... Nachrichten des Monats Januar 2002 aus Finnland ...

 

[Newsletter abonnieren!]  [HEX: Börse Helsinki]  [Schreiben Sie mir Ihre Meinung!]  [Finnland-Forum]  [Web-Kamera Helsinki]
[Web-Kameras des Straßendienstes (in Finnisch)]  [Home: SkopoNet Finnland
... Nachrichten vom 31. Januar 2002 aus Finnland ...

Regierung bereit zur Steuerdiskussion - Ministerpräsident Lipponen ist jedoch der Ansicht, mögliche Steuersenkungen könnten nur von geringem Umfang sein, da zur Zeit die Periode des Budjetüberschusses zu enden droht und die Finanzlage keine großen Spielräume zulässt. Dazu kommt, dass Finnland in den nächsten zwei Jahren die Alkoholbesteuerung auf EU-Niveau senken muss und auch bei der Autosteuer Rückgänge zu befürchten sind. Lipponen rief die Tarifpartner zu Besonnenheit auf und schlug konzertiertes Vorgehen vor. "Finnlands Wirtschaft ist auf der Wende zum Wachstum, wenn auch einem geringen. Wir haben ausgezeichnete Voraussetzungen zu einem neuen Aufschwung!" meinte Lipponen.


Papierfabriken: Trotz Rezession auf Gewinnstrecke - Entgegen früheren Erfahrungen hat der Nachfragerückgang bei Papier die Hersteller nicht in rote Zahlen getrieben. Dies wurde im Jahresbericht des Konzerns Stora Enzo deutlich, der 2001 bei einem Umsatz von 14,5 Milliarden Euro noch 1,1 Milliarden Gewinn erzielte (Vorjahr: 14 Milliarden und 2,2). Die im Vorjahr angekaufte nordamerikanische Tochter Consolidated Papers brachte jedoch statt des erhofften Gewinns 29 Millionen Euro Verlust ein.

Stora Enzo hatte 2001 den Nachfragerückgang durch Produktionskürzungen aufgefangen statt wie von früheren Rezessionen gewohnt mit Preisnachlässen reagiert. Anfang 2001 hatte der Konzern den Preis seines Zeitungspapiers sogar erhöht. Für 2002 sagt Stora Enzo der Branche eine Durststrecke voraus.

Wertpapiernotierungen:

Taximörder geständig - Einer der zwei Männer, die wegen eines Raubmordes an einem Taxifahrer verhaftet wurden, hat die Tat gestanden. Die beiden hatten letzte Woche in der Nacht von Mittwoch auf Donnerstag in Savonlinna einen Chauffeur mit einem Messer tödlich verwundet. Als Motiv gab der Geständige Geldnot an. Auch der andere in Haft befindliche scheint an der Tat beteiligt zu sein.

Finnland nimmt weiterhin EU-Fresspakete an - Auch in diesem Jahr wird Finnland zu den Empfängerländer von Überschussnahrungsmitteln aus EU-Beständen gehören. Vor allem kirchliche Organisationen gehören zu den Verteilern der kostenlosen Grundnahrungsmitteln an Bedürftige. Seit der Rezession vor 10 Jahren sind die Schlangen bei der Gratisausteilung von Lebensmitteln nie mehr verschwunden. Die lutherischen Gemeinden verteilten im letzten Jahr 2020 Tonnen an 300 000 Bedürftige, vor allem Arbeitslose, Kinderreiche, Asylanten und Geistes- sowie Alkoholkranke. Finnland gehört zu den Empfängerländern der EU-Spenden seit 1996, und nunmehr wird auch Dänemark sich anschließen.

... Nachrichten vom 21. Januar 2002 aus Finnland ...

Nächste Ausgabe der Finnland-Nachrichten am 30. Januar! -

Grüße aus Teneriffa!

"Der Fluss" bester finnischer Film 2001 - Fünf Jussi-Figuren, die finnische Oscar-Variante, erhielten die Filmmacher mit Regisseur Jorma Lampela an der Spitze. Drei Jussis wurden an den Kinderstreifen "Rölli" vergeben. Bester männlicher Darsteller war nach Meinung der Jury Martti Suosalo in "Irwin" und bei den Damen Irina Björklund in "Ich und Morrison".

