Aktivität in 40 Ländern. Es besteht die Absicht, aus den Teilen ein konkurrenzfähiges Gebilde in den Sparten Harze, Wasserreinigung und Hilfsstoffen für die Papierherstellung zu schmieden. Dagegen werden für die Sparten Düngemittel und Farben (Tikkurila AG) neue Eigner gesucht. In 3-5 Jahren soll die sanierte Firma erneut an die Börse gehen. Die Kemira-Aktie dagegen konnte nie die Anlieger befriedigen. Ihr Wert war in den vergangenen Jahren auf der Hälfte des Emissionswertes gefallen.

Flugbenzingeld mit dem Hut in der Hand - Eine Finnair-Chartermaschine konnte in der albanischen Hauptstadt Tirana nicht auftanken, weil dort nur Barzahlung mit US-Dollars gilt und Kreditkarten nicht akzeptiert wurden. So blieb der Besatzung nichts anderes übrig als das Benzingeld bei den Passagieren zu erbetteln, was auch gelang. Die Maschine brachte die finnische Nationalelf mit Fans zurück nach Helsinki, nachdem diese in Tirana die Albaner mit 2:0 bezwungen hatte. Die am Benzin fehlenden 2000 Dollar wurde von den Spielern und Fans gemeinschaftlich eingesammelt und ihnen am Ziel umstandslos zurückerstattet.

Slalom auf vier Rädern - Für die schneelose Zeit haben sich einige Betreiber von alpinen Skipisten etwas einfallen lassen. Vor Jahrzehnten waren Seifelkistenrennen ein beliebter Zeitvertreib der Teenager, die mit selbstgebastelten Autos ohne Antrieb steile Straßen herunterbrausten und wetteiferten, wessen Gefährt am längsten kam. Doch zurück nach oben mussten die Piloten ihr Gefährt selber schieben. Die modernen Pistenautos sind stabil, aus Poluäthen, mit vernünfitigen Bremsen und Überrollbügel ausgerüstet, und die Skipisten haben einen Vorteil: Skilifts! Das welterste Pistenautozentrum wurde schon letztes Jahr im Skizentrum Meri-Teijo bei Perniö eröffnet. Es folgten diesen Sommer Jyväskylä und Turku. In den nächsten Jahren rechnet man mit 20 Zentren in Finnland.

Meri-Teijo

Unbeständig und mild - Die Woche steht im Zeichen der ersten Herbstregen. Die Nächte sind mild und tagsüber Temperaturen um 15 Grad.

Die Ruska-Zeit ist da! In Lappland waren die ersten Frostnächte zu verzeichnen und die Laubverfärbung hat eingesetzt.

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... Nachrichten vom 3. September 2001 aus Finnland ...

Putins Staatsbesuch in Helsinki - Heute wird Präsident Putin offiziell von Ministerpräsident Lipponen und Staatspräsidentin Halonen in Helsinki empfangen, nachdem er gestern mit Halonen inoffiziell in Naantali beisammen war und alte Bekannte aus seiner Zeit als Petersburger Beamter treffen konnte. Heute wird auch zwischen dem finnischen Metallkonzern Outokumpu und Norilsk Nikel ein Vertrag über den Bau einer Erzaufbereitungsanlage in Norilsk unterzeichnet.

Lipponen stellt sich hinter Außenminister - Ministerpräsident Lipponen stellte in einem Radiointerview fest, Finnland sei kritisch eingesellt sowohl gegenüber Israel als den Palästinensern. Außenminister Tuomioja (Bild) habe vor einer Woche in seinem Zeitungsinterview seine eigene Meinung geäußert, als er Israel rassistische Bestrebungen vorwarf.

In den finnischen Medien wird spekuliert, Tuomioja habe sich mit seinem offenherzigen Interview seine Möglichkeiten verspielt, im nächsten Sommer Lipponen vom Platz des SPD-Parteiführers zu verdrängen und damit auch die Anwartschaft auf den Ministerpräsidentensessel. Darf ein Außenminister eigene Meinungen zu außenpolitischen Fragen äußern?

Staat verkauft Kemira - Am Freitag wurde bekannt, dass bald eines der letzten Wahrzeichen der finnischen Industriegeschichte verschwinden wird. In den 1920er Jahren gründete der Staat zwei Firmen, deren Aufgabe war, der einheimischen Landwirtschaft und Chemie die Rohstoffe zu liefern: Ammoniak und Schwefelsäure. Nach dem Kriege wurde daraus unter dem Namen Kemira ein Konzern, der neben Düngemitteln Titandioxid, Sprengstoffe, Farben und Lacke uvm. herstellte. Daneben gab es den Erdölveredler Neste. Vor drei Jahren wurde Neste Chemicals an die schwedische Industri Kapital verkauft. Nunmehr wird Kemira mit Industri Kapital und Dynea vereinigt. Sitz der neuen Firma ist Helsinki und ihr Generaldirektor der von Kemira kommende Tauno Pihlava.

Der neue Konzern wird Skandinaviens größter Chemieriese mit Aktivität in 40 Ländern. Es besteht die Absicht, aus den Teilen ein konkurrenzfähiges Gebilde in den Sparten Harze, Wasserreinigung und Hilfsstoffen für die Papierherstellung zu schmieden. Dagegen werden für die Sparten Düngemittel und Farben (Tikkurila AG) neue Eigner gesucht. In 3-5 Jahren soll die sanierte Firma erneut an die Börse gehen. Die Kemira-Aktie dagegen konnte nie die Anlieger befriedigen. Ihr Wert war in den vergangenen Jahren auf der Hälfte des Emissionswertes gefallen.

Flugbenzingeld mit dem Hut in der Hand - Eine Finnair-Chartermaschine konnte in der albanischen Hauptstadt Tirana nicht auftanken, weil dort nur Barzahlung mit US-Dollars gilt und Kreditkarten nicht akzeptiert wurden. So blieb der Besatzung nichts anderes übrig als das Benzingeld bei den Passagieren zu erbetteln, was auch gelang. Die Maschine brachte die finnische Nationalelf mit Fans zurück nach Helsinki, nachdem diese in Tirana die Albaner mit 2:0 bezwungen hatte. Die am Benzin fehlenden 2000 Dollar wurde von den Spielern und Fans gemeinschaftlich eingesammelt und am Ziel umstandslos zurückerstattet.

Slalom auf vier Rädern - Für die schneelose Zeit haben sich einige Betreiber von alpinen Skipisten etwas einfallen lassen. Vor Jahrzehnten waren Seifelkistenrennen ein beliebter Zeitvertreib der Teenager, die mit selbstgebastelten Autos ohne Antrieb steile Straßen herunterbrausten und wetteiferten, wessen Gefährt am längsten kam. Doch zurück nach oben mussten die Piloten ihr Gefährt selber schieben. Die modernen Pistenautos sind stabil, aus Poluäthen, mit vernünfitigen Bremsen und Überrollbügel ausgerüstet, und die Skipisten haben einen Vorteil: Skilifts! Das welterste Pistenautozentrum wurde schon letztes Jahr im Skizentrum Meri-Teijo bei Perniö eröffnet. Es folgten diesen Sommer Jyväskylä und Turku. In den nächsten Jahren rechnet man mit 20 Zentren in Finnland.

Meri-Teijo

Unbeständig und mild - Die Woche steht im Zeichen der ersten Herbstregen. Die Nächte sind mild und tagsüber Temperaturen um 15 Grad.

Die Ruska-Zeit ist da! In Lappland waren die ersten Frostnächte zu verzeichnen und die Laubverfärbung hat eingesetzt.

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