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... Nachrichten vom März/April 2002 aus Finnland ...

Offiziere gelassen über Nato-Mitgliedschaft - Nur ein knappes Fünftel der finnischen Armeeoffiziere möchte einen schnellen Eintritt Finnlands in die Nato. Etwa zwei Drittel sehen keinen Grund für einen baldigen Beitritt, doch immerhin 62 Prozent wollen, dass die Beitritts-Option offengehalten wird. 26 Prozent der befragten rund 650 Offiziere lehnt einen Nato-Beitritt rundweg ab.


Die Finnair bildet ihre Crews in Selbstverteidigung aus - Immer rabiatere Passagiere auf den Flügen der weißblauen Flotte sind einer der Gründe, warum die Finnair zur Zeit ein Schulungsprogramm für ihre Mannschaften vorbereitet, damit diese sich besser verteidigen können. Auch die anderen europäischen Fluggesellschaften haben solche Pläne. Jährlich gibt es in Finnair-Maschinen 15 bis 20 Zwischenfälle mit physischer Gewalt seitens Passagiere.

Anklage gegen vier Direktoren wegen Bestechung - Vier Spitzenkräfte des Seefahrtamtes werden beschuldigt, bei der Vermietung von Mehrzweck-Eisbrechern an eine norwegische Firma Schmiergelder angenommen zu haben und ihre Beamten- bzw. Aufsichtspflichten vernachlässigt zu haben.

... Nachrichten vom 23. April 2002 aus Finnland ...

Mehr Experten zur Ahtisaari-Gruppe - Die Uno-Untersuchungsgruppe unter Leitung von Martti Ahtisaari wird durch bekannte Experten ergänzt. Eine davon ist Helena Ranta, die schon bei den Nachforschungen in Kosovo im Dorf Racak die forensischen Untersuchungen geleitet hatte.


PTA bankrott - Die traditionsreiche Bekleidungsfirma PTA, die früher einmal 600 Beschäftigte hatte, hat Konkurs gemacht. Letztes Jahr war der Umsatz um 15 Prozent zurückgegangen, doch gleichzeitig hatte die Zentrale in Kuopio teure Investitionen in Schweden und Finnland getätigt. Während eine Bekleidungskette nach der anderen aus Schweden erfolgreich den finnischen Markt aufrollt (KappAhl, H&M, Lindex) bleibt der schwedische Markt für finnische Kleiderfabriken ein Stolperstein.

Sonera verkauft Primatel an YIT - Die Tochterfirma der noch immer hochverschuldeten Sonera wechselt in den Besitz des Baukonzerns YIT. Primatel ist Spezialist für Telefonzentralen und -netze und beschäftigt 1700. YIT übernimmt den gesamten Aktienbestand im Wert von 42 Millionen Euro minus Schulden.

Marimekko-Fernsehr aus Turku für den deutschen Markt - Das Finnland-Freuden seit bald 40 Jahren vertraute Mohnblumenmuster der Marimekko-Stoffe wird eine neue Modellreihe von Turun TV-Tehdas zieren, dessen Markennamen ASA, Finlux, Luxor und Salora sind. Der Hersteller rechnet mit großen Bestellungen der deutschen Handelsketten. Auch mit brandgeschützen Geräten und Digi-Empfängern rechnen sich die Turkuer gute Chancen aus.

Wertpapiernotierungen:

Akrylamid aus der Pfanne - Schwedischen Forschungsberichten zufolge bildet sich beim Braten von stärkehaltigen Nahrungsmitteln wie Kartoffeln karzinogenes Akrylamid. Je höher die Temperatur desto mehr. Als Toleranzgrenze gilt 1 Mikrogramm/kg täglich, doch in Pommes Frites und Kartoffelchips sind sogar Konzentration von 1 ppm gemessen worden. Ein Erwachsener dürfte davon nur 60 g essen, ohne den Grenzwert zu überschreiten. Nach der Veröffentlichung der Nachricht fielen die Aktiennotierungen der finnischen Kartoffelchiphersteller.

