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... Nachrichten von Oktober 2002 bis Mai 2003 aus Finnland ...

 


... Nachrichten vom 26. Mai 2003 aus Finnland ...

Rückgang beim Finnland-Tourismus - Statt der gewohnten Zuwachsraten von 4-6 Prozent jährlich wird für dieses Jahr ein Rückgang der ausländischen Finnland-Urlauber um 2 Prozent befürchtet. Dabei schneidet das Land noch relativ gut ab, denn viele andere Länder leiden noch viel stärker unter den Negativ-Faktoren Terrorfurcht, Sars und Wirtschaftsflaute. Während Finnland immer noch als eines der sichersten Reiseländer gilt, werden vor allem Touristen aus Ostasien diesen Sommer seltener rund ums Sibelius-Monument ihre Fotos knipsen. In den letzten Jahren nämlich boomte Finnland vor allem bei den nunmehr Sars-geplagten Chinesen.


... Nachrichten vom 20. Mai 2003 aus Finnland ...

Finnjet verlässt Finnland! - Die 1977 in Dienst gestellte Finnjet wird diesen Sommer das letzte Mal deutsche Turisten nach Finnland bringen. Die einstmals größte Autofähre der Welt soll statt dessen unter einer Billigflagge registriert werden und ab Anfang 2004 die Route Rostock - Tallinn - St. Petersburg bedienen. Nach Ansicht der Reederei sind die Deutschen eher bereit, für Petersburg ihr Portemonnai zu öffnen als für das Urlaubsziel Finnland.

Bevor die Finnjet begann, in 22 Stunden die Strecke Travemünde - Helsinki zu bewältigen, war das Passagieraufkommen bei 100 000 jährlich eingefroren. Nach 1977 stieg die Zahl der Beförderten rasch auf 200 000. Nicht nur wurde Finnland den Deutschen nahe gebracht, sondern auch umgekehrt: Lübeck und Hamburg wurden beliebte Ausflugsziele der Finnen. Ob die verbleibenden Fährverbindungen ausreichen werden, den Spitzenverkehr der Sommermonate zu bedienen, oder ob neue Fähren an die Stelle der Finnjet treten werden, bleibt abzuwarten. Auf jeden Fall geht ein wichtiges Kapitel im Finnland-Tourismus dieses Jahr zu Ende!


... Nachrichten vom 15. Mai 2003 aus Finnland ...

Akte Rusi zum Staatsanwalt - Nach drei Jahren Ermittlungen hat die finnische sogenannte Schutzpolizei die Akten der Staatsanwaltschaft übergeben. Alpo Rusi soll in den 70er Jahren unter Aktenzeichen XV/11/69 der Stasi 100 Dokumente zur Verfügung gestellt haben, von den viele als geheim eingestuft waren. Der Beschuldigte, der als Berater des vorigen Staatspräsidenten Ahtisaari bekannt wurde, bestreitet die Vorwürfe konsequent. Dagegen hat sein Bruder Jukka zugegeben, die Person hinter dem Aktenzeichen zu sein. Doch Jukka Rusi war kein Beamter und hat sich deshalb nicht strafbar gemacht, als er die Stasi mit Informationen versorgte. Es bleibt abzuwarten, ob die Staatsanwaltschaft sich der Meinung der Ermittlungsbehörden anschließt, dass Alpo Rusi Landesverrat vorgeworfen werden kann oder ob die Sache verjährt ist.

Sars oder nicht Sars? - Seit Anfang voriger Woche steht in Turku in der Uniklinik ein junger Mann unter Quarantäne, der Träger des Sars-Virus sein könnte. Allerdings fällt es den Ärzten schwer, positive Befunde zu bekommen, bisher war erst ein Test positiv, zahlreiche andere negativ. Der Patient, der inzwischen schon genesen ist, soll sich in Toronto auf einer Messe angesteckt haben, doch die Verantwortlichen in Kanada bestreiten entschieden die Möglichkeit einer Ansteckung.


... Nachrichten vom 4. Mai 2003 aus Finnland ...

