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... Nachrichten von Juni bis September 2002 aus Finnland ...

 


... Nachrichten vom 30. September 2002 aus Finnland ...

Deutsche Klinikfirma beteiligt sich an finnischer Spezialklinik - Die Firma Wittgensteiner Kliniker AG ist Miteigentümer der im Raum Tampere fungierenden Kunstgelenk-Klinik Coxa, deren Haupteigentümber die Kommunen der Region sind. Damit wird erstmalig ein Modell erprobt, das die langen Wartelisten der finnischen Krankenhäuser zu verkürzen verspricht. Bisher waren die künstlichen Gelenke in fünf verschiedenen Krankenhäusern eingesetzt worden, als eine Maßnahme unter unzählig vielen anderen. Coxa spezialisiert sich völlig auf diese Art Operationen und überlässt die Nachbehandlung den gewöhnlichen Krankenhäusern. Die Patienten werden größtenteils von den kommunalen Polikliniken geschickt, der Rest sind Privatpatienten. Alle Patienten werden gleich behandelt. Während zur Zeit ein Patient Monate, oft sogar Jahre auf seine Operation warten muss und während dessen nicht arbeitsfähig ist, verspricht das neue System kurze Wartezeiten und frühe Rehabilitation.


... Nachrichten vom 25. September 2002 aus Finnland ...

Bombe war nur Ladyshaver - Beim Besuch des Ministerpräsidenten Lipponen in Kopenhagen gerieten die Sicherheitskräfte in helle Aufregung. In einem Gepäckstück summte es verdächtig. Die Besitzerin des Koffers wurde ausfindig gemacht, es war die Gattin des Ministerpräsidenten, Päivi Lipponen. Ihr Rasierapparat hatte sich selbsttätig gemacht. Damit erfährt die Öffentlichkeit endlich neue Einzelheiten aus dem Privatleben der Lipponens. Nicht nur wissen wir nun, dass der Regierungschef jeden Morgen seiner rund dreißig Jahre jüngeren Päivi den Kaffe ans Bett bringt, sondern auch, dass diese einen Ladyshaver benutzt.

Finnland muss Steuer von importierten Gebrauchtwagen senken - Nach jahrelanger Verzögerung haben die Autokäufer Recht behalten. Der EY-Gerichtshof befand am Donnerstag die bisherige Praxis als diskreminierend. Das Finanzministerium rechnet, dass die neuen Besteuerungstabellen den Gesamtpreis um etwa 10 Prozent senken werden, doch andere rechnen mit größeren Auswirkungen. Fachleute befürchten nun, dass Finnland von alten deutschen Gebrauchtwagen überschwemmt wird. Vom Standpunkt des Umweltschutzes aus wäre es wünschenswert, dass im Gegenteil der ohnehin veraltete finnische Autobestand erneuert würde, doch das setzt ein völliges Umdenken im Finanzministerium voraus.

Berichterstatter mit oder ohne Dach? - Für die Leichtathletik WM 2005 war zuerst die Überdachung des Olympiastadions in Helsinki vorgesehen. Doch die angespannte Finanzlage der Stadt und die Volksmeinung ließen es ratsam erscheinen, einen sparsamen Kompromiss anzugehen, wonach nur die Tribüne der Gegengeraden überdacht werden sollte (die Haupttribüne hat schon ein Dach). Die Kosten von 4,2 Millionen Euro wollen sich Stadt und Staat teilen. Doch nun heißt es, Helsinki habe sich gegenüber der FIFA verpflichtet, auch die Plätze der 8000 Reporter regensicher zu machen. Doch dabei will der Staat nicht mehr beisteuern. Somit wäre die Stadt zur Kasse gebeten, zu einem Zeitpunkt, wo im Sozialsektor überall der Rotstift angesetzt wird. Eine undankbare Zwangslage für Kommunalpolitiker!


... Nachrichten vom 17. September 2002 aus Finnland ...