"Der Mann ohne Vergangenheit" von Aki Kaurismäki nach Cannes - Der neueste Spielfilm aus der Werkstatt Kaurismäki tritt in der Wettbewebsserie beim Filmfestival in Cannes an und kämpft mit 21 anderen Filmen um die Goldene Palme. Finnische Premiere war am 1. März. Meine Kritik finden Sie unter "Film".

Kripochef wegen Trunkenheit am Steuer entlassen - Der Chef der Helsinkier Polizei hat die Entlassung des Chefs der Kriminalpolizei Hämäläinen verfügt. Der mit 1,12 Promille am Ostersonntag in die Razzia gefahrende Hämäläinen sei in seiner bisherigen Position nicht tragbar. Dem Gefeuerten steht die Bewerbung in andere Beamtenpositionen offen, die keine so hohen Anforderungen an vorbildliches Verhalten stellen.

Nun doch ohne Visum nach Wiborg! - Schon im Herbst kündigten die russischen Behörden an, es sei zu Ende mit den visumfreien "Butter"-Fahrten von Lappeenranta nach Wiborg durch den Saimaa-Kanal (die Leute holen alles andere als Butter von dort). Den ganzen Winter sah es düster aus für den Tourismus auf dem Kanal, denn ein Visum kostet 25 Euro. Nun heißt es plötzlich, das billige Vergnügen könne weitergehen. Zwar ist visumfreier Grenzverkehr weiter bei den Russen tabu, doch sie haben eine Verfügung aus dem Jahre 1963 hervorgekramt, (als Breschnew Chrustschow stüzte). Darin heißt es, Reisende brauchen kein Visum, wenn sie mittels Schiff den Kanal befahren und Hin-und-Rückfahrt mit dem selben Fahrzeug machen, darin übernachten und höchstens 48 Stunden in Russland bleiben. Es lebe die weite russische Seele!

Lapplands Ski-Saison endet vorzeitig - Schwere Regenfälle in den letzten Tagen haben wahrscheinlich zur Folge, dass die Skizentren im Norden ihre Tätigkeit ein bis zwei Wochen früher als beabsichtigt einstellen müssen. Normalerweise endet die Saison frühestens mit dem 1. Mai, doch oft ist der Muttertag noch einträglich für die Unternehmer.

Am Ylläs-Tunturi oberhalb von Äkäslompolo kam in der Nacht zum Freitag die Wasser-Schnee-Gemenge lavinenartig ins Rutschen und riß das beliebte Jokeri-Liftkaffee rund 40 m den Abhang hinunter. Glücklicherweise waren keine Menschen in der Nähe.

Die Finnland-Schiffe der letzten hundert Jahre - Ausstellung im Jugend-Saal (Pohjois-Esplanadi 19) bis 2.6.02. Eintritt frei. Vom ersten Passagierschiff "Express" von 1877 bis zu den eleganten Fahrzeugen des Olympiajahrs 1952 und darüber hinaus sind die Modelle der wichtigsten Schiffe ausgestellt. Zusätzlich viel Information zur Geschichte des Schiffbaus in Finnland bis zu den modernsten Techniken. Ein Muss für alle Liebhaber der Ostsee.

... Nachrichten vom 23. April 2002 aus Finnland ...

Ex-Staatspräsident Ahtisaari untersucht Dschemin-Lager - Koffi Annan ernannte Ahtisaari zum Leiter einer Uno-Delegation, die untersuchen soll, was in dem Palästinenserlager während der israelischen Okkupation der letzten zwei Wochen vorgefallen ist. Ahtisaari hatte 1999 erfolgreich in Belgrad vermittelt und Milosowitsch zum Einlenken gegenüber den Nato-Forderungen bewegt. Vor seiner Wahl zum Staatspräsidenten hatte "Mara", wie die Finnen seinen Vornamen Martti verkürzen, als UN-Unterhändler Namibia in die Selbständigkeit gelotst.

Norwegen will Raketen-Versuchsgelände am Nordkapp - In Nord-Norwegen bei Halkavarre will das norwegische Verteidigungsministerium ein Versuchsgelände einrichten, um eigene NSM-Raketen zu testen. Auch die anderen Natoländer sollen Zugang zu den Einrichtungen bekommen, denn in Europa gibt es bisher kein Gelände, wo Meer-Land-Raketen getestet werden können. Die Testraketen sollen ohne Sprengsatz aus dem Fjord östlich des Nordkapps abgefeuert werden. Das Zielgebiet liegt zu beiden Seiten der Straße, die von Lakselv nach Karigasniemi an der finnischen Grenze führt.


