... Nachrichten des Monats November 2001 aus Finnland ...

 

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... Nachrichten vom 28. November 2001 aus Finnland ...

Neue Minister gewählt - Die Fraktion der Sammlungpartei hat am Dienstag über den Nachfolger für den Posten des ausscheidenden Ministers für Verkehr und Kommunikation, Heinonen entschieden. Die Öffentlichkeit wurde überrascht, indem der bisherige Kimmo Sasi auf den freiwerdenden Posten wechselte und zum neuen Außenhandelsminister der 37jährige Jari Vilén aus Lappland gewählt wurde. Dabei entging der neue Parteivorsitzende Itälä nur knapp einer Blamage. Zwar wurde der von ihm vorgschlagene Vilén gewählt, doch erst nach Losziehung, denn in zwei Abstimmungen hatte die Gegenkandidatin Paula Kokkonen die gleiche Anzahl an Stimmen erzielt. Die neuen Minster werden auf Vorschlag des Ministerpräsidenten von der Staatspräsidentin ernannt.


Nokia optimistisch - Auf 380 Millionen Stück schätzt Nokia den diesjährigen Handy-Verkauf weltweit und rechnet mit bis zu 450 Millionen für nächstes Jahr, wovon Nokia sich 40 Prozent erhofft. Dabei würde die Rentabilität stabil bleiben. Trotz dieser Aussagen des Nokia-Direktors Ollila musste die Aktie in New York 7 Prozent Einbuße hinnehmen. Für den Bau neuer Netze sieht Ollila für 2002 kein Wachstum.

Teuer - teurer - GPRS - Eigentlich sollte der neue Mobilstandard eine billige Alternative zum GSM-Gebrauch im Internet werden, und mit WAP-Handys ist dies auch der Fall. Doch wer den drahtlosen GPRS-Transfer in tragbaren Computern einsetzet, muss mit bösen Überraschungen rechnen, wenn die Rechnung präsentiert wird. Für GPRS gilt, dass gegen die Grundgebühr jederzeit Zugang zum Internet besteht und der Benutzer für die übertragene Datenmenge bezahlt. Manche Seiten sind aber so aufgebaut, dass sie sich durch Java-Script-Befehle möglichst oft erneuern, ohne dass der Benutzer etwas davon sieht. Wer auf solchen Seiten für eine Stunde verweilt, ohne jede Benutzeraktivität, muss dafür je nach Betreiber 10 bis 13 Euro bezahlen, denn es wurden 4 Mb Daten gewechselt. Im Prinzip ist die Datenmenge, welche durch Scripte angefordert werden kann, unbegrenzt. Die Betreiber haben damit die Möglichkeit, ihre Kunden gründlich zu schröpfen. (Nach Helsingin Sanomat)

Espoos Jugend wählt elektronisch - Ab Donnerstag können 13 - 20jährige in Espoo wieder ihre eigenen Stadtverordneten wählen. Bei der letzten Wahl blieb die Wahlbeteiligung bei 15 Prozent, doch von der jetzigen Abstimmung erhofft man sich eine höhere Aktivität. Zusätzlich zum gewohnten Ausfüllen von Stimmzetteln in Postämtern können die 21000 Stimmberechtigten auch per Handy oder Epost wählen. Nach Meinung der Jugendlichen ist das größte Hindernis jedoch die mangelnde Bekanntheit der Kandidaten und deren politischen Absichten. Praktisch steht man vor der Alternative, einen kandidierenden Kameraden oder einen völlig Unbekannten zu wählen.

... Nachrichten vom 26. November 2001 aus Finnland ...