Verzögerter Frühlingsanfang beim Tallinn-Verkehr - Noch immer behindert das Ostsee-Eis den Personenverkehr zwischen Helsinki und Tallinn. Es wird mindestens noch eine Woche, vielleicht sogar bis Mitte Mai dauern, bis die schnellen Tragflächenboote und Katamarane verkehren können, bis dahin stehen nur die normalen Autofähren zur Verfügung, die für die Strecke 3,5 Stunden brauchen. Zudem war vor dem 1. Mai die Nordlandia wegen Schäden an der Steuerung für Tage ausgefallen. Normalerweise sind die Schnellfähren schon ab April unterwegs. Wer dieses Wochenende keine Buchung hat, entweder für Schiff oder Hubschrauber, bleibt am jeweiligen Strand hängen. Sowohl Reedereien wie die Fremdenverkehrsbetriebe der estnischen Hauptstadt sind vom Benutzerrückgang schwer betroffen.


... Nachrichten vom 25. April 2003 aus Finnland ...

Neue Regierung stellt sich dem Parlament - Die in der Osterwoche gebildete Regierung Jäätteenmäki saß gestern zum ersten Mal auf der Regierungsbank bei der Aussprache des neuen Parlaments über die Regierungserklärung. Der Oppositionsführer Itälä sprach aus, was viele denken, als er den Programmpunkten Widersprüchlichkeiten nachwies und das Klima in der Koalition als "Balance des Schreckens" bezeichnete. Ministerpräsidentin Jäätteenmäki versuchte in ihrer Antwort nachzuweisen, dass es sich wirklich um einen neuen Anfang handle, während die Vertreter der Sozialdemokraten betonten, die bisherige Politik konsequent forzusetzen. Wichtigstes Anliegen der neuen Regierung ist die Senkung der Arbeitslosigkeit, die zur Zeit auf 9,9 Prozent (270 000) gestiegen ist.

Der bisherige Ministerpräsident Lipponen nahm keinen Ministerposten an, sondern ließ sich zum Parlamentsvorsitzenden wählen. Alter und neuer Außenminister ist Erkki Tuomioja, SDP.


... Nachrichten vom 8. April 2003 aus Finnland ...

Beginn der Koalitionsverhandlungen - Noch vor Ostern wird Finnland eine neue Regierung erhalten, falls die Verhandlungen wie vorgesehen verlaufen. Unter Führung von Anneli Jäätteenmäki rangeln die Spitzen von Zentrum und SDP um Posten und Programmpunkte. Als Dritter ist mit von der Partie die Schwdische Volkspartei, die einen Sitz im Kabinett erhalten soll. Ohne Regierungsbeteiligung bleiben die Grünen.

Bald müssen sich die Medien im Ausland mit dem komplizierten Namen Jäätteenmäki vertraut machen. Nach 8 Jahren Lipponen, 4 Jahren Aho und davor Holkeri, Sorsa hat man es bald mit einem echt finnischen Stolpernamen zu tun. Doppel-ä, Doppel-t und Doppel-e, wobei Verschreibungen lustige Bedeutungen erlangen. Jätteenmäki könnte mit Müllhügel übersetzt werden, Jääteenmäki wäre dagegen Eis-Tee-Hügel! Beim zusätzlichen EU-Gipfel in Athen wird Ministerpräsident Lipponen Abschied von seinen Kollegen nehmen können, ob man ihn nach Ostern als Ausßenminister wiedersieht, ist noch ungewiss.


... Nachrichten vom 1. April 2003 aus Finnland ...

Angetrunkene Lufthansa-Piloten verurteilt - Die beiden Piloten, die kurz vor Weihnachten auf dem Flughafen Helsinki von der Polizei festgenommen worden waren, standen gestern in Vantaa vor Gericht. Der mit 0,61 Promille angetroffene Kapitän wurde zu 60 Tagen Haft mit Bewährung und 120 Euro Bußgeldzahlung verurteilt. Der "nur" 0,34 Promille genossene Steuermann kam mit 240 Euro Strafe davon. Beide hatten schon bald nach der Festnahme ihre Stellung bei der Lufthansa verloren.


... Nachrichten vom 31. März 2003 aus Finnland ...

Wettlauf nach Ferienhäusern - Jedes Jahr wird es für Ausländer schwieriger, ein finnisches Ferienhaus zu mieten. Die angespannte internationale Lage zur Zeit bringt es mit sich, dass diesen Sommer ein überdurchschnittlich hoher Anteil der Finnen den Urlaub im Heimatland verbringen wird. Schon jetzt sind 70 Prozent der mietbaren Objekte reserviert. Besonders im Süden und Westen des Landes ist der Sommer "gelaufen". Wer noch kein Mökki reserviert hat, wird am ehesten im Norden fündig. Ferienhaus-Reservierung


... Nachrichten vom 28. März 2003 aus Finnland ...