Russische Drogenabhängige nach Petersburg zur Entwöhnung - Besonders in der Region Helsinki wohnen viele junge Russen, die seit Jahren von Heroin und anderen Drogen abhängig sind. Die betroffenen Familien schicken die betroffenen Jugendlichen lieber nach St. Petersburg ins dortige Entwöhnungszentrum statt finnische Einrichtungen in Anspruch zu nehmen. In Russland wird normalerweise rein medikamentös entwöhnt, während in Finnland zusätzlich sozial therapiert wird. Doch den oft sprachunkundigen Russen ist das finnische System nicht geheuer, wo nach der Entwöhnung in Gesprächen die Gründe für die Drogensucht aufgedeckt und behoben werden sollen. Einerseits fürchten die Russen, des Landes verwiesen zu werden, andererseits wissen sie, dass sie von finnischen Patienten und Pflegern oft als "Ryssä" beschimpft und behandelt werden. "Ryssä" ist in Finnland das, was "Boche" in Frankreich, also die verächtliche Bezeichnung für den Erzfeind aus dem Osten.

Finnisches Drogengeld fließt in die Gemeinschaftskasse der estnischen Mafia - Das Drogengeschäft ist seit einigen Jahren fest in der Hand der estnisch-russischen Schmuggel- und Vertriebringe. Die Euros aus Finnland werden nach Brauch der russischen Unterwelt in Gemeinschaftskassen verwaltet. Die Kassen sorgen dafür, dass Mitglieder auch in schweren Zeiten über die Runden kommen und bezahlen die Anwälte in Drogen-Prozessen.

... Nachrichten vom 20. April 2002 aus Finnland ...

Präsidentin Halonen besorgt über Frauenhandel - Wegen des starken Gefälles im Lebensstandard zwischen Finnland und Russland ist das Problem noch lange akut. Halonen erinnerte in einer Rede in Helsinki daran, dass zwar innerhalb der EU Prostituierte das Recht haben, in allen Ländern zu arbeiten, dass aber nationale Vorschriften dies einschränken dürfen. In dieser Beziehung solle Finnland seine Wahl treffen. Schweden habe mit seinem Verbot betreffend des Kaufs von Prostituierten die Anwendung der EU-Freizügigkeit für Prostitution verhindert. Prostitution sei weder Arbeit noch Beruf, machte Halonen ihren Standpunkt klar.

Lipponen neuer Kekkonen? - Die Kandidaten für den Vorsitz der Zentrums-Partei streiten sich neuerdings groteskerweise über die Frage, ob nach einem Wahlsieg des Zentrums der Vorsitzende der Sozialdemokraten und amtierende Ministerpräsident Lipponen auch eine Koalitionsregierung mit dem Zentrum führen könne. Diese Möglichkeit brachte Matti Vanhanen ins Gespräch, wurde aber von seinen Konkurrenten schroff abgewiesen. Die nagende Furcht des Zentrums, nach der Wahl im März wieder in die Opposition abgedrängt zu werden, weil die SDP es lieber mit der Sammlungspartei hält, wird immer deutlicher.


Nokia-Chef Ollila: In der Weltwirtschaft viele Unsicherheitsfaktoren - "Wenn man unseren Markt betrachtet, so ist die Belebung der Weltwirtschaft langsamer als es die meisten Ekonomen zur Zeit einschätzen", sagte der Generaldirektor am Donnerstag in einem Interview mit Helsingin Sanomat. Nokia sieht die Entwicklung in düstererem Licht als z.B. der IMF. Die Verbraucher seien heute in den meisten Ländern sehr vorsichtig. Nokia senkte in ihrem Quartals-Ausblick die Verkaufszahlerwartungen der Handy-Branche auf 400 bis 420 Millionen Stück jährlich. Trotz des Umsatzrückgangs im ersten Quartal bleibt das Geschäft für Nokia rentabel. Auch die Fertigungsmängel beim 8210-Modell seien behoben. Nach der Veröffentlichung des Raports fiel die Nokia-Aktie um 14 Prozent.