Haparanda sagt Nein zu Grenzcity-Projekt - Die Nachbarstädte am nördlichen Ende des Bottnischen Meerbusens zu beiden Seiten der finnisch-schwedischen Grenze, Haparanda und Tornio, hatten jahrelang ein ehrgeiziges Projekt geplant: ein gemeinsames Stadtzentrum, welches die Grenze der beiden EU-Länder unsichtbar machen und auf die Seiten der Geschichtsbücher verweisen würde. Am Sonntag jedoch sprachen sich rund 53 Prozent der Haparanda-Wähler in einer beratenden Volksabstimmung gegen das Projekt aus. Viele Befragten meinten, Haparanda leide schon jetzt an Geldmangel, und das "An der Grenze"-Projekt würde mit den veranschlagten jährlich 500 000 Euro die Probleme nur verschlimmern.

Die Kommunalpolitiker zu beiden Seiten der Grenze sind bestürzt über den Ausgang der Volksabstimmung und suchen nun nach Wegen, die Zusammenarbeit fortzusetzen.


... Nachrichten vom 12. September 2002 aus Finnland ...

Präsidentenberater wegen Stasi-Verbindungen verdächtig - Alpo Rusi, der Berater und enge Arbeitspartner des vorigen Staatspräsidenten Ahtisaari, wird geheimdienstlicher Tätigkeit für das NVA der DDR-Stasi verdächtig. Die Schutzpolizei hat Rusi verhört und nunmehr die Voruntersuchung eingeleitet. Vor allem interessiert natürlich, ob Rusi nach 1989 seine Dienste anderen Geheimdiensten zur Verfügung gestellt hat.

Während andere bisher bekannt gewordene finnische Stasi-Helfer nur Freunde und Kollegen bespitzelten, wird Rusi verdächtigt, dem NVA vertrauliche finnische Dokumente ausgehändigt zu haben.

Private Universität in Helsinki? - Wenn die Pläne der Kommunen der Hauptstadtregion Wirklichkeit werden, wird in wenigen Jahren nahe dem Flughafen Vantaa eine private Hochschule jährlich 100 Studenten, vor allem aus dem Ausland aufnehmen. Lehrsprache wird Englisch und als Studiengebühr sind 16000 Euro jährlich im Gespräch. Somit öffnet sich der Weg für gutbetuchte Studenten, die bisher an den Eingangsprüfungen scheitern, die bei den fraglichen Lehrgängen Infotechnik, Medien und Design nur 5-10 Prozent der Bewerber durchlassen.


... Nachrichten vom 10. September 2002 aus Finnland ...

Lidl muss wegen Billigbier Rechenschaft ablegen - Als Ende August die ersten finnischen Lebensmittelläden der deutschen Billigkette Lidl mit dem Verkauf begannen, ging ein kleines Erdbeben durch die finnische Supermarkt-Landschaft. Obwohl viele der angebotenen Lidl-Produkte offenbar am finnischen Markt schiefliegen, hatten die Verbraucher vor allem ihre Freude an billigem Bier und Kaffee. Der Kaffee war sogar um die Hälfte billiger als in Deutschland bei Lidl! Unter dem Produktnamen Leijona-Olut (Löwenbier) gab es für den Preis von 89 Cent ein deutsches, in Finnland abgefülltes Bier zu kaufen, dass den meisten zwar nicht schmeckte, jedoch bald ausverkauft war.

Nun, gut eine Woche später, schalten sich die Aufsichtsämter ein. In Finnland ist es verboten, alkoholhaltige Getränke unter dem Einstehpreis zu verkaufen. Die Behörden fordern nun Lidl auf, schnellstmöglich offenzulegen, wie es möglich ist, trotz der hohen Biersteuer so billig zu sein. Zwar genießen kleine Brauereien Steuervorteile, die gelten aber nicht für's Abfüllen. Falls Lidl Bier zu Dumpingpreisen verkauft hat, droht der Kette schlimmstenfalls Verlust der Verkaufserlaubnis.


... Nachrichten vom 4. September 2002 aus Finnland ...