EU macht sich unbeliebt bei Bankkunden - Die EU-Kommission sähe es gerne, wenn im ganzen Unionsgebiet einheitliche Taxen für Geldüberweisungen beständen. In der Praxis bedeutet das Gebührenerhöhung für Länder mit effizienten Bankensystemen und Schonzeit für Banken in Ländern mit altmodischen Systemen. Industrieminister Sasi sieht auf finnische Bankkunden Gebührenerhöhungen zukommen, falls das Europäische Parlament die Vorlage gutheißt. In Finnland ist schon seit Jahrzehnten aller Zahlungsverkehr elektronisiert, das letzte Scheckbuch war spätestens in den 90er Jahren in den Reißwolf gefallen. Erhöhte Gebühren würden den finnischen Banken natürlich Geld in die Kassen spülen, um damit ausländische Konkurrenten aufzukaufen. Wann wandert die letzte deutsche Bank in finnischen Besitz? Und was ist mit dem vielbeschworenen Subsidiaritätsprinzip? Wann wird Brüssel aufhören, den Alltag der EU-Bürger zu komplizieren?

Digital-TV in Frage gestellt - Der Aufsichtsratsvorsitzende der öffentlich-rechtlichen Yle, Laukkanen, hat in einem Zeitungsinterview die Zukunft des seit September 2001 auf 12 Kanälen ausgestrahlten finnischen Digi-Fersehens in Frage gestellt und einen Sturm von Entrüstung bei Kollegen und Politikern ausgelöst. Laukkanen meint, wenn bis nächsten Herbst die Zahl der Haushalte mit MHP-fähigen Empfangsgeräten nicht 60000 erreicht, müsse die digitale Sendetätigkeit eingestellt und gegebenenfalls später erneut aufgenommen werden. Zur Zeit haben etwa 10 000 Haushalte die Möglichkeit, die neuen Kanäle zu empfangen, die meisten davon jedoch tun dies mit gemieteten Decodern. Besonders die Politiker der schwedischsprachigen Minderheit sind über Laukkanens Vorpreschen erbost, denn in erster Linie profitieren die 5 Prozent der Bevöälkerung mit schwedischer Muttersprache. Zum gesamtskandinavischen SVT1 haben sie bisher schon ein ganztägiges Radioprogramm und einen Teil der Sendezeit von Yle 1 und 2 zur Verfügung, und seit September einen ganzen Digi-Kanal. Obwohl die Mehrzahl der schwedischsprechenden lieber finnischsprachige Programme verfolgt. Ein teurer Spaß für den Gebührenzahler!

Landleben lockt - Jeder sechste Finne nahe dem Pensionierungsalter möchte seinen Lebensabend auf dem Lande verbringen. Am liebsten in einem Einfamilienhaus in der Nähe einer Stadt. Die akut am Schwund der Aktivbevölkerung leidenden Landkommunen sind von solcher Einwanderungswelle der Grauhaarigen weniger begeistert, denn diese würden die Dienstleistungsfähigkeit der örtlichen Gesundheitsfürsorge völlig aus dem Gleichgewicht bringen. Die Befragung wurde von der Uni Vaasa durchgeführt.

... Nachrichten vom 23. November 2001 aus Finnland ...

Bilderbuchwinter! - Nach all dem Gerede vom Treibhauseffekt und globaler Erwärmung überrascht uns dieser Herbst mit langentbehrten Winterfreuden. Während im vergangenen Winter die Hotelbesitzer der Wintersportzentren im Januar das Handtuch werfen und ihre Bediensteten nach Hause schicken mussten, ist die laufende Saison seit Anfang an vielversprechend. Meine neueste Kreation, das Wintersportportal Finnland - Schneeland unter www.schneeland.com hätte sich witterungsmäßig keinen besseren Start wünschen können (wenn man davon absieht, dass die Browser vom Typ IE 5.5 und älter anfangs Schwierigkeiten mit dem Design hatten - bei Microsoft wird auch nur mit Wasser gekocht, und oft kochen die sich ihr ganz spezielles Süppchen!). Nun heißt es die Skier aus dem Keller geholt und neues Wachs darunter geschmiert.

