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... Nachrichten des Monats Oktober 2001 aus Finnland ...

Kvaerner gerettet mit russischem Geld - Die Eignerin der finnischen Werft Masa-Yards, die norwegische Kvaerner, wurde vor dem Konkurs bewahrt. Der grö5te Anteilseigner Kvaerners, der russische Ölkonzern Jukos, schießt knapp 400 Millionen Euro neues Kapital vor und die Hauptgläubiger geben sich mit einer Verschiebung der Schuldenrückzahlung auf 2004 zufrieden.

Gewaltspot verboten - Dem Handybetreiber DNA wurde der Gebrauch eines Werbespots verboten, der reichlich Gewalttätigkeiten zwischen Polizei und Fußballrowdys enthält.

Bären auch in Südwest-Finnland - Zur Zeit bereiten sich die Bären auf den Winterschlaf vor und stocken ihre Fettvorräte auf. Wenn dann gleichzeitig Pilzsucher und Elchjäger eifrig im Wald herumlaufen, kommt es leichter als sonst zu Begegnungen zwischen Zweibeinern und Bären. So wurde diesen Herbst festgestellt, dass sogar in den Wäldern Südwest-Finnlands 5 bis 10 Braunbären ansässig sind.

Gasangriff auf Video - Nach Mitteilung der Polizei waren am Sonntag bei dem Gasanschlag auf eine öffentliche Bücherei zwei Männer von etwa 20 Jahren beteiligt. Von ihnen liegen Videoaufzeichnungen vor. Vermutlich hattten die Täter rassistische Motive, denn die Bücherei wird vornehmlich von Einwanderern und Flüchtlingen frequentiert.

100 000 Liter Flugbenzin geklaut - Beim lappischen Geschwader in Rovaniemi wurde festgestellt, dass Angehörige der Luftwaffe während zwei Jahren riesige Mengen von Kerosin zweckentfremdet haben und systematisch als "russisches Diesel" an Private weiterverkauft haben. Die Käufer bemerkten zu spät, dass der mit Diesel vermischte Kraftstoff die Motoren ihrer Fahrzeuge beschädigte. Das Geschwader verbraucht jährlich etwa 10 Millionen Liter Kerosin, deshalb fiel der Diebstahl von einem halben Prozent lange nicht auf.

Autokäufer bezahlten zuviel Steuern - Noch ist das letzte Wort nicht gesprochen, doch wahrscheinlich entscheidet der Europäische Gerichtshof, dass der finnische Staat private Käufer von ausländischen Gebrauchtwagen bisher gegenüber Käufern inländischer Gebrauchtwagen benachteiligt hat. Nun stellt sich die Frage, ob die seit Finnlands EU-Beitritt 1995 meist gebrauchte Mercedese und BMWs aus Deutschland gekaufte Finnen vom Finanzamt entschädigt werden - und wann.

Winterwetter - Auch im Süden ist in den nächsten Tagen mit Schneeregen und Straßenglätte zu rechnen. Tagsüber +5 - -4 Grad

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Schneemenge in kg/qm

... Nachrichten vom 25. Oktober 2001 aus Finnland ...

Siimes gegen Sonera-Staatshilfe - Die Zweite Finanzministerin Suvi-Anne Siimes wendet sich in der Öffentlichkeit vehement gegen den Kabinettsbeschluss vom Montag, mit der Mehrheitseigentümer Staat 500 Millionen Steuergelder in die Sonera pumpen wird. Siimes bezweifelt, ob mit dieser Kapitalhilfe dem Telebetreiber dauerhaft geholfen werden kann. Siimes war bei der entscheidenden Sitzung nicht anwesend, und ihre Ministerkollegen erfuhren ihre Kritik erst aus der Presse. Die Sonera-Aktie stieg am Dienstag um 25 Prozent.

Thyssen-Krupp steigt bei finnischem Autowerk ein - Die in Nystad (Uusikaupunki) befindliche Valmet Automotive, die zum Metso-Konzern gehört und neben Saabs auch Porsche Boxster-Modelle montiert, wird zu 10 Prozent von Thyssen-Krupp gekauft mit der Option, innert zwei Jahren die gesamten Aktien zu erwerben. Gleichzeitig wurde bekannt gegeben, dass Porsche mindestens bis 2008 Nystad als Fabrikationsstätte für den Boxster erhält. Das Werk stellt jährlich etwa 40 000 Autos auf die Räder. 1997 stellte das Werk einen Weltrekord auf, als es gelang, innerhalb eines halben Jahres die Boxster-Fertigung aufzunehmen. Damals schrieb giftig, Finnland sei bis dato eher als Lieferant für Holzschlitten bekannt. (Dies möglicherweise ein Rekord an Spiegel-Borniertheit?)

Partner finanzieren Soneras Deutschland-Investitionen - Beim Aufbau der deutschen UMTS-Mobilnetze wollen die Lieferanten nun mit Vorfinanzierung einspringen, denn Sonera selbst will in Deutschland keine müde Mark mehr aufs Spiel setzen. Der Informationsdirektor von Group 3G, Mathias Andreesen, sprach sich am Dienstag für die Hilfsmaßnahme aus. Group 3G ist eine Tochter von Sonera und Telefonica München.

Privates Unternehmertum verringert sich - Binnen eines Jahres haben 14 000 private Unternehmer ihre Tätigkeit eingestellt und statt dessen eine bezahlte Tätigkeit aufgenommen bzw. in Pension gegangen. Gleichzeitig verminderte sich die Zahl der Arbeitslosen um 10 000. Zusätzlich haben Tausende von Landwirten die Mistgabel aus der Hand gelegt. Nunmehr gibt es in Finnland nur mehr 205 000 freie Unternehmer, weniger als 10 Prozent der Erwerbstätigen.

EU-Komission neutral zum neuen Helsinki-Hafen - Nach Äußerungen von EU-Umweltkomissarin Wallström am Wochenende in Lappeenranta ist nicht damit zu rechnen, dass die Komission die Hafenbaupläne unter die Lupe nehmen wird. Damit können die finnischen Behörden die Sache unter sich aus machen. Das Umweltministerium hatte den neuen Hafen bekämpft, weil die Straßen und Gleisanschlüsse angrenzende Biotope beeinträchtigen könnten. Helsinki plant die Verlegung und Konzentrierung sämtlicher Frachthäfen nach Osten auf die Halbinsel Vuosaari, wonach die Stadt neue zentrumsnahe Wohngebiete erschließen könnte. Umweltfreunde hatten sich für eine Alternative im Westen, an der Küste der Gemeinde Kirkkonummi, 30 km von Helsinki, stark gemacht.