Wärtsilä setzt auf Bio-Energie! - Bis zum Jahre 2005 will Wärtsilä Biopower den Umsatz von Biokraftwerken verfünffachen. Grund zum Optimismus gibt die neue Regelung, nach der der Staat ab sofort 40% der Investitionskosten innovativer Energielösungen trägt.


... Nachrichten vom 2. September 2002 aus Finnland ...

Finnische Bucht: mehr Quecksilber in Fischen als erwartet! - Kein Grund, den Fisch auf dem Teller zu lassen, doch Grund zum Nachdenken bieten die Befunde, die heute in Helsingin Sanomat veröffentlicht wurden. Danach ist besonders an der Mündung des Kymi bei Kotka rund 150 km östlich von Helsinki der Quecksilbergehalt unerwartet hoch, sogar höher als in Ostseeheringen, die an der Newa-Mündung bei Petersburg gefangen wurden. Keiner der untersuchten Fische hatte mehr Quecksilber als das Lebensmittelgesetz zulässt.


... Nachrichten vom 1. September 2002 aus Finnland ...

Goldener Händedruck in Finnland besonders billig - Wenn ein internationaler Konzern beim Personal sparen und einen Schock Mitarbeiter entlassen will, bietet sich dazu die finnische Filiale an. Obwohl die Kündigungsfristen hier länger sind als in den meisten EU-Ländern, fällt die Entschädigung insgesamt deutlich geringer aus als zum Beispiel in Deutschland. Das hatte auch Fujitsu-Siemens bedacht, als es voriges Jahr sein Zweigwerk in Espoo schloss, ohne die gesetzlichen Formalitäten einzuhalten. Diese Woche beginnt die Gerichtsverhandlung, die von den ehemaligen Angestellten angestrengt wurde. Sie wollen von Fujitsu-Siemens 8,4 Millionen Euro Entschädigung haben.


... Nachrichten vom August 2002 aus Finnland ...
... Nachrichten vom 28. August 2002 aus Finnland ...

Stora Enso muss 1,1 Milliarden abschreiben - Der Erwerb des US-Papierkonzerns Consolidated Paper von vor zwei Jahren erweist sich als unerwartet teuer. Nicht nur verbuchte Stora Enso im ersten Halbjahr 2002 117 Millionen Verlust aus dem laufenden Geschäft der Papiermühlen, sondern sieht sich nunmehr gewungen, 1,1 Milliarden der Kaufsumme von 4,9 Milliarden abzuschreiben. Der Kauf von Consolidated war von Anfang an als teuer eingeschätzt worden, und der Konkurrent UPM-Kymene bezahlte wenig später für Haindl rund 1000 Euro pro Papierkapazitätstonne weniger.

Stromknappheit droht im Winter - Der estrem trockene Sommer (heute regnet es in Helsinki die ersten Tropfen seit über einem Monat) könnte die norwegischen und schwedischen Wasserkraftwerke so schwächen, dass kein Überschussstrom zum Export nach Finnland entsteht. Finnland ist zu 20 Prozent seines Elektrizitätsbedarfs auf Import aus Skandinavien und Russland angewiesen. Nur starke und andauernde Herbstregen können verhindern, dass im Winter, bei Hauptbelastung, ganze Industrien ihre Arbeit einstellen müssen.


... Nachrichten vom 16. August 2002 aus Finnland ...