Il-2 Sturmovik: Finnisches Hakenkreuz zensiert - Worauf viele Flugsimulator-Fans seit Jahren warten ist nun Wirklichkeit! Die Luftkämpfe während des zweiten Weltkrieges über Finnland können nun realitätsgetreu nachgespielt werden, mit Ausnahme einer Geschichtsklitterei. Das Kennzeichen der finnischen Luftwaffe zwischen 1918-45 war das Hakenkreuz. Das uralte mythologische Symbol unterscheidet sich vom 15 Jahre später in Gebrauch genommen deutschen Hakenkreuz darin, dass die Balken senkrecht stehn, das Nazi-Symbol ist diagonal. Trotzdem wurde beim Flugsimulator Il-2 Sturmovik, mit Rücksicht auf deutsche Empfindlichkeiten, das Zeichen bei den finnischen Maschinen retouschiert. Doch Abhilfe bietet ein kleines Update: Adresse www.virtualpilots.fi

Flutgefahr droht bei Schneeschmelze - Das warme Wetter der letzten Wochen hat dazu geführt, dass mit dem Einsetzen der Schneeschmelze zwei bis drei Wochen früher als normal gerechnet werden muss. In der Region an der Ostküste des bottnischen Meerbusens mit seinen vielen großen Flüssen haben die Vorkehrungen schon begonnen. Die Eisflächen werden zersägt, um die Bildung von Packeis zu erschweren, welches das Wasser staut und über die Ufer treten lässt. Der Flutgefahr zum Trotz herrscht in ganz Finnland große Wasserknappheit, der Grundwasserspiegel ist extrem tief gesunken. Von der Schneeschmelze ist keine Hilfe zu erwarten, in der Sonne verdunstet der Schnee zum größten Teil, und der Rest fließt ungenutzt in die Ostsee. Nur langanhaltende Regenfälle können Erleichterung bringen, doch von Regen ist im Wetterbericht kaum die Rede. Obwohl die finnischen Seen und Küstengewässer diesen Winter eine sehr dicke Eisdecke haben, trägt das Eis kaum noch, denn die Sonnenstrahlen führen zu Umkristallisierungen, die das Eis extrem spröde machen.

Anneli Jäätteenmäki beginnt mit den Koalitionssondierungen - Die Vorsitzende der Zentrumspartei wurde vom neuen Parlament zur vorläufigen Sprecherin gewählt. Bei der konstatierenden Sitzung betonte Staatspräsidentin Halonen die Einhaltung der neuen Verfassung, die für den Präsidenten keine aktive Rolle bei der Regierungsbildung vorsieht. Jäätteenmäki stellte den Führern der im Parlament vertretenen Fraktionen einen Fragenkatalog zu, um deren Position zu den wichtigsten Punkten eines möglichen Regierungsprogrammes auszuloten. Bei der Sitzung waren alle Parteiführer mit Ausnahme des noch amtierenden Ministerpräsidenten Lipponen (SDP) anwesend. Allgemein wird angenommen, dass die künftige Regierung aus Zentrum, SDP, den Grünen und der Linksunion gebildet wird, doch noch ist fraglich, ob sich Lipponen mit dem Amt des Außenministers unter einer Ministerpräsidentin Jäätteenmäki stellt. Aus Kreisen der Sozialdemokraten wurde versucht, Jäätteenmäki als zu unerfahren für das Amt des Ministerpräsidenten hinzustellen, doch jeder weiß, dass Jäätteenmäki Ministerin in den Jahren 1991-95 war, während Lipponen vor acht Jahren keinerlei Regierungserfahrung besaß.


... Nachrichten vom 17. März 2003 aus Finnland ...