Ururururgroßvaters Postille im Internet - Ab heute können Sie bei http://digi.lib.helsinki.fi finnische Zeitungen aus den Jahren 1640 bis 1840 lesen und mittels Stichwörtern durchsuchen. Das gleiche für ganz Skandinavien bei http://tiden.kb.se

Später werden auch die Publikationen nach 1860 erfasst, doch schon jetzt können Sie schon recherchieren, ob und wann Ihr Namensvetter etwas erwähnenswertes geleistet hat. So wurde der Name Fazer erstmals am 22.11.1854 erwähnt. Es handelt sich um den Stammvater der Fazer Chokolaterie und Fazer Musik, Edvard Fazer.

Erster Pulvermann festgenommen - In Tampere wurde ein 50-jähriger festgenommen, der im Verdacht steht, Briefe mit weißem Pulver verschickt zu haben. Der Mann, der anscheinend das Pulver nicht erfunden hat, soll einen ganzen Briefkasten mit dem Zeug gefüllt haben. Spaßvögel im ganzen Land hatten in den letzten zwei Wochen viele Postämter und Sortierzentren für Stunden bis Tage lahmgelegt, doch haben die Untersuchungen nichts gesundheitsgefährdendes finden können. Nunmehr will die Polizei bei im Inland abgeschickten Pulverbriefen gar nicht mehr einschreiten. Somit ist derzeit mit einem Exodus der Pulvermänner zu rechnen. Bisher fuhren die Finnen nach Tallinn und Stockholm, um billig einzukaufen, ab jetzt vielleicht auch, um Mehlpost an die Lieben daheim zu schicken und die Polizei zum Narren zu halten.

Skisaison beginnt heute - Als erstes finnisches Skizentrum eröffnet am Mittwoch Ruka die Saison. Noch reicht der Naturschnee nicht, doch die ersten Kunstschneeloipen und Pisten sind fertig. Schneeland Finnland

Feuchtere Luft - Bedeckt mit einzelnen Regenschauern. Nachtfröste im Norden. Tagestemperaturen bis 10 Grad, in Lappland bis 4 Grad.

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Regen und Temperaturkurven: Das Wetter der letzten 10 Jahre!


Schneemenge in kg/qm

... Nachrichten vom 23. Oktober 2001 aus Finnland ...

Nur 10 Prozent für Nato-Mitgliedschaft - Drei Viertel der Befragten lehnen derzeit den Eintritt Finnlands in die Nato ab. Damit stellen sich die Wähler gegen die Versuche der politischen Führung, die in den letzten Wochen unter dem Deckmantel der Terrorismusbekämpfung vorsichtig die Tür für eine Diskussion über die Vorteile einer Nato-Mitgliedschaft öffnen will.

Russische Kritik an der Nördlichen Dimension - Auf der Konferenz in Lappeenranta kritisierte der Vizepremier Russlands, Christenko, die EU-Förderungspolitik im Nordosten, die vor Jahren unter dem Aushängeschild "Nördliche Dimension" lanziert wurde. Sie sei zu wenig konkret und konzentriere sich zu sehr auf Umweltprobleme. Russland will mehr Mitspracherecht und mehr Geld. Auf der Konferenz waren u.a. EU-Kommissarin Margot Wallström, Finlands Ministerpräsident Lipponen und der Direktor der Europäischen Entwicklungsbank EBRD, Jean Lemierre, anwesend. Letzterer wies darauf hin, dass die EU in Nordwestrussland schon 3 Milliarden Dollar investiert habe. Lipponen bemerkte, Ziel der Förderungsmaßnahmen müsse es sein, die Lebensbedingungen der Menschen zu verbessern. Er lobte die Zusammenarbeit der Länder am Finnischen Meerbusen bei der Verminderung der möglichen Umweltschäden des im Bau befindlichen Ölhafens bei Primorsk nahe Wiborg.

Deutsche Subventionen für Stendal unter EU-Lupe - Die öffentlichen Subventionen für die westlich von Berlin bei Stendal geplante Zellstofffabrik sollen auf Verlangen der finnischen Papierindustrie von den Wettbewerbsbehörden der EU untersucht werden. In Stendal will soll nach Fertigstellung jährlich 550 000 Tonnen Sulfatzellulose gekocht werden, und die öffentliche Förderung soll bis zu einem Drittel der Investitionen übernehmen. Die finnischen Kritiker weisen darauf hin, dass in der Branche keineswegs Kapazitätsmangel besteht und dass alle Konkurrenten ihre Investitionen mit eigenem Geld bezahlen. Doch die finnische Maschinenbaufirma Metso erhofft von Stendal 130 Millionen Euro Bestellungen, die ausbleiben würden, wenn das Projekt scheitert.

Sonera machte Verlust - Im dritten Quartal 2001 fuhr der größte finnische Telekonzern 352 Mill. Euro Verlust ein. Im Vorjahr verzeichnete die Firma noch über 700 Millionen Euro schwarze Zahlen. Die Sonera-Führung verweist jedoch auf die Wachstumsrate von 8 Prozent beim Umsatz und erwartet eine günstige Kurzentwicklung für die gebeutelte Sonera-Aktie, die heute bei 4 Euro gehandelt wird, nachdem sie Anfnag 200 schon knapp 100 Euro wert gewesen war.

Am Montag gab der Minister für Verkehr und Kommunikation, Heinonen, bekannt, dass der Staat seinen Anteil an der von Sonera geplanten Kapitalaufstockung leisten und die Hälfte der 1 Milliarde Euro aufbringen will. Mit dem Geld will Sonera einen Teil seiner Schulden bezahlen, deren Hauptteil aus den Verbindlichkeiten in Verbindung mit der deutschen UMTS-Lizenz herrührt. Sonera wird sich in Zukunft wieder auf den Binnenmarkt konzentrieren, wo das Geschäft mit GSM-Kommunikation glänzend floriert. Die Welteroberungspläne sind zu den Akten gelegt.