Geschichten aus dem Sommerloch - Gesprächsthema Nr. 1 in Finnland während der letzten zwei Monate war - wieder einmal Sonera. Nachdem der Teleoperator die Schulden aus dem UMTS-Abenteuer in Deutschland und Italien als Verlust abgebucht hatte, begann die Opposition zu fragen, wer denn für die größte Misere der finnischen Wirtschaftsgeschichte, den Verlust von 4,3 Milliarden Euro, verantwortlich war. Die Regierung, als Vertreter des Mehrheitsaktionärs Staat, wies natürlich alle Schuld von sich und behauptet immer noch, der Vorstand habe in eigener Verantwortung gehandelt. In den offiziellen Protokollen der Regierung und der Ministerien findet sich kein Vermerk zur Beteiligung an der verhängnisvollen UMTS-Versteigerung vom Jahre 2000. Doch ist es möglich, dass Sonera ohne Zustimmung des Mehrheitseigentümers Staat gehandelt hat? Schließlich hatte Finnland die eigenen UMTS-Lizenzen umsonst vergeben, wohl wissend, dass man die Kuh nicht schlachten soll, wenn man sie später melken will. Und aus der britischen Versteigerung hatte sich Sonera auf Geheiß der Regierung zurückgezogen.

Ein schwacher Trost, dass Deutschland keinen Grund hat, sich über die Milliarden aus der Versteigerung der UMTS-Lizenzen zu freuen, denn die Verluste der Deutschen Telekom wiegen schwerer. Fest steht, dass die Habgier der Finanzminister der großen EU-Länder Britannien, Deutschland, Frankreich und Italien die vielversprechende Führungsrolle Europas auf dem Gebiet der Mobiltechnik verspielt wurde, möglicherweise endgültig.

Andere Themen waren: eine Autobombe, die eines Morgens im Zentrum von Helsinki detonierte. Kein Terrorakt, wie man erst befürchtete, sondern offenbar private Abrechnung einer Drogenbande. Und einige Wochen später versuchte in Turku eine maskierte Bande, einen Geldtransport zu berauben, am hellichten Tage, mit Maschinenpistolen, Verfolgungsjagd der Polizei und allem was dazu gehört. Premiere in Finnland. Doch die Banditen mussten unverrichteter Dinge abziehen, die Tür des Lieferwagens blieb zu.

Vorigen Dienstag überfuhr ein Audi-Fahrer bei Rot über einen Fußgängerübergang und tötete ein neunjähriges Mädchen. Die Anwohner demonstrierten erbittert für schärfere Kontrollen und strengere Bestrafung rücksichtsloser Raser. In zwei Tagen erreichten 300 Zuschriften zum Thema die Leserbriefredaktion von Helsingin Sanomat.

Der ZOB Kamppi nahe dem Parlamentsgebäude ist nur mehr Erinnerung. Für vier Jahre ist das Areal Finnlands größte Baustelle. Der Busbahnhof kommt unter die Erde und die Fläche wird größtenteils mit Geschäftsgebäuden zugebaut. Wer bisher mit dem Bus nach Helsinki zur Arbeit fuhr, wird sich überlegen, ob er sich nicht doch ein Auto anschaffen soll, denn im Herbst steigen auch noch die Fahrkartenpreise der Verkehrsbetriebe.


... Nachrichten vom Juli 2002 aus Finnland ...

Sommerpause! - Schon seit Wochen sind die Politiker im Urlaub und kommen erst Ende August wieder. Die SkopoNet Nachrichtenredaktion macht bis dahin Pause. Tschüss!

Das Sonera-Buch: Im Juli erschien im finnischsprachigen Internet ein 50 Seiten langes Dokument, dessen anonyme(r) Autor(en) unter anderem behaupten, der ehemalige Generaldirektor der größten finnischen Telefongesellschaft habe rund 16 Millionen Euro auf persönliche Konten verbracht. Der Autor behauptet, Dutzende von Sonera-Mitarbeitern und anderen Sachkennern interviewt zu haben. Das heutige Direktorium von Sonera und die Politiker bestreiten den Wahrheitsgehalt der Informationen im Sonera-Buch. Im Text werden detailliert die Intrigen innerhalb Sonera dargestellt. Viele der Akteure sind noch immer in leitenden Stellungen tätig. Auffallend viele gehören wie Relander aufgrund ihres Namens zur finnlandschwedischen Minderheit. Unter der Führung Relanders soll Soneras Buchführung ähnlich wie bei Enron in USA geführt worden sein. Weitere Themen: Deutsche UMTS-Lizenzen, Quam und die Folgen - Wie Relander die finnische Regierung um den Finger wickelte ...