Gen für Prostata-Krebs isoliert - Das Institut für Krebsgenetik in Tampere gehörte zur internationalen Forschungsgruppe, die am Wochenende ihre Resultate vorstellte. Auch in Finnland ist Prostata-Krebs die häufigste Krebskrankheit der Männer mit bis zu 300 Opfern jährlich. Die Krankheit kommt in vielen Familien gehäuft vor, was durch die Forschungsergebnisse nun eine Erklärung erhält und mögliche neue Früherkennungsmethoden eröffnet.

Keine neue Dienstwaffe für die Polizei - Kein Gehör fanden die Beschwerden der Blau-uniformierten über ihre Dienstwaffe, die österreichische Glock-Pistole. Nach den von der Polizeiführung bestellten Expertisen eines deutschen Test-Instituts waren mangelnde Pflege Schuld an Fällen, wo sich unbeabsichtigt Schüsse lösten, wenn nach Übungen der Verschluss zurückgezogen wurde, ohne dass der Auslöser betätigt wurde. Neuere und bessere Waffen sind vorhanden, doch in der Anschaffung zu teuer. Nur die Spezialeingreifgruppe ist mit Hechler&Koch-Pistolen ausgerüstet.

-->
... Nachrichten vom 18. Januar 2002 aus Finnland ...

Rekordbuße Gratiswerbung für Nokia - Die Nachricht vom Bußgeld des Nokia-Direktors Anssi Vanjoki war gestern Gesprächsstoff rund um die Welt, vom amerikanischen Morgen-TV bis zum Spiegel. Das Bild des Geschwindigkeitssünders Vanjoki mit den Nokia-Handys in beiden Händen erreichte Hunderte von Millionen Verbraucher. Allgemeines Mitleid mit dem im Vorjahr gut 2 Millionen Euro vedienenden Nokia-Mann, dessen Bußgeld von über 100000 Euro 5 Prozent des Jahreseinkommens verschlingt. Das Gestz, nachdem Bußgelder nach Tagesverdienst verhängt werden, ist seit zwei Jahren in Kraft. Prominente Opfer waren bisher u.a. ein Eishockeymillionär und ein IT-Gründer, der seine Firma IOBox für 12 Millionen Euro verkauft hatte und sich als erstes einen Lamborghini-Sportwagen angeschafft hatte. Als er verkehrswidrig auffiel, wurde ihm vom Berufungsrichter die Strafe erheblich gekürzt, denn der Firmenverkauf lag schon ein Jahr zurück und der Ärmste hatte seitdem keinen Verdienst erzielt.

Wahrscheinlich wird auch der Einspruch von Vanjoki die Buße verkleinern, denn wegen 100000 Euro lohnt es sich ja, einen Spitzenanwalt zu nehmen. Anders wäre es, wenn einer zu schnell fährt und nur 25000 im Jahr verdient. Dann heißt es brav zahlen.

Wollen Sie wissen, wie Sie für Rasen in Finnland bestraft würden? Klicken Sie hier!

Kabinett stimmt mit 10:6 für Kernkraftbaugenehmigung - Zwei Minister der Regierungspartei SDP stimmten mit den Grünen und der schwedischen Volkspartei gegen die Zustimmung zur Baugenehmigung. Das Parlament hat in der Sache das vorläufig letzte Wort im Februar. Die Kernwaffengegner konzentrierten sich in ihrer Argumentation auf die Unwirtschaftlichkeit der Kernenergie, die Befürworter konterten mit dem Hinweis, dass die bestehenden finnischen Kernstromwerke die erwiesenermaßen effizientesten der Welt seien und das der neue Reaktor von 1000 bis 1600 MW an eines der bestehenden Kraftwerke gekoppelt werde, was die Kosten um ein Viertel senken helfe. Finnland erzeugt 28 Prozent seiner Elektrizität mittels Kernenergie.