Nordea will Rechenzentren nach Polen verlagern - Die in allen vier Nordischen Ländern aktive Nordea-Bank (in Finnland heißt die Tocheterbank Merita) plant die Umsiedlung ihrer Rechenzentren nach Polen, um damit Kosten zu sparen.

Nokia lässt Büroblock leerstehen? - Am Westrand der Helsinkier Innenstadt, am Metrobahnhof Ruoholahti, steht derzeit ein Büroblock von 36 000 qm vor der Fertigstellung. Doch mit einemmal heißt es, Nokia braucht gar keine neuen Büros mehr. Auf der anderen Straßenseite steht das neue Forschungszentrum von Nokia, doch die Firma hat derzeit keinen Bedarf an neuen Immobilien und will die zusätzlichen Büroflächen an andere vermieten. Um Nokia gefällig zu sein, hatte die Stadt das traditionsreiche Grundstück veräußert und die Zufahrt zur nahen Autobahn verlegt.

Finnland Sozialversorgung deutlich zurückgefallen - Gemessen am Bruttosozialprodukt sind die Aufwendungen für die Versorgung der Bevölkerung hierzulande an neunter Stelle in der EU- In den letzten zehn Jahren ist Finnland auf diesem Sektor sogar hinter Griechenland und Portugal zurückgefallen. Noch 1991 brauchte Finnland mehr Geld auf dem Sozialsektor als die meisten europäischen Industrieländer. Grund für die Entwicklung ist erstens, dass Finnland noch Sozialleistungen kürzte, als andere Länder sie ausbauten, und zweitens, dass das Wirtschaftswachstum in Finnland jahrelang Rekordhöhen erzielte.

Bandenkennzeichen verbieten? - Der Kriminalpolizei reicht es, dass die verschiedenen Verbrecherbanden durch Kennzeichen an ihrer Kleidung sich in aller Öffentlichkeit als Gesetzlose ausweisen dürfen. Es handelt sich dabei um eine gelbe Raute mit der roten Inschrift "1%", was heißen soll, der Träger gehört zu dem einen Prozent der Bevölkerung, die sich außerhalb des Gesetzes bewegen. Die Kripo fordert ein Gesetz, mit deren Hilfe solche und ähnliche Kennzeichen verboten werden können.

Sonnig und frisch - Von Nordwesten her zieht polare Kaltluft ein. In den nächsten Tagen herrscht klares Herbstwetter. Tagestemperaturen bis 3 Grad, in Lappland knapp unter 0 Grad.

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Schneemenge in kg/qm

... Nachrichten vom 20. Oktober 2001 aus Finnland ...

Nokia wie erwartet ohne Wachstum - Das Ergebnis vom dritten Quartal 2001 entsprach den Erwartungen der Nokia-Führung und brachte bei einem Umsatz von 7050 Millionen Euro 1068 Millionen. Bei sinkendem Marktanteil ist es Nokia gelungen, die Rentabilität aufrecht zu erhalten. Für 2001 wird mit einem weltweiten Verkauf von insgesamt 390 Millionen Mobiltelefonen gerechnet, vor einem Jahr hatte Nokia noch 550 Millionen vorausgesagt.

Sorgen bereiten die Verbindlichkeiten des türkischen Telsim-Telebetreibers, dessen GSM-Anlagen von Nokia geliefert sind. Zur Zeit ist unsicher, ob Telsim seine Schulden bezahlen kan.

Satama heraus aus fremden Häfen - Nachdem Satama Interactive im Frühjahr seine britische Tochter aufgelöst hatte, zieht sich der finnische Internet-Konsulent nun auch aus den USA zurück. Satama (dt: Hafen) schließt die Niederlassung in Dallas, denn die Geschäfte hatten sich trotz Sanierungsbemühungen nicht rentabel gestaltet.

Finnair sagt Verlaust voraus - Der blau-weiße Flugkonzern gab am Freitag Gewinnwarnung wegen gesunkener Nachfrage im dritten Quartal. In der ersten Hälfte 2001 hatte Finnair noch 29 Millionen Euro Gewinn eingeflogen. Im September sank die Zahl der Geschäftsreisenden um 21,5 Prozent. Finnair versucht wie seine Konkurrenten weltweit Kosten zu sparen. Neben schon erfolgten Streckenreduzierungen sollen Personalkosten durch Gehaltsküzungen oder Beurlaubungen erfolgen.

Outokumpu leidet unter Metallpreisflaute - Die schwache Lage bei den Buntmetallen bringt dem Metallschmelzer etwa 50 Millionen Euro Verlust allein durch den gesunkenen Wert der Lager. Der Kurs von Kupfer, Nickel und Zink ist seit Jahresbeginn um etwa 30 Prozent gesunken.

Sonnig und frisch - Die Nacht von Freitag auf Samstag war die erste dieses Herbstes, die dem ganzen Land Frost bescherte. Tagestemperaturen bis 6 Grad, in Lappland knapp unter 0 Grad.

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... Nachrichten vom 18. Oktober 2001 aus Finnland ...

Finnland ist EU-müde - Nur noch 36 Prozent der Bevölkerung sehen die EU-Migliedschaft als vorteilhaft für das Land an, fast ebensoviele sind neutral und 23 Prozent sehen die Sache negativ. Bei der Volksbefragung vor 7 Jahren stimmten 56 mit Ja zur EU. Die Finnen sind damit zur Zeit das viertkritischste Volk unter den EU-Mitgliedern. Die Schweden haben den größten Anteil an EU-kritischen Bürgern. Die Umfrage-Ergebnisse stammen aus der halbjährigen Meinungsumfrage der EU-Kommission.

Zhjuganow auf Finnland-Besuch - Der Führer der Russischen Kommunistischen Partei, Gennadi Zhjuganow, äußerte sich kritisch zum Vorgehen der USA in Afghanistan. Seiner Meinung nach kann man mit Bomben und Raketen dem Terrorismus nicht beikommen. Auch die Tschetschenien-Politik Putins hält der Vorsitzende der stärksten russischen Partei für verfehlt. Man solle sich ein Beispiel an der Algerien-Politik de Gaulles in den 60er Jahren nehmen, wo die Terroristen von innen heraus, durch Infiltration und Zersetzung, besiegt wurden. Finnland sei das Land in der Welt, wo man Russland am besten verstehe, schmeichelte Zhjuganow seinen Gastgebern.