Lesen Sie hier das Vorwort des Sonera-Buches

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Read the preface of the anonymous Sonera Book (German)


... Nachrichten vom 30. Juni 2002 aus Finnland ...

Zahnarzt besorgte Plasma-Expander für finnische Skiläufer - Der Bruder des einstigen Nationaltrainers der Nordischen Skiläufer soll für Lahti 2001 45 Liter des Plasma-Expanders Haemo-Hes bestellt haben. Es handelte sich um die Charge, die während der Ski-WM in einer Ärztetasche an einer Tankstelle aufgefunden worden war. Die Tasche gehörte dem Cheftrainer Kyrö, dessen Bruder eine Zahnarztpraxis betreibt. Als Bezahlung für die brüderliche Hilfe, die letztendlich zur Disqualifikation der besten finnischen Skisportler führte, soll der Trainer Quittungen gefälscht haben. Die Brüder Kyrö bestreiten diesbezügliche Pressemeldungen.


... Nachrichten vom 28. Juni 2002 aus Finnland ...

Finnair und IBM gründen gemeinsame Firma - Die vorerst auf 10 Jahre abgeschlossene Partnerschaft soll die Datenverarbeitung der Finnair übernehmen und neue Methoden im Verkauf und Kundendienst entwickeln. Die Finnair will, dass im Jahre 2006 die Hälfte der Tickets vom Kunden elektronisch gebucht wird.

Keine Verbesserung im Gewässerschutz - Trotz der vermehrten Anstrengungen zum Schutz der Seen, Flüsse und Küstengewässer lassen messbare Resultate noch auf sich warten. Das Finnische Umweltzentrum veröffentlichte eine Studie zur Belastungen zwischen 1990 und 2000. Danach ist besonders die Lage der Küstengewässer besorgniserregend, denn jahrzehntelange Verschmutzung der Anrainer lässt sich nur äußert schwer beseitigen. Obwohl die meisten Binnengewässer in gutem bzw. hervorragendem Zustand sind, ist auch hier die Belastung vor allem durch die Landwirtschaft nicht geringer geworden.


... Nachrichten vom 27. Juni 2002 aus Finnland ...

Energiesparmodell: Kosten = Null - Umsonst können Firmen und größere Gebäude ihre überschüssige Wärme nutzen und Geld sparen. Nach dem Esco-Modell führt die Firma Inesco bei ihren Kunden die notwendigen Investitionen durch und läßt sich dafür vier Jahre lang mit den Einsparungen im Energieverbrauch der sanierten Objekte honorieren. Zur Zeit sind beim größten europäischen Erzeuger von Titandioxid, Kemira in Pori die Umstellungen im Gange, mit denen die überschüssige Wärme der Öfen zu Heizzwecken in der Umgebung genutzt werden wird. Davon erhofft man sich Einsparungen von 130 000 Euro jährlich, welche vier Jahre lang der Inesco zufließen werden.

Euro-Scheine verbrauchen sich schnell - Nach den bisherigen Erfahrungen sind die Hälfte der 5 bis 20 Euro Scheine nach dem Umlauf in so schlechtem Zustand, dass sie nicht wiederverwendbar sind. Die alten Finnmark-Scheine waren weicher und elastischer. Besonders der Brauch der Kassenhüter, Bündel von Scheinen mit Gummibändern zu bündeln lässt die Ränder der Euronoten einreißen.


... Nachrichten vom 25. Juni 2002 aus Finnland ...

Verregnetes Mittsommerfest - Nach lang andauernder Schönwetterperiode wurden die Finnen am vorigen Freitag, dem Vorabend des Mittsommerfestes (Juhannus) von einem Tief überrascht. Wolkenbruchartige Regenfälle und Gewitter hatten neben Sachschäden auch eine positive Bilanz: "Nur" ein Dutzend Todesfälle durch Ertrinken bzw. im Verkehr. Bei gutem Wetter ertrinken nämlich meistens über 20 Finnen während des Mittsommerwochenendes. Der starke Wind brachte über hundert Boote auf der Ostsee in Seenot, doch alle konnten gerettet werden.