Wertpapiernotierungen:

Deutsche Welse und russische Störe in Finnland ausgesetzt - An der Ostgrenze, in einer neuen Fischzuchtanlage bei Imatra schwimmen, in Finnland zum ersten Mal seit über hundert Jahren wieder Welse. Diese gehörten zur normalen Wasserfauna bis zu ihrer Ausrottung im 19. Jahrhundert. Die aus Russland importierten Stör-Setzlinge dagegen sind nie hier heimisch gewesen. In der Folge soll geklärt werden, ob die beiden Fischarten auch außerhalb der Zuchtbecken ausgesetzt werden können. Zwar würden Berufs- und Sportangler gerne auch Welse und Störe angeln, doch wie würden sich die Neuankömmlinge auf die vorhandenen Arten auswirken? Doch demnächst auf alle Fälle Kaviar "Produce of Finland"!

Stadion Helsinki: Dach oder doch kein Dach? - Was hat die finnische Delegation in Nairobi und vorher der IFAF versprochen? Darüber gibt es schon viele Versionen. Hat Helsinki sich verpflichtet, das Stadion für die Leichtathletik-WM 2005 zu überdachen oder wurde nur von Plänen gesprochen? Auf jeden Fall war in den Prospekten an verschiedenen Stellen das Stadions mit Glasdach abgebildet, als sei das Dach schon vorhanden. In Wirklichkeit ist ja nur die Haupttribüne überdacht. Vielen graust vor dem Gedanken, beim herrschenden Geldmangel gleichzeitig etwa Zweigstellen der Stadtbücherei zu schließen, bei Gesundheitseinrichtungen und Kindertagesstätten zu sparen und auf der anderen Seite zwischen 6 und 20 Millionen Euro dem Moloch Spitzensport zu opfern. Die größte Fraktion im Rathaus, die rechte Sammlungspartei ist sich einig: das Stadiondach ist Zukunftsinvestition, die WM bringt der Stadt viel Geld und das Dach verringert künftige Reparaturkosten. Doch auch das öffentlich-rechtliche Fernsehen Yle hat Sorgen mit der WM: unerwartete Kosten von 6 Millionen Euro für die Produktion der WM-Sendungen. Der Generaldirektor von Yle, Wessberg, gab schon zu vestehen, dass die Anstalt kein Geld hat für beides: Leichtathletik-WM UND das geplante Haus der Musik.

Doping-Vorermittlung abgeschlossen - Die Kripo hat die Akten ihrer Ermittlungen im Dopingfall von Lahti 2001 abgeschlossen: über 3000 Seiten. Vorerst sind die Dokumente noch geheim, doch in den vergangen Monaten sind immer wieder Einzelheiten an die Öffentlichkeit gesickert. So werden angeblich drei Funktionäre des Skiverbandes verdächtigt, bei früheren Doping-Skandalen Falschaussagen gemacht zu haben. Der Haupttrainer der Nordischen Skimannschaft: Kyrö, soll jahrelang vor dem Skandal von Lahti Epo-Hormone aus Holland nach Finnland geschmuggelt haben. Am Freitag beschloss der Skiverband, das die Dopingsünder von Lahti nicht zur WM in Val di Fiemme an den Start dürfen.


... Nachrichten vom 17. April 2002 aus Finnland ...

Bedenken beim neuen Ordnungsgesetz - Die vom Innenministerium vorbereitete Novelle zum Gesetz über öffentliche Ordnung soll in einigen Stellen gegen die Grundrechte verstoßen. Bisher hatte jede Gemeinde ihre eigenen Vorschriften, und Verstöße dagegen waren Kavaliersdelikte. Das neue Gesetz soll den Vorschriften mehr Nachdruck verleihen. Doch das Parlament will viele Stellen geändert haben. Problematisch ist vor allem, dass Vollmachten der Polizei auf private Wachmannschaften in bestimmten Gebieten wie zum Beispiel Einkaufszentren übertragen werden sollen.