Gnade für Dioxin-Fisch - Die EU-Kommission hat Schweden und Finnland in einer auf 2006 befristeten Übergangszeit Ostseefisch zu fangen und zu verzehren, obwohl der Dioxingehalt über der gesetzlich festgelegten Grenze liegt. In andere EU-Länder dürfen die Heringe jedoch nicht exportiert werden. Auch die Verwendung des Fischs als Viehfutter ist gestattet. Die Kommission gab damit dem Einspruch der Skandinavier recht, welche darauf pochten, dass Finnen und Schweden trotz des Verzehrs von Ostsee-Fisch weniger Dioxin aus der Nahrung erhalten als die Durchschnittseuropäer anderswo, und dass der Ersatz von Fisch durch Fleisch u.a. mehr Nachteile für die Gesundheit der Bürger verursachte als die Dioxinreduzierung wert sei.

Gen für Migräne entdeckt - Bei der Untersuchung von 600 finnischen Familien sind Aarno Palotie und seine Forschungskollegen aud ein Gebiet im genetischen Kode gestoßen, der die Vermutung unterstützt, dass Migräne mit erblicher Veranlagung zu tun hat. 16 Prozent der finnischen Frauen und 6 Prozent der Männer haben die Symptome.

Fun-Bad und Ski-Tunnel in Helsinki City? - Wenn die Pläne Wirkichkeit werden, können Sie bald mitten im Sommer und mitten in Helsinki Ski laufen. In den Granit unterhalb des bekannten Tivoli-Geländes Linnanmäki im Stadtteil Kallio, gut mit der Straßembahn zu erreichen, soll ein Höhlensystem entstehen, welches Platz für ein tropisches Bad und einen gekühlten Tunnel für Sommerloipen bieten soll. Der bestehende Wasserturm soll zum Hotel umfunktioniert werden und den Gästen ungehinderten Panoramablick über die finnische Hauptstadt bieten. Am Donnerstag wurde um Baugenehmigung nachgesucht.

... Nachrichten vom 21. November 2001 aus Finnland ...

Stürme halfen der Forstindustrie - In die Preisverhandlungen der Waldbesitzer mit den holzverbrauchenden Industrien hat der Wettergott eingegriffen, und zwar auf Seite der Fabrikbesitzer. Die beiden Stürme der letzten zwei Wochen haben vielen Waldbesitzern die Entscheidung abgenommen, ob gefällt werden sollte oder lieber noch zuwarten. Genaue Schätzungen stehen noch aus, doch könnten die Sturmschäden 100 Millionen Euro erreichen. Größere Sorge als die Hinhaltetaktik der Waldbesitzer bereitet jedoch den Sägewerken die schwache Schwedenkrone, die den Konkurrenten im Westen das Leben erleichtert und in Finnland für Kurzarbeit sorgt.

Überraschend gute Nachricht vom statistischen Amt - Die Arbeitslosenziffern sind im September überraschend günstig ausgefallen, gegen alle Erwartungen! Im September waren 11000 Finnen weniger ohne Beschäftigung als im Vergleichsmonat 2000, damit sank der Anteil auf 8,3 Prozent.

Ökofelder nicht besser als kunstgedüngte - Einer Untersuchung des Land- und Nahrungswirtschaftlichen Forschungszentrums MTT zufolge sinkt zwar die Belastung der Gewässer mit Phosphor um ein Viertel, wenn der Landwirt auf Düngemittel verzichtet, doch dafür sinkt auch die Ernte. Pro Tonne Erzeugnis ist die Umweltbelastung ungefähr gleich.

Erster Eisbrecher ausgelaufen - Als erster der neun finnischen Eisbrecher hat am Dienstag Otso seinen Dienst begonnen. Am Nordrand des Bottnischen Meerbusens erschweren Eisbildungen schon die Fahrt normaler Frachter. Im Vergleich zum Vorjahr ist der Winter früh dran, damals lagen die Eisbrecher bis März vor Anker. Finnische Eisbrecher

Finnischer Weihnachtsmann virtual - Bei Santa Homepage erreichen Sie den Santa Claus im Internet. Besonders die Japaner sind vom Weihnachtsmannfieber gepackt. Dieses Jahr ist auch ein Santakanal im Internet tätig. Für die Vorweihnachtszeit sind die lappländischen Flugplätze wieder ausgebucht mit Landungen aus Großbritannien, von wo Tausende Familien zum Besuch des Weihnachtsmanns eine Stippvisite machen.