Zentrum und Grüne Gewinner der Wahl - Die Hauptoppositionspartei Zentrum konnte die Zahl ihrer Sitze um 7 auf 55 steigern und stellt damit die größte Fraktion im Parlament. Auch die Sozialdemokratische Partei von Ministerpräsident Lipponen konnte leichten Zuwachs verzeichnen und mit 2 Sitzen mehr auf 53 kommen. Hauptverlierer waren die bürgerlichen Parteien. Die Sammlungspartei verlor 6 Sitze und stellt nur mehr 40 Abgeordnete, Schwedische Volkspartei und Christdemokraten verloren je 3 Mandate. Dagegen konnten die Grünen ihre Fraktion von 11 auf 14 ausbauen. Erstmals zieht ein Grüner Abgeordneter aus einem ländlichen Wahlkreis, und zwar aus Nordkarelien, ins Parlament ein. Größter Überaschungssieger war in Helsinki der Schwergewichtsboxer Tony Halme, der auf der Liste der Splitterpartei Liberale kandidierte und mit über 16000 Stimmen mehr Unterstützung erhielt als die Oppositionsführerin Jäätteenmäki. Die Regierungsverhandlungen werden kompliziert, denn es ist fraglich, ob sich Lipponen nach acht Jahren als Ministerpräsident in die Rolle eines Juniorpartners von Jäätteenmäkis Zentrum finden kann. Zusammen hätten SDP und Zentrum die absolute Mehrheit.


... Nachrichten vom 15. März 2003 aus Finnland ...

EU-Lebensmittelamt endlich nach Helsinki? - Die Regierungschef von Italien und Finnland sollen sich auf einen Kompromiss geeinigt haben, nachdem das Lebensmittelamt der EU nach Helsinki kommt und in Parma ein Amt zur Förderung der Speisekultur gegründet wird. Der endgültige Beschluss darüber soll noch während der laufenden griechischen Präsidentschaftsperiode gefasst werden. Ende 2001 hatte Berlusconi verhindert, dass Helsinki das Lebensmittelamt bekommt. Dieses arbeitet unterdessen provisorisch in Brüssel. Wenn der Kompromiss Wirklichkeit wird, zieht das Lebensmittelamt in das Forschungszentrum der Uni Helsinki im Stadtteil Viikki, 10 km östlich vom Zentrum. Der Direktor des finnischen Lebensmittelindustrie-Verbandes Kalevi Hemilä kommentiert die Aussichten: "Helsinki wird eine einzigartige Zentrale für Fachleute der Lebensmittelbranche, wie sonst nirgendwo auf der Welt. Die finnischen Lebensmitteluntermehmen haben stark auf dem Gebiet von Forschung und Knowhow investiert. Durch die Stationierung des EU-Lebensmittelamtes nach Helsinki erhalten besonders die Entwickler von funktionalen Lebensmitteln und die Brauereien viele synergische Vorteile."

Finnland betont die Rolle der UN in der Irak-Krise - In der heißesten Phase des Wahlkampfes vor dem Stimmgang morgen Sonntag beherrschte das Thema Irak die Diskussion und die Schlagzeilen. Die Oppositionsführerin Jäätteenmäki hatte den amtierenden Ministerpräsidenten Lipponen beschuldigt, in Washington unklare Vorstellungen über die Haltung Finnlands zum Irak-Problem verursacht zu haben. Sogar die letztendlich für die Außenpolitik verantwortliche Staatspräsidentin Halonen musste bei der Abschlusssitzung des scheidenden Parlaments klar Stellung nehmen und betonen, dass Finnland die Rolle der UN unterstreicht. Irak müsse auf seine Massenvernichtungswaffen verzichten gemäß Beschluss des Sicherheitsrates. Die Verantwortung für die Abrüstung liege beim Irak.


... Nachrichten vom 4. März 2003 aus Finnland ...

UN-Raport: Finnland hat das sauberste Wasser! - Von 122 Nationen einer soeben veröfentlichten Untersuchung hat Finnland am besten für die Versorgung der Bevölkerung mit Wasser gesorgt. Dagegen am schlechtesten steht es damit in Belgien. Innerhalb der nächsten zwei Jahrzehnte werden die Wasservorräte der Welt um ein Drittel abnehmen.