Maut für Freizeitfahrer? - Der Parlamentsabgeordnete der Grünen aus Oulu, Erkki Pulliainen, ist mit einem Vorschlag an die Öffentlichkeit getreten, der viel Gemüter erhitzt. Ausgenommen für Arbeitsreisen sollen die finnischen Autobahnen gebührenpflichtig werden. Es können nicht länger Aufgabe des Staates sein, teure Hochgeschwindigkeitstrassen für Freizeitfahrer zu unterhalten. Wer weiterhin umsonst zur Datsche am See fahren will, möge das entlang herkömmlicher Landstraßen tun.

Anti-Europa-Partei vor der Gründung - Verschiedene Wählervereinigungen und Gruppen streben die baldige Gründung einer Partei an, die nach den Parlamentswahlen im März konsequent für den Austritt Finnlands aus EU und Euro-Zone und gegen einen Nato-Eintritt arbeiten soll. Als Vorsitzender will sich Ilkka Hakalehto anbieten, der immer mal wieder für stalinistische Grüppchen den Vorzeige-Kandidaten gespielt hat.

Jedes vierte Nokia-Handy fehlerhaft? - Die Meldungen der letzten Woche über imanent hohe Ausfälle bei neuen Nokia-Handys haben endlich die ersten Folgen auch im Nokia-Heimatland gezeitigt. Die Ergebnisse einer Befragung unter rund hundert Händlern wurden heute in Helsingin Sanomat verbreitet, allerdings erst auf der 5. Seite des Wirtschaftsteils. Nach Aussagen der befragten Händler werden durchschnittlich fast ein Viertel der dieses Jahr ausgelieferten Nokia-Taschentelefone kurz nach Kauf in die Werkstatt gebracht. Meist ist der Grund ein Fehler im Programm (bei den neuesten Modellen) oder ein Versagen der Anzeige (bei den älteren Modellen). Typischerweise wollte keiner der Händler namentlich genannt sein. NB: Der Autor hatte nie Probleme mit seinem über 1 Jahr alten Nokia-Handy.

Nokia Handy-Abteilung neu organisiert - Ab Mai sollen innerhalb von Nokia Mobile Phones in neun straff produktnahe Geschäftsbereichen fungieren. Insgesamt hat die Einheit über 26000 Mitarbeiter, die von Direktor Vanjoki geleitet werden.

Nordia-Optionspläne scheitern am Widerstand des schwedischen Staates - Zu freigebig nach Meinung des schwedischen Finanzministers ist der Plan der Nordia-Bank, die ihre Spitzenfunktionären mit günstigen Aktienkaufrechten motivieren wollte. Nordea hatte im Herbst einen auf die gesamte Belegschaft ausgedehnten Beteiligungsfond gekündigt.

Elqotec kündigt 270 in Tallinn - Die finnische Elqotec verringert die Beschäftigetenzahl in ihrer Einheit in Tallinn (Estland) von 3300 um 270. Als Grund werden Absatzschwierigkeiten bei Handy-Komponenten angegeben.

Wertpapiernotierungen:

Helsinki wieder Ausrichter der Leichtathletik-WM - Wie schon bei der ersten WM 1983 wird 2005 das Olympiastadion in Helsinki die Leichtathleten der Welt sehen. Helsinki siegte überraschend bei der Abstimmung der FIFA am Sonntag über Berlin, Bukarest und Moskau. Vermutete Gründe für die Wahl: viel frühere Erfahrung, fertige Einrichtungen und die Sicherheit Helsinkis für Touristen.

Ob das Stadion überdacht wird, wie bei der Bewerbung stillschweigend vorausgesetzt, darüber wird in den nächtsten Wochen und Monaten viel diskutiert werden. Ursprünglich war 1939 eine Überdachung der Zuschauertribünen vorgesehen gewesen, doch aus Geldmangel weggelassen. Je nach Ausführung würde ein Dach 6 bis 20 Millionen Euro kosten.


... Nachrichten vom 12. April 2002 aus Finnland ...