Arbeitsministerin: Schärfere Kontrolle bei Arbeitsverträgen - Tarja Filatov (SDP) will neue Gremien einrichten, welche die Arbeitsbedingungen von ausländischen Arbeitnehmern unter die Lupe nehmen sollen und bei Nichteinhaltung finnischer Tarifverträge auch von sich aus aktiv werden können. Bisher können Arbeitsgerichte nur einschreiten, wenn betroffene Arbeitnehmer selbst Anzeige erstatten. Zuletzt war das Thema aktuell geworden, als die Gewerkschaft der Finnair-Angestellten die Fluggesellschaft bezichtigte, dem angemieteten Kabinenpersonal aus Ostasien weniger als den finnischen Angestellten zu bezahlen. Die Finnair hatte als Grund für die Anmietung angegeben, finnisches Personal mit den erforderlichen Sprachkenntnissen sei nicht verfügbar.


... Nachrichten vom 19. Juni 2002 aus Finnland ...

Anklage wegen Bestechung gegen Chefs der Seefahrtsbehörde - Das Verfahren gegen Spitzenbeamte der Seefahrtsbehörde ist bis zur Anklageerhebung gediehen. Der Staatsanwältin Ritva Sahavirta zufolge haben sich Kyösti Westerinen und zwei andere Direktoren jahrelang von der norwegischen Reederei DSND in Form von Ferienreisen inklusive Familie und anderen Vorteilen bestechen lassen. Auch verfügten die Beamten über Visa-Kreditkarten im Namen von DSND. Die Reederei hat mit der Seefahrtsbehörde einen Vertrag über die Vermietung finnischer Mehrzweck-Eisbrecher. Durch die Bestechlichkeit der Direktoren war es DSND nach Ansicht der Staatsanwaltschaft gelungen, für günstige Konditionen zu sorgen. Westerinens Vorteil wird auf 18300 Euro beziffert.

Finnlands Wirtschaft in der Flaute - Finanzminister Niinistö zufolge ist es Zeit, der Wahrheit ins Auge zu sehen. Finnland sei in einer Rezession und nirgendwo gebe es derzeit günstige Signale. Die Arbeitslosigkeit ist seit letzten Sommer ständig gestiegen und beträgt nunmehr 9.3 Prozent.

Schluss mit Zeitungsannoncen von Prostituierten - Seit letzte Woche die Polizei mit der Nachricht an die Öffentlichkeit kam, wonach die russische Mafia die finnische Prostitution kontrolliert und sich dabei u.a. Zeitungsanzeigen in normalen Tageszeitungen bedient, haben Feministen die größte Zeitung des Landes, Helsingin Sanomat, bedrängt, solche Anzeigen in Zukunft abzulehnen. Andernfalls wollten viele Frauen ihr Abbonnement abbestellen. Nach einer Woche gab Helsingin Sanomat nach und verspricht jetzt, alle Annoncen, die auf Prostitutionswerbung hinweisen, abzulehnen. Kleinere Tageszeitungen und die zweitgrößte Boulevardzeitung Iltalehti veröffentlichen vorläufig weiterhin die Schmuddelannoncen, oft neben der von Kindern viel konsumierten Seite mit Comicstrips.

Schnecken am Schreibtisch: finnische Einwanderungsbehörden - Obwohl in Finnland im Vergleich mit den anderen Nordischen Staaten nur ein Bruchteil der Flüchtlingsströme anfällt, dauert es hierzulande am längsten, bis die Asylanträge bearbeitet sind: im Schnitt 1,5 Jahre! Dagegen schaffen es die schwedischen Beamten schon in 8 Monaten, obwohl sie zehn mal mehr Anträge zu bearbeiten haben.


... Nachrichten vom 18. Juni 2002 aus Finnland ...