Viel Pulver, kein Milzbrand - Die Spaßvögel halten auch hier die Polizei und Briefträger in Atem, doch von den Dutzenden Alarmfällen der letzten Tage hat sich keiner als berechtigt erwiesen. Noch ist ungeklärt, ob das Verschicken von weißem Pulver strafbar sein kann, höchstens müssen die Juxer mit Geldstrafen rechnen, doch die Kosten der Aufregung gehen in die Millionen.

6 Stunden sind genug? - Vor einem Jahr verbreitete der "Spiegel", unter Berufung auf deutsche Statistiken, die Meldung, die Finnen seien das faulste Volk der Welt, denn wir hätten 9 Wochen Jahresurlaub. Ob auf Missverständnis beruhend, wie ich vermutete (Sommerurlaub der Schulen mit Betriebsurlaub verwechselt) oder Rechenfehler (wenn ein Finne Recht auf 42 Urlaubstage hat, sind das nur 7 Wochen, denn die Samstage werden mitgezählt), bleibt ungeklärt. Heute jedoch sind Angestellte des finnischen Parlaments ins Gerede geraten. Dort, im Büro des Ombudsmanns, endet der Arbeitstag schon nach sechs Stunden, die von einer Stunde Mittagspause (und, wie ich vermute, von zwei Kaffeepausen) unterbrochen werden. Deshalb zieht sich die Bearbeitung der Aktenvorgänge entsprechend hin, zur Zeit im Durchschnitt 9 Monate. Überstunden werden durch Freizeit entgolten. Allein im Bereich des Parlaments soll es über zehn verschiedene Arbeitszeitregelungen geben, doch die 30 Wochenstunden des Ombudsmann-Büros stellen wohl den Rekord da. Verdammenswert - oder nachahmenswert?

Aufklarend - Die Temperaturen sinken deutlich, fürs Wochenende im Nordosten Schneefälle zu erwarten. Tagestemperaturen bis 8 Grad, in Lappland um 0 Grad.

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Schneemenge in kg/qm

... Nachrichten vom 16. Oktober 2001 aus Finnland ...

Lipponen: Diskussion über Nato-Mitgliedschaft - Erst 2004 soll anlässlich des nächsten verteidigungspolitischen Berichtes die mögliche Nato-Mitgliedschaft Finnlands untersucht werden, doch der Ministerpräsident sieht ein, dass eine öffentliche Diskussion über das Thema nötig ist. Jedoch auch im Rahmen der gegenwärtigen Friedenspartnerschaft mit der Nato sieht er die Möglichkeit der Zusammenarbeit bei der Bekämpfung des Terrorismus. Die Äußerung Lipponens ist in der Presse als erste positive Einschätzung einer Nato-Mitgliedschaft seitens der politischen Führung beurteilt worden. Gleichzeitig ist das Ansehen der Nato in der finnischen Bevölkerung auf einem Tiefpunkt.

Finnland labt die dürstende Welt? - Weniger utopisch als noch vor einigen Jahren wirkt die Vorstellung, Rohwasser aus Finnland würde en masse in subtropische Länder exportiert. In den letzten Tagen hat ein Unternehmen North Pure Aqua aus dem Raum Lahti die Lizenz erhalten zur Förderung von täglich 4400 Kubikmeter Wasser aus dem Saimaa und zur Verschiffung mittels Tankschiffen ins Ausland. Die Kunden der Firma werden in der arabischen Halbinsel vermutet, von wo in der Vergangenheit ständig Anfragen nach finnischem Wasser gekommen waren.

Die nördlichste Gemeinde Finnland, Utsjoki plant die Nutzung ihrer gewaltigen Grundwasserkapazitäten und trachtet danach, daraus einen Markenartikel zu machen nach dem Motto: Das beste Trinkwasser der Welt. Auch das Wasserwerk Helsinki will womöglich das aus dem Päijänne-Gebiet stammende aufbereitete Trinkwasser exportieren, in Flaschen.

Finnbatt zog ab - Die letzten 150 der seit 1982 Jahren im südlichen Libanon stationierten finnischen UN-Soldaten kehrten heim. Die UN verringert die Unifil-Truppen von 5700 auf 2000 und wird an Stelle der finnischen Soldaten Blauhemden aus Ghana einsetzen. Die örtliche Bevölkerung, die freundschaftliche Beziehungen zu den Finnbatt-Soldaten unterhielt, ist traurig und skeptisch. Werden die Israelis die Ghanaer ebenso respektieren wie die abgezogenen Europäer?

Saimaa-Stadt auf den Reißtisch - Wo heute auf den Straßenkarten des südöstlichen Finnlands noch Städtenamen wie Lappeenranta, Imatra undJoutseno stehen, könnte schon in einigen Jahren tourismuswirksam zu lesen sein: Saimaa-Stadt (oder vielleicht Saimaa-City?). Die drei Städte haben eine gemeinschaftliche Kommission gebildet, welche die Voraussetungen und das Für und Wider der Vereinigung innert eines Jahres prüfen soll. Erfahrungsgemäß sind die Bürger mehrheitlich gegen solche Zusammenlegungen: klein ist fein und bequem.

Keine Staatshilfe für Finnair - Verkehrsminister Heinonen (Sammlungspartei) lehnt die von der Führung des staatseigenen Luftfahrtkonzerns erhobenen Vorschläge ab, wonach der Staat die Finnair direkt unterstützen soll. Überhaupt sollten erst die einschlägigen Richtlinien der EU abgewartet werden. Die Finnair hat ihre Atlantikflüge in den letzten Wochen wegen Nachfragemangels reduziert und auch die Verlegung der Fernoststrecken wegen des amerikanisch-afghanischen Krieges bringt Unkosten von wöchentlich 170 000 Euro. Finnair will nunmehr rund 10 Prozent der Beschäftigten beurlauben, um Kosten zu sparen.