Öko-Lebensmittel: Großer Sprung nach vorn - Im vergangen Jahr hat der Verbraucher deutlich mehr Öko-Produkte gekauft als vorher. Bei Getreideflocken und Müslis ist der Marktanteil der Öko- (finnisch Luomu-)-Ware auf etwa 8 Prozent gestiegen. Gleichzeitig haben etwa 300 Erzeugerbetriebe ihre Öko-Produktion einstellen müssen, doch von den finnischen Erzeugern sind nunmehr 6,4 Prozent Öko-Betriebe mit einer Gesamtzahl von knapp 5000. Auch die Produkte des "Fairen Handels" mit Drittweltprodukten haben 2001 gute Ergebnisse erzielt. Die neu eingeführten Bananen haben die Erwartungen der Initiative um das vierfache übertroffen, auch bei Kaffee, Schokolade und Tee haben die "Fairen" gute Zuwachsraten erzielt.

Wertpapiernotierungen:

Schwedens Ministerpräsident im finnischen Geschützmuseum - Ministerpräsident Paavo Lipponen führte seinen Gast zur Multimediaschau ins Geschützmuseum von Hämeenlinna, wo Göran Persson die größte Schlacht der Nordischen Geschichte sah, die Abwehrschlacht der Finnen gegen die angreifende Sowjetarmee bei Tali-Ihantala in der Näe von Wiborg. 40000 Finnen nahmen damals, im Juli 1944, den 150000 Russen die Lust zum Vormarsch nach Helsinki. "Schweden kann Finnland dankbar sein", meinte Persson nach der Vorstellung. Zwei Onkel von Lipponen hatten an den Kämpfen teilgenommen und hohe Ausweichnungen erhalten.

... Nachrichten vom 16. Januar 2002 aus Finnland ...

Rekordbuße Gratiswerbung für Nokia - Die Nachricht vom Bußgeld des Nokia-Direktors Anssi Vanjoki war gestern Gesprächsstoff rund um die Welt, vom amerikanischen Morgen-TV bis zum Spiegel. Das Bild des Geschwindigkeitssünders Vanjoki mit den Nokia-Handys in beiden Händen erreichte Hunderte von Millionen Verbraucher. Allgemeines Mitleid mit dem im Vorjahr gut 2 Millionen Euro vedienenden Nokia-Mann, dessen Bußgeld von über 100000 Euro 5 Prozent des Jahreseinkommens verschlingt. Das Gestz, nachdem Bußgelder nach Tagesverdienst verhängt werden, ist seit zwei Jahren in Kraft. Prominente Opfer waren bisher u.a. ein Eishockeymillionär und ein IT-Gründer, der seine Firma IOBox für 12 Millionen Euro verkauft hatte und sich als erstes einen Lamborghini-Sportwagen angeschafft hatte. Als er verkehrswidrig auffiel, wurde ihm vom Berufungsrichter die Strafe erheblich gekürzt, denn der Firmenverkauf lag schon ein Jahr zurück und der Ärmste hatte seitdem keinen Verdienst erzielt.

Wahrscheinlich wird auch der Einspruch von Vanjoki die Buße verkleinern, denn wegen 100000 Euro lohnt es sich ja, einen Spitzenanwalt zu nehmen. Anders wäre es, wenn einer zu schnell fährt und nur 25000 im Jahr verdient. Dann heißt es brav zahlen.

Wollen Sie wissen, wie Sie für Rasen in Finnland bestraft würden? Klicken Sie hier!

Cent-Rundung bringt Verstimmung - Das finnische Gesetz zur Erleichterung des Bargeldverkehrs, nach dem Centbeträge zum nächsten 5 bzw. 10-Cent-Betrag gerundet werden, wird von vielen Dienstleistungsbetrieben künstlerisch frei und weit interpretiert. Statt jeden einzelnen Posten centgenau zu buchen und nur den Endbetrag zu runden runden viele lieber jede Ware einzeln und natürlich lieber auf als ab, auch nicht immer Adam Rieses Rechenlehren beherzigend (oder wer mag die erste finnische Algebrafibel verfasst haben?). Darüber hinaus wollen viele Kassen auch bei Kredit- und Bargeldkarten vom Runden nicht lassen, obwohl das Gesetz vorschreibt, Konten centgenau zu belasten. Nun soll das Gesetz schleunigst novelliert werden.

Derweil schlechte Nachrichten für Münzsammler. Die Bank von Finnland will die hiesigen 1 und 2 Cent-Münzen in Zukunft neu auflegen, was den Wert der bisher seltenen Stücke erheblich mindern wird.