Yahoo will Sonera Zed kaufen? - Nach unbestätigten Meldungen hat die amerikanische Yahoo die Absicht, 30 Prozent der auf innovative Mobiltelefondienste spezialisierten Sonera-Tochter Zed zu erwerben. Auch andere Firmen sollen an Zed interessiert sein. Der Wert von Zed wird auf 200 Millionen Euro beziffert.

Russen wollen noch einen Ölhafen bauen - Dreißig Kilometer nordwestlich vom neuen russischen Ölverschiffungsterminal bei Primorsk (finnisch Koivisto) soll ein weiterer Hafen an der Wiborger Bucht entstehen. Schon diesen Monat soll mit den Bauarbeiten begonnen werden. Finnische Experten stehen dem Vorhaben aus Umweltschutzgründen skeptisch gegenüber, denn die Gegend ist berüchtigt wegen ihrer Klippen und im Winter packeisanfällig.


... Nachrichten vom 17. Juni 2002 aus Finnland ...

Finnair: kein Flugschein für Terrorismus-Verdächtige - Als erste Fluggesellschaft der Welt nimmt die Finnair ein Buchungsprogramm in Dienst, welches die Daten des Flugscheinkäufers automatisch mit den Entragungen der betreffenden US-amerikanischen Datenbanken vergleicht. Bisher mussten die Prüfungen manuell vorgenommen werden. Ob das Programm in der Praxis internationalen Terroristen das Leben schwer machen kann, ist allerdings zweifelhaft. Es vergleicht nur die Namen der Kunden mit denen auf der Terroristenliste, und wartet darauf, dass z.B. Usama bin Ladin unter eigenem Namen als Flugscheinkäufer auftaucht.

Umweltminister Backman für Artenschutz in Südfinnland - Der neue Minister (SDP) fordert schnelle Maßnamen zugunsten bedrohter Arten und Biotopen im südlichen Finnland. Nicht nur kleine Waldgebiete sondern auch größere Gesamtheiten sollten in Zukunft geschützt werden. Auch der SDP-Parteitag am vorigen Wochenende hatte Südfinnland neben Ostsee zum Schwerpunkt von Umweltschutzmaßnamen erhoben. Doch Backman will die Diskussion über die Finanzierung des Umweltschutzes nicht in der Öffentlichkeit sondern am Verhandlungstisch mit dem Finanzministerium führen.


... Nachrichten vom 16. Juni 2002 aus Finnland ...

Anneli Jäätteenmäki neue Zentrums-Vorsitzende - Schon in der ersten Abstimmung bekam Jäätteenmäki die absolute Mehrheit der Stimmen des Parteitages in Hämeenlinna. In ihrer Antrittsrede versprach die neue Parteiführerin, gegen die zunehmnde Ungleichheit im Lande anzukämpfen und Unterstützung für den Vorsatz Ministerpräsident Lipponens, die Arbeitslosigkeit auf unter 5 Prozent zu drücken. Der Parteitag rückte in seinen Beschlüssen von der bisherigen Linie der Bündnisfreiheit Finnlands ab, fordert aber in jedem Fall eine Volksabstimmung vor einem Nato-Beitritt. - Jäätteenmäki ist die erste Frau als Vorsitzende einer bedeutenden finnischen Partei

... Nachrichten vom 14. Juni 2002 aus Finnland ...

Finnen weiterhin zufrieden mit Staatspräsidentin Halonen - Fast 90 Prozent der Befragten sind mit der Amtsführung Halonens zufrieden bzw. sehr zufrieden. Unter den Frauen sowie bei Anhängern der Linken und der Grünen ist die Zufriedenheit noch höher. Niemals zuvor hat ein Amtsinhaber auch nur annähernd gleich hohe Zufriedenheit bei der Bevölkerung verzeichnen können. Trotzdem wollen die Politiker die Machtbefugnisse Halonens weiter beschränken. In den letzten Tagen wurde wieder darüber diskutiert, die Ernennungen der Direktoren der Bank von Finnland in Zukunft aus den Händen des Präsidenten zu nehmen und statt dessen dem entsprechenden Parlamentsausschuss zu übertragen. Halonen hatte bei der letzten Ernennung die Politiker im Regen stehen lassen und einen eigenen Kandidaten durchgesetzt.