Zeitweise Schauern, Nebel - Nun ist er da, der finnische Herbstnebel. Zeitweise klar mit durchziehenden Schauergebieten. Tagestemperaturen bis 11 Grad, in Lappland um 0 Grad.

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Schneemenge in kg/qm

... Nachrichten vom 13. Oktober 2001 aus Finnland ...

EU-Antiterror-Vorschläge verfassungswidrig - Führende Verfassungsrechtler halten die Vorlagen der EU-Kommision zur einheitlichen Terrorbekämpfung für verfassungswidrig nach finnischem Recht. Z.B. wäre es danach möglich, dass ein EU-Bürger wegen Taten an ein anderes Land ausgeliefert werden müsste, die in seinem Heimatland nicht strafwürdig sind und könnte der Ausgelieferte sogar in ein Land geraten, wo noch wie in den USA die Todesstrafe gilt.

Frühstart in den Euro - Einige finnische Versicherungskonzerne und Energieerzeuger haben schon damit begonnen, ihre Rechnungen in Euro zu verschicken. Das hat u.a. bei einem Fünftel der Kunden des Versicherers Pohjola zu irrtümlichen Zahlungen geführt. Die Verbraucherverbände halten die Euro-Rechnungen für regelwidrig, und die Bankaufsicht hat die Anweisung gegeben, dass aus verschidenen Zahlungsmitteleinheiten herrührende irrtümlich falsch verrechnete Beträge auch ohne Zustimmung des Empfängers zurückerstattet werden sollen. Auf der Verbraucherseite haben Ikea und McDonalds schon seit dem Sommer ihre Preisschilder zuerst mit großen Ziffern in Euro und mit kleinen in Finnmark ausgestattet. So kosten die Hamburger-Mahlzeiten bei McDonalds einheitlich 4,50 Euro = 26.95 FIM. Statt wie früher für 10 FIM wird nun der Lockvogel-Billigburger für 2 Euro angepriesen und dafür 11.95 FIM kassiert.

Finnlands Wirtschaftsentwicklung schwächste in der EU - Finnland ist das einzige EU-Land, welches schon das zweite Quartal in Folge rote Zahlen beim Bruttoinlandsprodukt schreibt. Im zweiten Quartal 2001 waren es minus 1,7 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Im Durchschnitt legten die EU-Länder zu diesem Zeitraum 0,1 Prozent zu. Grund für die finnische Flaute waren sowohl die Forst- wie die Elektronikindustrie, doch schon im Juli und August begann sich das Geschäft nach neuesten Meldungen wieder zu beleben. Die Inlandsnachfrage in Finnland ist stabil, nur der Export war ins Stocken geraten.

Internationale Autodieb-Liga dingfest - Am 5. Oktober auf der Landstraße 4 geschah ein Zusammenstoß, der die Polizei auf die Fährte und zur Festnahme von bisher acht Mitgleidern eines Schmuggelrings brachte. Unter den Festgenommenen sind 6 Russen, 1 Este und ein Franzose.

Das von einem Russen in Schweden gemietete Auto fuhr auf der falschen Spur, stieß gegen zwei entgegegnkommende Wagen und verursachte den Tod eines Fahrers. Der Täter beging Fahrerflucht, wozu ihm seine im nachfahrenden Auto befindliche Freunde verhielfen. Am Schluss der Verfolgungsjagd stieß die Polizei nicht nur auf den Verkehrsrowdy und seine Komplizen, sondern auch auf drei gestohlene Autos. Die Wagen waren in Schweden und Frankreich gestohlen und sollten offensichtlich nach Russland verbracht werden. Der Stoff für einen Krimi?

Wechselnd bewölkt - Von Südwesten her aufklarend, im Osten noch Regen. Tagestemperaturen bis 13 Grad, in Lappland bis 4 Grad.

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... Nachrichten vom 11. Oktober 2001 aus Finnland ...

Sonera entlässt 500 - Der größte finnische Telekonzern hat die Verhandlungen über die angestrebte Reduzierung von etwa 1000 Arbeitsplätzen zum Abschluss gebracht. 500 fest angestellte sollen entlassen werden, davon 280 in der Hauptstadtregion. Weitere Einsparungen werden bei Teilzeitarbeitern und Freelancen erzielt.

Großangelegter Kreditkarten-online-Schwindel verhindert - Einige ausländische Personen (ais Russland und der Ukraine) hatten in Finnland zum Schein eine im Inernet aktive Online-Verkaufsfirma gegründet und versucht, durch gestohlene Kreditkartennummern von der örtlichen Visa-Stelle Luottokunta Hunderttausende von Euro für erschwindelte Kaufabschlüsse zu kassieren. Doch bei Luottokunta war man wachsam und gab die Manipulationen der Kripo bekannt. Noch ist unbekannt, auf welche Weise die Betrüger an die Tausenden von Kreditkartendaten gekommen sind.

Risto Orko, Filmer aus drei Jahrhunderten - Am 10.10. verstarb im Alter von 102 Jahren der Grand Old Man des finnischen Films, Risto Orko. Zwischen 1933 und 1980 hatte er selbst in 13 Filmen Regie geführt und dutzende andere produziert. Orko führte als Direktor der Suomi-Filmi den finnischen Spielfilm zur Blüte in den Dreißiger und Vierziger Jahren und prägte die finnische Filmlandschaft wie kein zweiter. Zuletzt hatte Orko zu seinem Hundertsten ein Interview gegeben.

Links: Szene aus "Jees ja Just", einer Kriegsfarce von 1942. Regie Risto Orko

Brandstiftung auf Viking Amorella - Am Mittwoch morgen um 4.15 Ortszeit wurde auf dem untersten Deck der von Stockholm nach Turku fahrenden Autofähre ein stark qualmendes Feuer bemerkt. Ein Unbekannter hatte auf dem Gang zwischen den Kabinen Bettwäsche in Brand gesteckt. Neun Passagiere mussten mit Rauchschäden ins Krankenhaus eingeliefert werden. ûber den Täter ist noch nichts bekannt, doch gibt es keine Hinweise auf Terrorismus.

Zeitweise Regen - Wechselnd bewölkt mit Regenschauern. Tagestemperaturen bis 11 Grad, in Lappland bis 2 Grad.

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... Nachrichten vom 9. Oktober 2001 aus Finnland ...