Wertpapiernotierungen:

Fünfter Kernreaktor terrorsicher? - Am Donnerstag wird das Kabinett versuchen, seine Entscheidung bezüglich des geplanten fünften finnischen Kernreaktors zu treffen. Inzwischen ist das Amt für Strahlungsschutz mit der Forderung an die Öffentlichkeit getreten, die finnischen Kernkraftwerke müssten so ausgerüstet werden, dass sie einen Terrorakt überstehen könnten. Bisher hatte als Anforderung gegolten, dass die Betonhülle dem Anprall eines einmotorigen Flugzeuges widerstehen kann. Vom 11. September wach gerüttelt soll nunmehr der Standard auf allgemeineuropäisches Niveau gehoben werden, wonach auch ein Militär- bzw. großes Passagierflugzeug gegen das Gebäude fliegen kann ohne Gefahr für die Umwelt.

In Finnland sind seit den 70er Jahren zwei Kernkraftwerke mit je zwei Reaktoreinheiten in Betrieb. Rund 20 Prozent des Stroms kommen aus der Uranzertrümmerung. Die geplante Anlage soll die Grundlast für die Industrie gewährleisten, doch Anfang der 90er Jahre hatte sich das Parlament schon einmal gegen den Bau entschieden. Der Ausgang der komenden Abstimmung scheint ungewiss.

Mein Signal ist mir heilig - Die Sorgen der finnischen Digitalfernsehmacher reißen nicht ab. Schöne und teure Programme gehen seit August in den Äther und niemand hat etwas davon, denn nach wie vor haben erst 10000 Haushalte die nötigen Empfangsgeräte. Nun droht Gefahr aus anderer Ecke. In Nordbottnien hatte eine Hausgemeinschaft eine Einrichtung installiert, mit der der neue schwedischsprachige Digi-TV-Kanal in ein analoges Signal umgeformt und an die Bewohner weitergeleitet wird. Für rund 1000 Euro kamen so Dutzende von Haushalten in den Genuss des neuen Programms, für dessen digitalen Empfang jeder von ihnen mindestens 400 Euro in Form einer Digibox hätte blechen müssen.

Die öffentlich-rechtliche Yle als Hüter des Digi-Grals ist natürlich entsetzt und pocht auf ihr Urheberrecht und das Recht auf ihr Signal. Die Gesetzeslage ist jedoch nicht eindeutig. Abwarten und Kaffee trinken denken sich da die meisten Verbraucher.

... Nachrichten vom 13. Januar 2002 aus Finnland ...

Esko Aho verzichtet auf Neukandidatur - Der seit 1990 als Vorsitzender des Zentrums amtierende Aho hat am Samstag seinen Verzicht auf eine neue Kandidatur auf dem Parteitag im kommenden Juni verkündet. Aho war Ministerpräsident 1991-95 und unterlag nur knapp bei der Staatspräsidentenwahl 2000. Am Donnerstag kündigte Anneli Jäätteenmäki (Bild) an, neue Vorsitzende des Zentrums werden zu wollen. Jäätteenmäki hatte Aho im ab Herbst 2000 für ein Jahr vertreten, als dieser als Dozent in Harvard weilte. Jäättenmäki werden bessere Chancen als Aho eingeräumt, nach den nächsten Parlamentswahlen eine Koalitionsregierung mit der SDP zu bilden.


Zahl der Asylsuchenden halbiert - Im letzten Jahr suchten nur halb so viele Flüchtlinge in Finnland politisches Asyl wie im Jahr vorher. Insgesamt waren es 2001 nur mehr 1600 Personen. Grund für die Wende ist vermutlich die Gesetzesänderung, nach der offensichtlich grundlos Asylsuchende schon beim Grenzantritt abgewiesen werden dürfen. Zuvor waren u.a. viele Roma aus Slovakien eingereist und hatten die Zeit bis zur Abschiebung im Lande verbracht, obwohl sie nach allgemeiner Kenntnis nicht politisch verfolgt werden.