... Nachrichten vom 19. November 2001 aus Finnland ...

Keine Erhöhung der finnischen Entwicklungshilfe - Finanzminister Niinistö war dabei bei der Tagung des IMF, auf dem den Mitgleidsländern die Befolgung der 0,7 Prozent-Regel der Uno ans Herz gelegt worden war. Finnland leistet zur Zeit die Hälfte, also 0,35 Prozent des Sozialprodukts für Entwicklungshilfe, und Niinistö sieht nirgendwo die fehlenden 500 Millionen Euro, um auf 0,7 Prozent zu kommen. Auch die Gründung einer neuen Aufsichtbehörde zur Kontrolle von Terrorfinanzierung, die vom IMF empfohlen wird, lehnt der Finanzminister rundweg ab. Dagegen würde zur Zeit die Zusammenwirkung bestehender Aufsichtsbehörden verstärkt.

Russland: Kein Kernreaktor nach Nordkarelien - Die Behörden der Karelischen Republik bestreiten Meldungen in der finnischen Presse, wonach im Raum Tiiksa, etwa 100 km östlich von Kuhmo, die Errichtung eines Atomkraftwerks geplant sei. In den 1980er Jahren war ein 6000 MW-Kraftwerk für die Region in der Planung, doch sei man davon abgekommen. Zur Zeit sei nur ein Kraftwerk für den Raum Archangelsk im Gespräch. Russland will in den nächsten zehn Jahren 10 neue Kernkraftwerke errichten.

Ich hab noch eine Urne in Helsinki... - Die Verwaltung der Friedhöfe will durch neue Vorschriften der Entwicklung entgegentreten, dass immer mehr Leute die Asche verstorbener Angehöriger mitnehmen, wenn sie an andere Orte umziehen. In Finnland ist es Brauch, wenigstens am Heiligen Abend eine Kerze zum Grab der Eltern zu bringen, doch viele scheuen die lange Reise. Grundsätzlich werden Grabstätten nur einmal zugewiesen, doch zur Zeit kann jede Gemeinde selbst über Verlegungsanträge entscheiden. Nunmehr soll die Entscheidungbefugnis an die Provinzverwaltung überwiesen werden.

Nach dem Zerfall der Sowjetunion haben die Finnen die Skelette Hunderter von Kriegsgefallenen aus den überwucherten Schützengräben und Bunkern der Karelischen Fronten 1939-44 nach finnischen Heldenfriedhöfen überführt. Doch was für Gefallene gutgeheißen wurde, soll nun für Zivilisten erschwert werden.

... Nachrichten vom 16. November 2001 aus Finnland ...

Arbeitsminister: 50 000 werden arbeitslos 2002 - Vor einer Woche hatte das Finanzministerium vorgerechnet, dass die Konjunkturschwäche die Arbeitslosigkeit um fünftausend erhöhen würde. Nunmehr gab das Arbeitsministerium bekannt, dass mit der zehnfachen Zahl zu rechnen sei. Die Arbeitsministerin ist Sozialdemokratin, der Finanzminister von der rechten Sammlungspartei.

Stützmaßnahmen ohne Erfolg? - Das Arbeitsministerium hat nachprüfen lassen, ob die öffentlich subventionierte Arbeitsplatzbeschaffung ihren Zweck erfüllt. Die Antwort lautet nein. Die Arbeitssuchenden, die mit den Programmen vorübergehend beschäftigt werden, haben danch kaum bessere Chancen, eine unsubventionierte Stelle zu finden als normale Arbeitslose. Nur im privaten Sektor haben die Programme etwas zuwege gebracht. Die Arbeitsministerin Filatov weist darauf hin, dass der Zweck der Subventionen vor allem sei, der Verdrängung von Arbeitslosen aus dem Berufsalltag entgegenzutreten.