Keine Überraschungen bei den Parteitagen am Wochenende - Bei den Führungswahlen der Regierungsparteien SDP. Sammlung und SVP konnten sich die bisherigen Vorsitzenden gegen Gegenkandidaten behaupten. Paavo Lipponen erhielt rund zwei Drittel der Delegiertenstimmen gegen Außenminister Tuomioja, SVP Enestam siegte knapp über Astrid Thors, und bei der Sammlungspartei war gar nicht erst ein Gegenkandidat zu Ville Itälä angetreten. Überraschend gab der Konservativenführer Itälä in seiner Rede zu verstehen, er rechne nicht mit einer bürgerlichen Regierungskoalition nach den nächsten Parlamentswahlen.

Das Zentrum wartet mit dramatischen Führungswahlen auf - Heute Freitag beginnt in Hämeenlinna der Parteitag der Oppositionspartei Zentrum. Bei Wählern und bei einfachen Parteimitgliedern ist Anneli Jäätteenmäki (kein Schreibfehler!) hoher Favorit, doch ob die chauvinistischen Bauernführer eine Frau zur Vorsitzenden wählen, ist noch nicht amtlich. Mitkandidat Olli Rehn ist vielen zu europäisch, und Altvorsitzendem Väyrynen werden durchaus Chancen eingeräumt, falls Jäätteenmäki bei der ersten Abstimmung nicht die erforderliche absolute Mehrheit der Stimmen erhält. Nur eins scheint sicher: Noch-Vorsitzender Aho steht nicht zur Wiederwahl.


Krieg der Telebetreiber um Handykunden - Die schwedischstämmige Telia (in der Fusion mit Sonera begriffen) verprellte zehntausende ihrer mühsam erworbenen Kunden. Mit nur zwei Tagen Vorwarnung wurden die Handybesitzer aufgefordert, ihre SIM-Karten zu wechseln. Nicht genug damit, dass die Botschaft mit den beigefügten Kärtchen viele Kunden nicht rechtzeitig erreichte. Viele mussten feststellen, dass die neuen Karten nicht in ihr veraltetes Handy passten und hätten sich neue Zweifrequenz-Handys zulegen müssen.

Konkurrent Radiolinja nutzte die Blöße der Telia und bot mittels ganzseitigen Zeitungsanzeigen sowie direkt mittels SMS den kostenlosen Wechsel von Telia nach Radiolinja an, ohne Handy-Wechsel und obendrein mit gebührfreien Gesprächen bis zu 50 Euro. Telia klagt jetzt Radiolinja wegen unlauteren Wettbewerbs an.

Nokias Verkauf sank im Vergleich zum Vorjahr - Was vor einem halben Jahr noch unvorstellbar schien, ist nun Tatsache. Der Handyverkauf stockt, und statt geringerer Zuwachsraten muss nun auch der Marktführer Nokia zugeben, in den letzten Monaten weniger umgesetzt zu haben als vor einem Jahr. Am deutlichsten ist der Rückgang bei den Telefonnetzen. Doch immer noch ist Nokias Rendite unverändert hoch.

Wertpapiernotierungen:

Spitzenmediziner vernachlässigte Parkinson-Patienten? - Der einstige Parkinson-Forscher von Weltruf, Urpo Rinne, wird nun beschuldigt, bei seinen klinischen Forschungen Dutzende Patienten unzureichend versorgt zu haben. Unter rund 700 Patienten, die Rinne behandelt hatte. sollen 44 zu spät oder nicht ausreichend mit Medikamenten versorgt worden sein. Rinne büßt zur Zeit eine vierjährige Haftstrafe ab, zu der er u.a. wegen Veruntreuung von Forschungsgeldern verurteilt wurde.

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