Im lezten Jahr kamen aus Afghanistan 229 Flüchtlinge nach Finnland. Schweden war vergleichsweise beliebt mit insgesamt rund 23 000 Asylsuchenden 2001. In Finnland sind schon einige Aufnahmezentren für Flüchtlinge geschlossen worden und den Behörden gelang es, den Papierkrieg in den Griff zu bekommen. Noch immer dauert jedoch die Bearbeitung eines Asylantrages im Schnitt 15 Monate.



Streit um Töölöbucht tritt in die entscheidende Phase - Am Donnerstag hatte der Stadtplanungsausschuss von Helsinki mit 6:3 Stimmen den neuen Bebauungsplan für das Areal zwischen Parlamentsgebäude und Hauptbahnhof gutgeheißen. In den nächsten Wochen wird der Stadtrat über die Pläne zu befinden haben. Im Zentrum der Debatte steht schon seit Jahren das Schicksal der beiden langgestreckten Ziegelbauten (im Vordergrund auf dem Bild oben von 1952). Diese ehemaligen Zarenställe und bis in die 1990er Jahre als Warenumschlagstelle der Staatsbahnen fungierten Magazine sollen nämlich größtenteil abgerissen werden und dem neuen "Haus der Musik" Platz machen. Der Musiktempel soll zwei große Konzertsäle für die beiden ansässigen Sinfonieorchester sowie Ausbildungsklassen für die Sibelius-Akademie bieten. Die Mehrzahl der Bürger Helsinkis möchte die Magazine als Volksforum erhalten und, wenn überhaupt, das Musikhaus woanders entstehen sehen.

... Nachrichten vom 10. Januar 2002 aus Finnland ...

Parlament genehmigt Afghanistan -Mission - Das aus den Weihnachtsferien zur Abstimmung gereiste Gremium gab am Mittwoch ohne Gegenstimmen seinen Segen zur Entsendung von 50 finnischen Friedenssicherern nach Kabul. In seiner Rede äußerte Oppositionsführer Aho die Hoffnung, die Befehlsstruktur der UN-Truppen solle möglichst klar und unabhängig von den ihren Krieg fortsetzenden US-Amerikanern gehalten werden.


Auch fehlerhafte Zwanziger und Zehner im Umlauf - Am Mittwoch wurden in Mikkeli das Auftauchen von Euro-Scheinen im Wert von 20 und 10 Euro gemeldet, denen der echtheitsbezeugende Perlmuttstreifen fehlt. Die Numismatiker erleben Hochkonjunktur, die seit einer Woche herumgeisternden fehlerhaften 500er sind hochbegehrt, doch auch für die finnischen Starterpäckchen mit den 1 und 2 Cent-Münzen werden schon mehrfache Preise geboten. Grund dafür: in Finnland werden die 1 und 2 Cent Münzen nicht gebraucht, denn alle Barpreise werden (gemäß gestzlicher Regelung) auf die nächsten 5 bzw. 10-Cent-Werte gerundet. Deshalb wird die Menge der finnischen Kleinmünzen nach der Erstausgabe kaum noch wachsen. Die Bank von Finnland will mit dieser Beschränkung Geld sparen, denn die Herstellung und Verteilung der Kleinmünzen ist unverhältnismäßig teuer.

16 Millionen Verlust für Alma Media - Der Medienkonzern meldete für das vergangene Quartal beträchtliche Verluste. Alma Media besitzt u.a. den kommerziellen TV-Kanal MTV3 und verschiedene Zeitungen. Für das Jahr 2001 muss die Firma 25 Millionen Miese verbuchen. Am meisten hatten schwedische Firmenbeteiligungen auf das schlechte Ergebnis eingewirkt.

Wertpapiernotierungen:

Finnland schlachtet seine "Goldenen Kühe" - In Kuhställen bei Lapinlahti wiederkäuen 77 Rinder, deren Chromosomen ein besonderes Gen enthalten, das sie zu lebenden Chemiefabriken macht. In ihrer Milch sondern sie menschliches Laktoferrin ab, ein Protein, dem bestimmte gesundheitsfördernde Wirkungen nachgesagt werden. Die Rinder entstammen einem Projekt, welches Anfang der 1990er Jahre von vielen finnischen Instanzen mit Millionenbeträgen finanziert wurde. Schließlich übernahm die holländische Firma Pharming die Herde und versprach erst, die transgene Laktoferrin-Herde auf 2000 Stück zu vermehren, ging dann aber in Konkurs. Seitdem stehen die Goldenen Kälber bei der Gemeinde Lapinlahti im Futter, doch der wird der Spaß zu teuer. Ab nächste Woche sollen die Rinder eingeschläfert werden. Die Kadaver müssen als Problemmüll behandelt und vernichtet werden. Die Uni Kuopio versucht, 10 der Rinder zu behalten.