Handy-Gesprächstarife sinken weiter - Gespräche von einem GSM-Betreiber zum Netz des anderen werden billiger. Rund ein Fünftel weniger kostet ab Anfang November die Gesprächsminute, zwischen 16 und 22 Cent. Besonders die Kunden kleiner Operatoren profitieren von den neuen Tarifen, denn sie mussten am häufigsten Fremdnetze anrufen. Nur in Luxemburg ist es billiger als in Finnland, GSM-Gespräche zu führen. Z.B. Sonera-Kunden bezahlen weniger als die Hälfte gegenüber Kunden des deutschen Mannesmann.

Mit dem WAP-Handy ins ganze Internet - In aller Stille hatte im Sommer die finnische Sonera ein von Nokia entwickeltes Programm in Betrieb genommen, welches normale www-Seiten automatisch vereinfacht und im WAP-Fenster anzeigt. Bilder und verschiedene Schriftarten werden verworfen und nur normaler Text angezeigt, doch statt der bisherigen etwa 5 Millionen speziellen WAP-Seiten haben WAP-Besitzer mit Sonera-Anschluss im Prinzip die Möglichkeit, das gesamte Web zu durchstöbern. Dies wurde erst heute durch Zufall bekannt, sogar bei Nokia wusste niemand, dass das Programm schon eingeführt war.

Kompost - oft stinkt er zum Himmel - Schlechte Nachrichten für Recycling-Fanatiker: städtische Kompostieranlagen bringen ihren Betreibern zig Millionen Euro Verluste ein und sind oft eine ernstliche Belastung für Anwohner. Die automatischen Kompostoren arbeiten oft fehlerhaft, verpesten die Luft und der von ihnen erzeugte Kompost kann gesundheitsschädliche Mikroben enthalten. Vernünftiger wäre die Umwandlung des Biomülls in Energie, doch die Umweltprogramme der Behörden sehen diese Alternative nur teilweise. Das Gesundheitsministerium klagt über Halsstarrigkeit des Umweltministerium, welches am Kompostgedanke festhält.

Lieben Sie Brahms? Und Kohlenberg? - Brahms kennt ja jeder, aber Oliver Kohlenberg kennen erst wenige. Viele Leser der Helsingin Sanomat haben gestern diesen Namen zum allerersten Mal gelesen. Es handelt sich um einen deutschstämmigen Komponisten, der seit 1977 in Finnland wohnt, an der Sibelius-Akademie studiert hat und in Oulu am Konservatorium unterrichtet. Danaben hat er schon vier Symphonien und vier große Opern geschaffen, die meisten darunter noch unaufgeführt. Am Donnerstag war in Oulu die Dritte von Brahms und die Vierte von Kohlenberg zu hören. Das Werk dauert über eine Stunde und enthält ein durchgehendes Flötensolo, ist also eine sinfonia concertante. Der Kritiker von Helsinki Sanomat wurde durch das Werk an das Klavierkonzert von Busoni erinnert und an ähnliche Werke von Henze. Kohlenberg bekennt sich zum Motto von Mahler: die ganze Welt muss in einer Symphonie enthalten sein.

6 Finnen Opfer beim SAS-Crash - Nach inoffiziellen Meldungen waren in der am Montag in Mailand verunglückten SAS-Maschinen sechs finnische Staatsbürger.

Finnair erhöht Preise - Ab Dienstag müssen Inland-Passagiere der Finnair 5 Prozent mehr für ihre Flugkarte blechen. Damit will der blau-weiße Flieger die Terrorismusfolgen ausgleichen.

Täglicher Regen - Wechselnd bewölkt mit Regenschauern, am Mittwoch anhaltende Regenfälle. Tagestemperaturen bis 11 Grad.

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... Nachrichten vom 7. Oktober 2001 aus Finnland ...

Finnland erlaubt Nato-Flüge zu humanitären Zwecken - Am Freitag beschlossen Regierung und außenpolitischer Parlamentsausschuss, Nato-Flugzeugen den finnischen Luftraum zu öffnen. Die Nato hat bisher noch keine Erlaubnis eingeholt. Ob auch militärische Einsätze erlaubt werden sollen, ist noch nicht beschlossen worden.

Lipponen kritisch zu EU-Wettbewerbspolitik - In Gegenwart von EU-Wettbewerbskomissar Monti sprach der Ministerpräsident Finnlands am Freitag auf einem Seminar in Helsinki, dass die kleinen Mitgliedsstaaten gegenüber den Großen ins Hintertreffen geraten, falls die EU-Wettbewerbspraxis weiter geht wie bisher. Den Firmen aus kleinen Mitgliedsländern wie Finnland und Schweden wird es schwer gemacht, international gleichberechtigte Partner zu werden, da sie rascher an die kritische Grenze im Heimatland wachsen als im Falle von Firmen aus großen Ländern. So hatte die EU einige Fusionen wie z.B. die zwischen Volvo und Saab unterbunden.

Mario Monti verteidigte die Praxis mit dem Hinweis, dass sein Amt auch Fusionen in großen Mitgleidsländern und sogar in den USA verhindert habe. Auch die Interessen der Verbraucher müssten gewahrt werden, auch in kleinen Ländern.

Lieben Sie Brahms? Und Kohlenberg? - Brahms kennt ja jeder, aber Oliver Kohlenberg kennen erst wenige. Viele Leser der Helsingin Sanomat haben gestern diesen Namen zum allerersten Mal gelesen. Es handelt sich um einen deutschstämmigen Komponisten, der seit 1977 in Finnland wohnt, an der Sibelius-Akademie studiert hat und in Oulu am Konservatorium unterrichtet. Danaben hat er schon vier Symphonien und vier große Opern geschaffen, die meisten darunter noch unaufgeführt. Am Donnerstag war in Oulu die Dritte von Brahms und die Vierte von Kohlenberg zu hören. Das Werk dauert über eine Stunde und enthält ein durchgehendes Flötensolo, ist also eine sinfonia concertante. Der Kritiker von Helsinki Sanomat wurde durch das Werk an das Klavierkonzert von Busoni erinnert und an ähnliche Werke von Henze. Kohlenberg bekennt sich zum Motto von Mahler: die ganze Welt muss in einer Symphonie enthalten sein.