Parlament stellt Bedingungen an Kemira-Dynea-Fusion - Die Regierung hatte die Fusion schon abgesegnet, doch die Volksvertreter stellten sich quer. Der zu reichlich 50 Prozent vom Staat kontrollierte Chemiekonzern Kemira soll nur dann mit der schwedischen Dynea zusammengelegt werden, wenn garantiert wird, dass die Düngemitteleinheit Kemira Agro bestehen bleibt. Absicht der Fusionäre ist, die Düngemittelfabriken sowie die Farbwerke Tikkurila und die Titandioxid-Sparte zu veräußern. Die Belegschaft fürchtet um ihre Arbeitsplätze, und viele Abgeordnete der Regierungsparteien bezweifeln die Solidität des Fusionspartners Industrie Kapital. Industrieministerin Mönkäre kämpft weiterhin für die Fusion.

Reidar Palmgren bester Literatur-Neuling - Den von Helsingin Sanomat vergebenen Preis von 12 500 Euro für das beste Literatur-Debüt geht dieses Jahr an Reidar Palmgren. Sein Roman "Jalat edellä" (Mit den Füßen zuerst) erschien im März und war ein großer Verkauferfolg. Palmgren arbeitet als freier Schauspieler. Sein Roman wird als hervorragend aufgebaut bezeichnet und sowohl lustig als tragisch empfunden.

Finnland und Japan gemeinsam in 3G-Zukunft - Der für Technik und Kommunikation zuständige Verkehrsminister Heinonen hat mit seinem japanischen Amtskollegen Katajama ein Kommuniqué über die Zusammenarbeit der beiden Länder bei der Entwicklung und Nutzung der 3G-Technik veröffentlicht. Die Länder wollen dafür sorgen, dass für die Zusammenarbeit der betreffenden Unternehmen gute Voraussetzungen geschafften werden. Auf der Comdex zu Wochenbeginn hatten u.a. Nokia und NTT DoCoMo sich auf gemeinsame Standards geeinigt.

... Nachrichten vom 14. November 2001 aus Finnland ...

Neue Rentengrenzen beschlossen - Nach langwierigen Verhandlungen haben sich die Arbeitsmarktorganisationen auf einen Kompromiss geeinigt. Bis 2008 gilt eine Übergangsregelung, danach soll ein noch zu beschließendes neues Modell in Kraft treten. In der Hauptsache erhöht sich das Pensionsalter, die Grenze für Frührente wird von 56 auf 58 angehoben und das normale Pensionierungsalter auf 62 bis 68 Jahre angehoben (jetzt 60 bis 65). Auch Arbeitsverhältnisse von unter 2 Wochen Dauer werden fortan auf die REnte angerechnet und schon 18jährige werden versicherungspflichtig.

Die Post will Stellen streichen - Maximal 250 Postler sollen eingespart werden. Die Verhandlungen mit der Belegschaft begannen am Montag. Die Post begründet die Einsparungszwänge mit den Auswirkungen der Trennung von der einstigen Leonia-Bank, der früheren Postbank. Bis vor einem Jahr konnten Postkunden gleichzeitig ihre Bankangelegenheiten abwickeln. Das Briefaufkommen stagniert und die Pensionskasse braucht mehr Geld.

Gewinneinbruch bei SanomaWSOY - Nur noch 45 Millionen Euro Gewinn machte der Medienkonzern im Zeitraum Januar-September 2001. Im Vorjahrszeitraum waren es noch 113 Millionen gewesen. Grund für die Entwicklung: Rückgang bei Werbeaufträgen. Der Umsatz stieg noch um 4 Prozent auf 1077 Millionen.

UPM schenkt 500 ha Waldgebiet dem Staat - Der finnische Papierriese UPM hat beschlossen, ein Wildmarkgebiet in Valkeala (Südost-Finnland) dem Staat zu schenken, um die Errichtung eines Naturschutzgebietes zu ermöglichen. Zusätzlich ist der Konzern bereit, 1200 ha angrenzende Gebiete zur Schutzzone zu erklären. Zum Gebiet gehören zahlreiche Gewässer, schutzwürdige Wälder und Biotope. Insgesamt wird der Staat an Ort und Stelle 1700 ha besitzen.