Strafe für Supermärkte: kein Bierverkauf - Weil sie gegen die Vorschrift verstoßen hatten, an Jugendliche keine alkoholischen Getränke zu verkaufen, dürfen 12 Läden im Raum Mikkeli eine Woche lang kein Bier und andere leichte alkoholische Getränke wie Cider verkaufen. Starkbier und Spirituosen sind sowieso in Finnland nur in Alko-Läden zu kaufen, doch die Niedrigprozentigen machen rund 6 Prozent des Umsatzes eines Lebensmittelladens aus. Die Aufsichtbehörde hatte die Strafen verhängt, nachdem eine Lokalzeitung junge Mädchen als Testkäufer ausgeschickt und die illegalen Verkäufe publik gemacht hatte. Dass Jugendliche trotz der Bestimmungen immer an ihr Bier kommen, ist allgemein bekannt, doch spürbare Strafen wurden bisher kaum verhängt.

... Nachrichten vom 8. Januar 2002 aus Finnland ...

Paavo Lipponen will Parteivorsitzender bleiben - Am Montag abend verkündete der seit 1993 als SDP-Vorsitzender und seit sieben Jahren als Ministerpräsident amtierende Lipponen, er wolle im Sommer auf dem Parteitag wieder kandidieren. Somit haben die Sozialdemokraten schon zwei Kandidaten für die Parteiführung, weiterhin wird damit gerechnet, dass auch Arbeitsministerin Tarja Filatov und Justizminister Johannes Koskinen kandidieren könnten.


Sachverständige protestieren: EU-Pelzzucht-Papier verfälscht Resultate! - Acht europäische Wissenschaftler hatten im Auftrag der EU-Kommision geprüft, wie das Wohlbefinden der Pelztiere in den Zuchtanstalten der EU gewährleistet ist. Als Zusammenfassung konstatierten die Forscher, die Pelztiere seien anderen Nutztieren gegenüber nicht benachteiligt. Vor einigen Wochen jedoch veröffentlichte die Kommission den Report in einer reidigierten Fassung. Darin fehlt diese wichtige Aussage. Nach Meinung von sechs der acht Sachverständigen verfälscht die veröffentlichte Fassung die Ergebnisse der Arbeitsgruppe und nähert sich in seinen Aussagen den Behauptungen von Tierschutzgruppen, die den Pelztieren mehr Freiheiten einräumen möchten. Finnland hat knapp ein Drittel der 6000 Pelztierfirmen der EU und produziert jährlich 2 Millionen Nerzfelle und ebenso viel Edelfuchsfelle mit einem Wert von 250 Millionen Euro.

500-Euro-Scheine ohne Hologramm - Peinlich für die Firma Setec und das Hi-Tech-Land Finnland: in finnischen Druckereien sind Bögen mit 500-Euro-Scheinen ohne Hologramm in den Umlauf geraten. Ursprünglich wurde versichert, es handle sich um einen einzigen Bogen mit 60 Scheinen, doch nun scheint wahrscheinlich, dass noch mehr fehlerhafte Scheine in den Umlauf gerieten. Sammler rechnen damit, dass der Wert der Fehldrucke über den Nennwert von 500 Euro steigen wird. Gleichzeitig läuft der Umtausch der Finnmark in die neue Währung auf Volldampf, bis Ende der Woche werden schon über 90 Prozent der alten Münzen und Scheine verschwunden sein. Leider jedoch kommt die Umstellung von Parkuhren und Automaten nicht so schnell voran, es ist zu befürchten, dass die alten Münzen noch längere Zeit ein begehrter Mangelartikel für Autofahrer bleiben werden.