2 Jahre 10 Monate Gefängnis wegen Steuerbetrug - Ein in Finnland lebender Russe hatte mit dem Computer Kassenquittungen von Ikea gefälscht und insgesamt 120 000 Euro Mehrwertsteuer - Rückerstattung erschwindelt. In Wirklichkeit hatte er nie etwa gekauft und nichts über die Grenze geschafft. Am betreffenden Schalter hatte er immer behauptet, die Ware sei schon verladen. Von Februar 1999 an ein Jahr lang ging alles gut, bis bei Ikea ein neuer Angestellter stutzig wurde und nachforschte. Die Grenzkontrolle hatte der Betrüger mit eigenen Stempeln überlistet.

6000 Männer unter sich - Am Samstag abend fand in der Hartwall Arena in Helsinki das erste Treffen "Stärker als ein Mann" statt. Frauen waren nicht zugelassen. Die 6000 Männer waren also unter sich, und es ging um die Frage: finnischer Mann - was nun? Was wirft ihn um und was hält ihn aufrecht? Das Treffen war von der lutherischen Kirche organisisert. Etwa 90 Prozent der Besucher wirken schon auf Gemeinde-Ebene mit und widmen sich der Männerarbeit.

Finnair erhöht Preise - Ab Dienstag müssen Inland-Passagiere der Finnair 5 Prozent mehr für ihre Flugkarte blechen. Damit will der blau-weiße Flieger die Terrorismusfolgen ausgleichen.

Tendenz regnerisch - Wechselnd bewölkt mit vereinzelten Schauern. Tagestemperaturen bis 11 Grad.

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Schneemenge in kg/qm

... Nachrichten vom 5. Oktober 2001 aus Finnland ...

EU-Antiterrorregeln passen schlecht zu finnischen Rechtslage - Die von der EU-Komission beabsichtigten gemeinsamen Richtlinien zur Verhinderung von Terrortaten und zur Bestrafung von Terroristen wären nur mit Mühe im finnischen Gesetz unterzubringen. Erstens sind die Regeln zu unscharf und zweitens übersteigt die vorgeschlagenen Höchststrafe von 15 bis 20 Jahren die im finnischen Gesetz verankerte Höchststrafe von 12 Jahren. Dass schon die Mitgleidschaft in einer terroristischen Organisation strafbar werden soll, steht auch im Widerspruch zur finnischen Rechtslage, nachder nur die Beteiligung an Straftaten strafbar sein kann.

Bauhaus-Werbung verstößt gegen finnisches Recht - Am Montag erst hatte Bauhaus seine erste finnische Filiale in Vantaa eröffnet, da verbot am Donnerstag der Verbraucherschutzbeauftragte die Bauhaus-Werbung mittels Preisgarantie und verhängte 125 000 Euro Buße im Falle einer Zuwiderhandlung. Nach finnischer Rechtspraxis darf eine Firma wohl Preisvergleiche anführen, Behauptungen jedoch, wonach die eigenen Produkte billiger seien als bei der Konkurrenz, müssen auf Recherchen unabhängiger Instanzen beruhen. Bauhaus dagegen überläßt es den Kunden, die Behauptungen der Werbung auf ihre Richtigkeit zu überprüfen. Auch vor zwei Jahren, nachdem der englisch-norwegische Haushaltswarenhändler Gigant seine Filiale eröffnet hatte, hatte der Verbraucherschutz-Ombudsmann die von Gigant geübte Preisgarantie verboten.

EU gegen Robbenschädenersatz - Die vom finnischen GEsetzgeber geplante Regelung, nach der Fischern jährlich die Schäden ersetzt werden sollen, die von räuberischen Robben herrühren, findet keine Gnade vor der EU-Kommission. Sie sieht darin eine unerlaubte Subvention, da die Robben zur finnischen Natur gehören und es sich deshlab um keine Ausnahmeerscheinung handeln kann. Die Fischer sollen nur einmal entschädigt werden und sich danach den Gegebenheiten anpassen. Die Absicht der Entschädigung war, die Fischer mit den Robben auszusöhnen und damit die Lebensbedingungen der bedrohten Tierart zu sichern.

FBI-Terroristen-Verdächtigenliste im Internet - Die finnische Finanzierungskontroll-Behörde Rata hatte die vom amerikanischen FBI übermittelte Liste mit Angaben zu 370 Personen, die im Verdacht stehen, Kontakt zu den WTC-Terroristen zu haben, irrtümlich ins Internet gestellt und auch verschiedenen Börsenfirmen überlssen. Journalisten, die die Daten überprüften, stellten fest, dass das FBI ziemlich schlecht recherchiert hatte. Auf der Liste waren Telefonnummern u.a. zu Hotels und Krankenhäusern, und eine der telefonisch kontaktierten Personen erzählte, er wisse, auf der Liste zu stehen, doch das FBI habe sich in drei Wochen nicht bei ihm gemeldet. Nach den Ptresseberichten zog die Rata die Liste aus dem Verkehr, doch wird die Angelegenheit noch lange Wellen schlagen, nicht zuletzt im Außenministerium.

Finnair erhöht Preise - Ab Dienstag müssen Passagiere der Finnair 5 Prozent mehr für ihre Flugkarte blechen. Damit will der blau-weiße Flieger die Terrorismusfolgen ausgleichen.

Schönes Wochenende - In Lappland zuerst Schneefall, doch schon morgen Erwärmung. Im Süden heiter, Tagestemperaturen bis 14 Grad.

Wenn Sie das Wetter in Helsinki direkt sehen wollen, klicken Sie hier: Web-Kamera


Schneemenge in kg/qm

... Nachrichten vom 5. Oktober 2001 aus Finnland ...

EU-Antiterrorregeln passen schlecht zu finnischen Rechtslage - Die von der EU-Komission beabsichtigten gemeinsamen Richtlinien zur Verhinderung von Terrortaten und zur Bestrafung von Terroristen wären nur mit Mühe im finnischen Gesetz unterzubringen. Erstens sind die Regeln zu unscharf und zweitens übersteigt die vorgeschlagenen Höchststrafe von 15 bis 20 Jahren die im finnischen Gesetz verankerte Höchststrafe von 12 Jahren. Dass schon die Mitgleidschaft in einer terroristischen Organisation strafbar werden soll, steht auch im Widerspruch zur finnischen Rechtslage, nachder nur die Beteiligung an Straftaten strafbar sein kann.