Nokia initierte Allianz für offene 3G-Standards - Auf Initiative von Nokia haben sich die wichtigsten Akteure der drahtlosen Branche auf Zusammenarbeit bei der Schaffung offener Standards für die Dritte Generation bei Mobiltelefonen geeinigt. Mit von der Partie sind Motorola und AT&T (USA), NTT DoCoMo und Sony (Japan) sowie Ericsson und Siemens. Nicht dabei: Microsoft! Wird damit dem Riesen aus Seattle der Weg zur Mobildominanz versperrt? Nokia gab gleichzeitig auf der Comdex in Las Vegas bekannt, ihre Techniken lizensieren zu wollen.

Polizei ermittelt wegen Korruptionsverdachts - Am Dienstag verhörte die Polizei zahlreiche Beamten der städtischen Immobilienverwaltung in Helsinki. Es besteht der Verdacht, dass Amtsinhaber bei der Vergabe von Instandhaltungsarbeiten einen Unternehmer aus Salo und dessen Firmen bevorzugt haben. Obwohl der Unternehmer bekannt ist für zahlreiche Firmengründungen, die wegen Steuerschuld Konkurs machten, hatte er immer wieder lukrative Aufträge bekommen und dafür überzogene Preise berechnen können.

Finnland gilt als das am wenigsten korruptierte Land der Welt, doch ganz unbekannt ist die Annahme von Schmiergeldern auch in Helsinki keineswegs. Der bekannteste Fall stammt aus dem Bau der U-Bahn Anfang der 1980er Jahre, als Siemens Posteninhaber schmierte, um Aufträge zu erhalten.

Vergleich: Helsinkis öfentlicher Verkehr zuverlässigster - Acht europäische Großstädte waren dabei, als einheitlich deren öffentlicher Verkehr unter die Lupe genommen wurde. Am zufriedensten waren die Einwohner Barcelonas mit ihren Diensten, Helsinki war zweiter und Wien dritter. Die schlechter abgeschnittenen Städte wurden in der Studie aus Pietätsgründen nicht genannt. Die Busse und Bahnen von Helsinki waren Spitze in der Zuverlässigkeit, doch bei der Dienstfreudigkeit des Personals und bei Bekanntmachungen von Störungen sah es nicht so gut aus.

... Nachrichten vom 11. November 2001 aus Finnland ...

Nicht alles zum Besten bei Minderheiten - Obwohl Finnland mit seiner Zweisprachlichkeitspolitik oft als Vorbild für die Behandlung von Minderheiten erwähnt wird, hat der Europäische Rat die Behandlung anderer Minderheiten in Finnland gerügt. Vor allem die Roma und Russen würden immer noch benachteiligt. Seit dem Zerfall der Sowjetunion ist die Zahl der russischsprachigen auf nunmehr 30 000 angewachsen, doch ist diese Gruppe zur Zeit ohne ausreichende Informationsquellen. Finnland müsse den Anteil der russischsprachigen Radio- und Fernsehsendungen steigern. Bei den Roma lässt sich die Schlechterstellung am geringen Durchschnittseinkommen, schlechten Wohnverhältnissen und an der schlechteren Schulbildung dieser Gruppe messen, und immer noch gibt es Restaurants, die keine Roma einlassen. Die Frage des Eigentums am Land ihrer Vorfahren ist bei den Sami in Lappland immer noch nicht gelöst, stellte der Ministerausschuss des Europäischen Rats in seiner Verlautbarung fest. Auch finnischsprachige Bürger sind Opfer von Benachteiligung, und zwar in Åland, wo deren Kinder keinen Unterricht in ihrer Muttersprache erhalten können.