Wertpapiernotierungen:

Entscheidung im Sänger-Wettbewerb von Lappeenranta - Helena Juntunen (Sopran) und Arttu Kataja (Bass-Bariton) sind die Sieger des diesjährigen Wettbewerbs und erhielten als Preissumme jeweils 7000 Euro. Andere Ausgezeichnete waren Sari Nordqvist, Riika Sirén, Niall Chorell, Kouta Räsänen und Mika Pohjonen. Helena Juntunen hatte bisher schon zwei bedeutende nationale Sänger-Wettbewerbe gewonnen.

... Nachrichten vom 3. Januar 2002 aus Finnland ...

Erkki Tuomioja kandidiert für SDP-Vorsitz - Der Außenminister verkündete bei einer Parteiversamlung in Jyväskylä, er wolle im Sommer gegen Ministerpräsident Lipponen antreten und sich um das Amt des Vorsitzenden der Sozialdemokraten bewerben. Tuomioja war schon im Frühjahr von seinen politischen Freunden als Gegenkandidat aufgebaut worden, hatte sich danach jedoch durch Israel-kritische Äußerungen eine Blöße gegeben. Nach den Terroranschlägen in den USA war die Gunst Lipponens wieder stark gestiegen.

Tuomioja ist bekannt für eigenständiges Denken und war einer der Radikalen der 60er Jahre, die ihre Weste nicht gewendet haben. Zur Zeit graben alle Parteien an den Startlöchern für den Wahlkampf im nächsten Jahr, und Tuomioja könnte leichter mit dem Zentrum eine Koalition eingehen als der pointiert zentrumskritische Lipponen. Das Zentrum ist durch das Hin- und Her um seinen Vorsitzenden Aho in der Wählergunst zurückgefallen.


Adler machen sich gut - 130 junge Adler sind das stolze Ergebnis der nistenden Paare im Jahre 2001. Erstmals dringt die Adler-Population auch wieder in Südfinnland vor. Grund für die günstige Entwicklung scheint ein Meinungsumschwung der Landbevölkerung zu sein. Besonders die gesetzliche Regelung zum Ausgleich für Adlerschäden an die Rentierzüchter hat ein besseres Klima geschaffen.

Wieder Öl-Skandal bei Fortum - Vor Weihnachten war die Fortum-Raffinerie in Naantali nachlässig mit Öl umgegangen. An Silvester war in Porvoo beim Pumpen von Diesel aus Tankschiffen eine beträchtliche Menge in die Umwelt gelangt. Bisher sind 400 cbm davon eingesammelt worden. Die Ölbekämpfung wird noch einige Tage dauern.

Miss Finnland 1977 tot - Armi Aavikko starb am Mittwoch im Alter von 43 Jahren. Nach ihrem Sieg im Schönheitswettbewerb '77 war die ungewöhnlich beliebte Armi als Schlagersängerin an der Seite von Danny (Ilkka Lipsanen) auch international aufgetreten.

Euros von der Ladenkasse - Entgegen den Erwartungen haben die Verbraucher in den ersten Tagen weniger mit Plastikgeld bezahlt als gewöhnlich. Statt dessen will jeder die neuen Euro-Scheine ins Portmonnai haben. Seit Dienstag werden die alten Mark-Scheine fleißig umgetauscht, meist an der Ladentheke. Eine Bank hatte vorübergehend Markbeträge als Euros verbucht und die Konten mit sechsfachen Abzügen belastet, jedoch schnell die Fehler behoben. Der erste Euro-weite Preisvergleich zeigte, dass Finnland das teuerste Land der Euro-Zone ist. Nur Milch ist hier billiger als im Schnitt der Euro-Länder. Besonders hoch ist der Unterschied bei Softdrinks.

Im ganzen Land Frost - Tagestemperaturen zwischen -20 und -8 Grad. Ab Samstag im Süden möglicherweise Tauwetter

Eiskarte

Wenn Sie das Wetter in Helsinki direkt sehen wollen, klicken Sie hier: Web-Kamera Pasila

Web-Kameras des Straßendienstes (in Finnisch)


Schneemenge in kg/qm

Die Nachrichtenwoche auf Latein: YLE WWW

Im Radio einmal wöchentlich - hier wann immer Sie wollen: die einzige Nachrichtensendung der Welt auf Latein!

Suchen Sie bei SkopoNet:


Suche:    
powered by topWEBMASTER

2001-2002 von SkopoNet