Nokia bestreitet Display-Desaster - Meldungen, wonach sogar 40 bis 100 Prozent der ausgelieferten Nokia-Handys fehlerhafte Anzeige-Einheiten aufweisen und Nokia dadurch mit Werkstattkosten von 150 Millionen Euro rechnen müsse, werden von Repräsentanten der Firma bestritten. Die Kosten müsse nicht Nokia, sondern der verantwortliche Zulieferer tragen. Auch habe Nokia von den Komponenten-Schwierigkeiten nicht geschwiegen, sondern sie in den letzten Monaten durchaus publik gemacht. Warum Nokia trotzdem noch monatelang Geräte mit den als anfällig bekannten Anzeigen ausgeliefert hat, darauf gibt es noch keine Antwort aus Espoo. (Das Phänomen der versagenden Anzeigen ist übrigens schon seit Jahren ein "Markenzeichen" von Nokia, die Modelle anderer Hersteller haben dafür andere Macken).

Fusion in Oulu - Die Elektronik-Firmen JOT und Elektrobit geben die Verschmelzung ihrer Firmen bekannt. JOT stellt Maschinen zur automatischen Fertigung von elektronischen Geräten her, die Hälfte der Produktion geht an die Handy-Fabriken von Nokia. Elektrobit stellt Messgeräte für Tele-Betreiber her und ist ein Schlüsselbetrieb für die 4G-Technik. JOT war letztes Jahr mit 16 Millionen Euro in die roten Zahlen gerutscht.

Norwegens SBG dringt auf finnischen Weinmarkt - Der größte Importeur von Weinen in Norwegen hat die finnische Wennerco gekauft und vertraut auf die Aufnahmefähigkeit finnischer Kehlen für mehr Wein. In Norwegen, dessen Bevölkerungszahl um ein Zehntel kleiner ist als die Finnlands wird zur Zeit 45 Millionen Liter Wein jährlich getrunken, in Finnland nur 40. Dagegen saufen die Finnen dreimal soviel Spirituosen wie die Norweger: 30 Millionen Liter.

Wertpapiernotierungen:

Datscha-Orgie: 6000 Euro Buße für Firmenchef - Seit August war der Hauptbesitzer von Elcoteq, Antti Piippo, in den Schlagzeilen der Boulevardzeitungen. Nach einer privaten Feier auf seiner Datscha in Kirkkonummi, an der außer ihm drei 20 - 32jährige Damen teilnahmen, hatten ihn die Frauen wegen Misshandlung angezeigt. Piippo seinerseits klagte eine der Damen wegen Körperverletzung an. Das Gericht glaubte den drei Damen und verurteilte Piippo zu 40 Tagessätzen (6000 Euro) und die junge Frau, die ihm eine Nachttischlampe vor den Kopf gehauen hatte, zur Zahlung von 240 Euro Schmerzensgeld.

Kripo-Chef betruken am Steuer erwischt - Am Ostersonntag war der Chef der Kripo Helsinki, Hämäläinen, 51, mit 1.12 Promille bei einer Razzia aufgefallen. Sein Bußgeld beträgt 2340 Euro und er hat Fahrvebot bis zum 15. September. Ob der vom Dienst vorläufig suspendierte Hämäläinen seinen Job behält, darüber befindet sein Vorgesetzter, Polizeichef Naulapää (dt. Nagelkopf) heute Freitag.

... Nachrichten vom 27. März 2002 aus Finnland ...

Skoponet wieder online - Sechs Tage war Skoponet krank - jetzt läuft er wieder, Gott sei Dank!

Der Umzug scheint vollzogen, doch die Emails funktionieren noch nicht ganz. Skoponet.com verließ die finnische Sonera (mehr zu diesem Teleanbieter im Abschnitt Wirtschaft) und wechselte zu einem deutschen Anbieter, für ein Sechstel (!) des bisherigen Monatspreises. Dazu kommt nun die Möglichkeit, Datenbanken zu benutzen, was Sie bemerken werden, sobald ich das Finnland-Forum hier initialisiere.

Doch schon ab morgen ist wieder Pause bei den Nachrichten, denn ich bin bis 7.4. in Lappland Skilaufen.