Bauhaus-Werbung verstößt gegen finnisches Recht - Am Montag erst hatte Bauhaus seine erste finnische Filiale in Vantaa eröffnet, da verbot am Donnerstag der Verbraucherschutzbeauftragte die Bauhaus-Werbung mittels Preisgarantie und verhängte 125 000 Euro Buße im Falle einer Zuwiderhandlung. Nach finnischer Rechtspraxis darf eine Firma wohl Preisvergleiche anführen, Behauptungen jedoch, wonach die eigenen Produkte billiger seien als bei der Konkurrenz, müssen auf Recherchen unabhängiger Instanzen beruhen. Bauhaus dagegen überläßt es den Kunden, die Behauptungen der Werbung auf ihre Richtigkeit zu überprüfen. Auch vor zwei Jahren, nachdem der englisch-norwegische Haushaltswarenhändler Gigant seine Filiale eröffnet hatte, hatte der Verbraucherschutz-Ombudsmann die von Gigant geübte Preisgarantie verboten.

EU gegen Robbenschädenersatz - Die vom finnischen GEsetzgeber geplante Regelung, nach der Fischern jährlich die Schäden ersetzt werden sollen, die von räuberischen Robben herrühren, findet keine Gnade vor der EU-Kommission. Sie sieht darin eine unerlaubte Subvention, da die Robben zur finnischen Natur gehören und es sich deshlab um keine Ausnahmeerscheinung handeln kann. Die Fischer sollen nur einmal entschädigt werden und sich danach den Gegebenheiten anpassen. Die Absicht der Entschädigung war, die Fischer mit den Robben auszusöhnen und damit die Lebensbedingungen der bedrohten Tierart zu sichern.

Finnair erhöht Preise - Ab Dienstag müssen Passagiere der Finnair 5 Prozent mehr für ihre Flugkarte blechen. Damit will der blau-weiße Flieger die Terrorismusfolgen ausgleichen.

Schönes Wochenende - In Lappland zuerst Schneefall, doch schon morgen Erwärmung. Im Süden heiter, Tagestemperaturen bis 14 Grad.

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Schneemenge in kg/qm

... Nachrichten vom 2. Oktober 2001 aus Finnland ...

Lasse mer se fliejen? - Seit Tagen quält finnische Politiker ein Gedanke: was tun, wenn die Amerikaner oder die Nato um Erlaubnis bittet, den finnischen Luftraum zu benutzen bei deren Jagd auf internationale Terroristen? Die meisten vertrauen darauf, dass eine solche Bitte nicht kommen wird. Zumindest der Raum der Ålandinseln ist seit 1921 demilitarisiert durch internationale Verträge, und auch zwischen Finnland und Russland ist vertragt worden, dass Finnlands Luftraum nationale Souveränität genießt.

E-On kauft ein Drittel von Espoon sähkö - Die Stadt Espoo beschloss gegeen den Widerstand der linken Parteien den Verkauf eines Drittels der Aktien der städtischen Elektrizitätswerke an den deutschen Energiekonzern. Die Stadt erlöst aus dem Verkauf rund 160 Millionen Euro. Kritiker des Beschlusses glauben, die Stadt hätte mehr Geld bekommen können, falls sie Konkurrenten von E-ON hätte mitbieten lassen. Espoon sähkö ist eine der größten finnischen Energielieferanten. E-ON soll später Mehrheitsaaktionär werden.

Bauhaus eröffnet ersten Markt in Finnland - Die finnische K-rauta bekommt lang ersehnte Konkurrenz. Jahrelang gab es für finnische Konsumenten nur eine Adresse für den Erwerb von Baumaterial und Werkzeug, nachdem Firmen wie Renlund und Rake in Konkurs gegangen waren. Seit gestern können wir zumindest im Großraum Helsinki zwischen K-rauta und Bauhaus wählen und nachprüfen, ob die deutsche Firma mehr zu bieten hat. Erste Reaktionen lassen darauf schließen, dass bei Bauhaus der Preis stimmt, ob aber auf Kosten der Qualität, bleibt abzuwarten. Der finnische Verbraucher ist ziemlich verwöhnt, was Ergonomie und Design beim Werkzeug betrifft, dagegen ist der deutsche Baumarkt ziemlich konservativ und die Installationen oft erstaunlich unpraktisch aus skandinavischer Perspektive.

Nokia rationalisiert in Salo - Nokia legt die Fertigung von Spezialtelefonen und die Abteilung für Jedermann-Handys im Zweigwerk Salo zusammen und plant, dabei 260 Angestellte einzusparen. Dies ist die erste ernste Rationalisierungsmaßnahme des finnischen Konzerns im Heimatland.

Sampo lässt von Storebrand - Gestern gab der Chef des Finanzkonzerns Sampo, Björn Wahlros, bekannt, dass er das Kaufangebot vom Frühjahr für den norwegischen Versicherungskonzern Storebrand nicht weiter aufrecht erhält. Die größte norwegische Bank DnB hatte partout nicht von ihrer Sperrminorität abgelassen, und infolge der negativen Börsenentwicklung im Sommer hätte Sampo für Storebrand nach heutigem Kurs knapp 1 Milliarde Euro zu viel bezahlen müssen. Der Kurs von Sampo stieg sofort nach Wahlros' Bekanntgabe. Sampo will jedoch weiterhin die norwegische Schadensversicherung if und die schwedische Enskildebank erwerben.

Bruder Elch - Schon am ersten Tag der diesherbstlichen Elchjagd kam es zu einem tragischen Unfall, als ein übereifriger Schütze nicht so genau hinsah und losballerte, als es im Gestrüpp knackte. Das Entsetzen war groß, als statt der vierbeinigen Beute ein Mensch am Boden lag. Der Jäger hatte seinen eigenen Bruder erschossen, der als Treiber agiert hatte.

Wechselnd bewölkt mit Niederschlägen - Die Woche über bleibt es unbeständig. Täglich ist mit Regen zu rechnen, im Norden auch Schnee. Tagestemperaturen von 2 bis 12 Grad.

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