Arbeitslosigkeit droht erneut - 10 Jahre ist es her, als die Arbeitslosigkeit in Finnland binnen zwei Jahren von 3 Prozent auf knapp unter 20 Prozent schnellte. Seitdem ist es gelungen, die Zahl der unbeschäftigten Arbeitssuchenden auf unter 10 Prozent zu drücken, doch die Zukunft sieht düster aus. Finanzminister Niinistö vertraut auf die Binnennachfrage und die schon beschlossenen Steuernachlässe, doch bei den Sozialdemokraten lässt sich der Ruf nach Ankurbelungsmaßnahmen für die Wirtschaft nicht mehr überhören. Vorsichtigen Schätzungen zufolge wird 2002 die Arbeitslosenziffer von 9,2 auf 9,4 Prozent steigen, doch scheint es sich dabei um Zweckoptimismus zu handeln. Viel hängt davon ab, wie Nokia die Krise bei der drahtlosen Komunikation überstehen wird.

Ein Blick ins Portmonnai - Alle Jahre wieder: wer waren die reichsten Finnen des vergangenen Jahres? Die Medien haben jeden November den Einblick in die Daten der Finanzämter, und danach wird aus den Zahlen der Stoff für Schlagzeilen: Soviel verdienten die Prominenten. Die bestverdienenden Finnen des Jahres 2000 waren: 1. Athos Erkko, Besitzer des Medienkonzerns Sanomat-WSOY, versteuertes Einkommen ca. 220 Millionen Euro, 2. Risto Siilasmaa, Gründer von F-Secure, 125 Millionen, 3. Seppo Parhankangas, Aktienbesitzer (Name nie vorher gehört!), 110 Millionen. Die Liste der Gehaltsempfänger wird von Jorma Ollila, Generaldirektor von Nokia, mit 50 Millionen Euro angeführt.

... Nachrichten vom 8. November 2001 aus Finnland ...

Lipponen sauer auf die "Großen" - Der Alleingang der großen EU-Länder im Zusammenhang mit dem Dinner bei Blair ist von Ministerpräsident Lipponen als "eigenartig" charaktisiert worden. Er wies darauf hin, dass bei den Gesprächen in London auch die Koordinierung der humanitären Hilfe der EU für Afganistan berührt wurde und dabei auch "wir" hätten dabei sein wollen. Heute wird Österreichs Schüssel den Protest der kleinen EU-Länder gegen Alleingänge der Großen in Brüssel vortragen. Lipponen und Schüssel hatten die Aktion vereinbart.

Vielen finnischen Bürgern wird es nur recht sein, falls sich einige EU-Länder auf eigene Verantwortung in den Afganistan-Schlamassel hereinziehen lassen ohne Gesamtverantwortung der EU.

Parlament bewilligt Sonera-Stütze - Mit großer Mehrheit stimmten die Abgeordneten dem Plan der Regierung zu, in die krisengeschüttelte Sonera 500 Millionen Euro zu investieren. Gleichzeitig ließ sich der für Sonera bisher verantwortliche Verkehrsminister Heinonen (Sammlungspartei) zum Fernseh-Direktor der öffentliche-rechtlichen Rundfunkgesellschaft Yle wählen.

Sonera verkaufte gestern ihren Nummerndienst an 3i. Für die Einheit erlöst die verschuldete Sonera 125 Millionen Euro. Mit dem Dienst wechseln etwa 950 Beschäftigte ihren Arbeitgeber. Die unter der Telefonnummer 118 Auskunft gebenden Dienste waren durchweg profitabel.

Marimekko im Aufwind - Das Flaggschiff der finnischen Textil- und Design-Industrie hat im Jahre 2001 bisher 29 Prozent Zuwachs beim Umsatz und etwa 20 Prozent beim Gewinn erzielt. Der Umsatz betrug bisher etwa 30 Millionen Euro. Neben den neuen Kreationen haben sich vor allem die anlässlich der 50-Jahrsfeier neu aufgelegten Stoffmuster aus den 50er und 60er Jahren als Verkaufsschlager erwiesen.