Fusion der skandinavischen Tele-Anbieter - Gestern kamen die Beauftragten der schwedischen Telia und der finnischen Sonera mit einem Fusionsbeschluss vor die Öffentlichkeit. Falls die EU-Kommission die Operation gutheißt, was noch in den Sternen steht, wird so ein im europäischen Maßstab mittelgroßer Telekonzern entstehen, dessen Wachstumsbereich vor allem im osteuropäischen Raum vermutet wird. Die Sonera erhält 36 Prozent der Aktien der neuen Firma, deren Sitz in Stockholm sein soll. Sowohl der finnische als der schwedische Staat sind Mehrheitsaktionäre der bisherigen Firmen.

Wertpapiernotierungen:

Deutsche Pädagogen überschwemmen finnische Schulen - Die im letzten Herbst veröffentlichte internationale Pisa-Studie, nach der finnische Schüler im Durchschnitt bessere Lese- und Verstehfähigkeiten zeigten als alle anderen und besonders die deutschen Schüler miserabel abschnitten, hat deutsche Schulleute nicht ruhen lassen. Im Gegenteil, schon Hunderte von ihnen sind bisher in Finnland gesichtet worden. Helsingin Sanomat berichtete am 22.3. in einem Artikel über eine 20 Personen starke Lehrergruppe aus Bayern, die dem Unterricht in der dritten Klasse einer Schule in Martinlaakso (Vantaa) beiwohnte. Es handelt sich um die einstige Schule Mika Häkkinens (Sie erinnern sich noch, der mit den heißen Reifen).

Ob die Pädagogen wohl konkrete Vorstellungen mit nach Hause bringen, wie und was man von Finnland lernen könnte? Finnische Pädagogen beklagen den deutlichen Rückgang der Schulleistungen im Vergleich zum gewiss hohen Stand von vor etwa 10 Jahren. Schrumpfende Finanzierung, unruhige Schüler, Disziplinlosigkeit, überarbeitete Eltern - eine Reihe von Ursachen. Was wohl am schwersten von Finnland zu lernen wäre: das allen gemeinsame Bildungsideal, Bildung wichtiger als Geld, nur eine Minderheit strebt das finnische Abitur nicht an. Nachteil: Facharbeitermangel. Statt in Schulen herum zu stehen sollten die deutschen Besucher sich vielleicht einmal die finnischen Fernsehprogramme zu Gemüt führen mit den Untertiteln beim hohen Anteil an fremdsprachigen Sendungen. Wer nicht lesen kann, kann auch nicht fernsehen.

Mord für 100 € - In der mittelfinnischen Kleinststadt Laukkaa hatten zwei junge Männer den Besitzer einer Imbisstube erschossen, "weil sie dringend Geld brauchten". Die Täter gestanden die Tat in polizeilichen Verhören. Die Beute betruf nur 100 €. Der 44jährige Ermordete war den Tätern gut bekannt. Die beiden Männer waren selbst aufs Polizeirevier gekommen, weil sie im Glauben waren, die Polizei verdächtige ein auswärtiges Ehepaar. Doch die beiden verwickelten sich gleich in Widersprüche. Wie war das noch mit Raskolnikow?

Zuviel Übernachtungskapazitäten? - Nach einem Bericht der Helsingin Sanomat war die öffentliche Hand zu großzügig bei der Subvention des Tourismus. Das Geld wurde nach Meinung der Finanzprüfer zu stark in Bettenkapazitäten investiert, deren Auslastung jedoch im Landesdurchschnitt nur 50 Prozent, in Lappland nur 44 Prozent ist. Statt dessen hätten die Mittel besser zugunsten der gleichmäßigeren Auslastung bestehender Kapazitäten verwendet werden sollen.

Staatsbahnen bestellen acht neue Züge - Die Flotte der sich in Kurven neigenden Schnellzüge vom Typ Pendolino wird in den nächsten drei Jahren von bisher 6 auf 14 steigen und dann auf allen wichtigen Bahnstrecken Finnlands verkehren. Fahrgäste sehen dem mit gemischten Gefühlen entgegen, denn die neuen Züge verdrängen die alten, zwar langsameren, doch dafür geräumigeren und bequemeren Waggons, und Arbeitsreisenden werden mit höheren Preisen rechnen müssen. Schon ab Anfang April steigen die Fahrkartenpreise der VR um gut 2 Prozent.

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