Schutzpolizei führt KGB-Methoden ein - Heute wurden in der Presse Pläne der finnischen geheimen Polizei Supo bekannt, dass sie vorhat, nicht existierenden Personen Scheinidentitäten zu verschaffen. Mit solchen Legenden soll die Ermittlung gegen und die Infiltration von Verbrecherorganisationen erleichtert werden. Bei dieser Tätigkeit kann die Supo sich ein Beispiel am sowjetischen KGB nehmen, dem es gelang, durch Fälschung finnische Bürger mit echten Papieren zu kreieren und diese in Finnland und in der Welt für sich arbeiten zu lassen. Während des Krieges hatten die Russen viele finnische Kirchenbücher erbeutet und mit deren Hilfe die Ausstellung von Taufscheinen für ihre Agenten ermöglicht. Die Supo hatte in den letzten Jahrzehnten viel zu tun, um diese Scheinexistenzen aufzuspüren.

Der Gesetzgeber hat schon Anfang des Jahres den Weg freigemacht für solche Operationen. Es ist vorgeschrieben, dass nach Abschluss der Ermittlungen die Scheinexistenzen aus den Registern gelöscht werden.

... Nachrichten vom 6. November 2001 aus Finnland ...

Niinistö bleibt Finanzminister - Nach langer Bedenkzeit gab Sauli Niinistö gestern bekannt, er wolle doch nicht für einen Direktorposten in der Bank von Finnland kandidieren, weil er vermutlich dort keine ihn befriedigende Aufgaben bekäme und die Ernennung von verdienten Politikern in solche Ämter grundsätzlich von ihm abgelehnt würde. Als Kandidaten gelten nun Esko Aho (Zentrum) und Ilkka Kanerva (Sammlung).

Haindl-Kauf in Gefahr - Der im Mai angeküdigte Kauf des deutschen Papierherstellers Haindl durch die finnische UPM könnte am Widerstand der Großkunden scheitern, die eine marktbeherrschende Stellung der vereinigten Papierfabriken fürchten. Die EU scheint an den Kauf Bedingungen zu knüpfen, welche UPM ablehnt.

Beurlaubung bei Primatel - Die Sonera-Tochter Primatel will 1600 Beschäftigte für jeweils 2 Wochen beurlauben. Primatel installiert Telefonnetze für Sonera und will mit den Beurlaubungen ein Auftragstief überbrücken.

Petersburger Giftkippen werden saniert - Die bei Krasnij Bor befindlichen Giftmülldeponien sollen nun gesichert werden und Finnland wird etwa 1 Million Euro zuschießen. Die auf dem Gelände befindlichen Teiche, in welche die lokalen Industriebetriebe ihre giftigen Abwässer und Altöl leiten. drohne überzulaufen und die Ostsee weiter zu verpesten.

Schlangen im Russland-Verkehr - Wieder einmal haben die russischen Zollbeamten ihr Gaudi und verursachen bis zu 14 km lange Staus and den Grenzübergängen. Seit einer Woche sollen die LKWs mit Fracht für Russland neue Lizenzen vorweisen, die allerdings nur in Moskau ausgestellt werden und von denen niemand vorher unterrichtet wurde. Dies ist nur die neueste Variante in einer Reihe von Schikanen, die überraschend begonnen und meistens bald stillschweigend eingestellt werden, doch dieses Mal sind die Spediteure besonders betroffen. Der Vorsitzende der betreffenden Gewerkschaft fordert Gegenmaßnahmen und die Blockierung der Grenze für russische Exporteure. Besonders erbittert sind die Brummies, weil die neuen Zollämter der Russen von Finnland finanziert wurden.

Benzin durch Briefkartenschlitz - In Kerimäki bei Savonlinna goß am Samstag abend ein Mann Benzin durch den Türschlitz einer Etagenwohnung und entzündete einen explosiosanrtigen Brand. Von den vier Wohnungsinsassen sind drei in kritischen Zustand. Der vermutliche Täter, ein 36 jähriger, stelte sich einen Tag später der Polizei.

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