Vorauswahl beginnt heute - Seit heute haben die wahlberechtigten Finnlands Gelegenheit, in Postämtern oder Schulen, je nach Kommune, ihre Stimme bei den Parlamentswahlen abzugeben. Eigentlicher Wahltag ist Sonntag, 16.3. Erfahrungsgemäß nutzt ein Viertel der STimmberechtigten die Möglichkeit der Vorauswahl. Stimmberechtigte sind etwa 4 Millionen. Nach letzten Umfragen liegt mit knapp 25 Prozent Anhängern die jetzige Oppositionspartei Zentrum mit ihrer Vorsitzenden Anneli Jäätteenmäki knapp vor der seit acht Jahren regierenden SDP von Ministerpräsident Paavo Lipponen. Die Gunst der Grünen fiel von knapp 15 Prozent gegen 10, während die Sozialisten dabei sind, die Grünen zu überholen. Auch die rechte Sammlungspartei verliert an Stimmen und wird nur von 17 Prozent favorisiert.


... Nachrichten vom 27. Februar 2003 aus Finnland ...

EU-Gelder in Lappland veruntreut - die Kripo ermittelt gegen einige Firmen in Finnisch-Lappland wegen des Verdachts, dass diese zur Ausbildung von Arbeitskräften angeforderte Gelder teilweise zweckentfremdet haben. Noch ist unbekannt, um wie hohe Beträge es sich handelt, doch spricht man vom größten bisherigen EU-Betrug in Finnland.

Auf der Eisstraße nach Åland - Ein Artikel der Helsingin Sanomat schildert heute das seltene Vergnügen einer Autofahrt vom finnischen Festland über die zugefrorene Ostsee zur Hauptinsel der Åland-Provinz. Die starken Fröste der Jahreswende hatten zum ersten Mal seit 10 Jahren zum Zufrieren der großen Ostseebuchten geführt, und trotz des relativ milden Februars konnte diese Woche die Eisstraße eröffnet werden. Weil sich Eis durch Wärmeschwankungen stark ausdehnt und zusammenzieht, entstehen allerdings viele Sprünge, die jeweils durch Planken oder sogar kleinen Eisfähren überbrückt werden müssen. Die Eisstraße führt von Röölä über Houtskär und vielen kleinen Inseln nach Åland.


... Nachrichten vom 21. Februar 2003 aus Finnland ...

Justizminster will Stimmleih-Site schließen - Am Donnerstag morgen erschien im Internet eine Seite, mit deren Hilfe Bürger wechselseitig vereinbaren können, bestimmten Kandidaten in fremden Wahlbezirken ihre Stimme bei den kommenden Parlamentswahlen zu geben. Wer in Helsinki wohnt, aber einem Kandidaten meinetwegen auf der Liste von Tampere seine Stimme geben will, sucht sich einen, der in Tampere wohnt, aber lieber für einen Kandidaten in Helsinki stimmen möchte. Vertrauen wird vorausgesetzt. Doch schon nach einer Stunde erhielt der Inhaber der Site Epost vom Justizminister, mit der Aufforderung, die Seite aus dem Net zu nehmen. Bisher ohne Folgen. Sich mit anderen abzusprechen, verstößt gegen das Wahlgesetz, doch wer nur dazu die Möglichkeit gibt, macht sich wohl kaum strafbar - oder doch?

Wiborg-Boikott hatte Erfolg - Nachdem seit Jahresanfang die Reiseveranstalter sechs Wochen lang keine Reisen in die karelische Hauptstadt Wiborg mehr veranstaltet hatten, entschloss sich die dortige Stadtverwaltung und Miliz, endlich gegen das Taschendiebunwesen einzugreifen. Wegen der fehlenden finnischen Touristen war das Geschäftsleben der bis 1940 finnischen Stadt gänzlich zum Erliegen gekommen. Als diese Woche die ersten finnischen Busladungen Touristen am Runden Turm ausstiegen, wollten sie ihren Augen nicht trauen. Keine jugendlichen Banden, die sich auf jeden stürzen, illegal gepresste CDs anbieten und bei jeder Gelegenheit nach Wertgegenständen grapschen, Dagegen einige Verkaufsstände, deren Verkäufer brav warten, dass die potentiellen Käufer ihre Entscheidung treffen! Wie lange es wohl anhält?


... Nachrichten vom 14. Februar 2003 aus Finnland ...

Industrie spart 20 000 Arbeitsplätze ein - Die Talfahrt der Wirtschaft kommt nun auch in Finnland in Schwung! Immer mehr Firmen sparen Stellen ein, und die Statistiker erwarten einen Anstieg der Arbeitslosenziffer von 9,0 auf bis zu 9,5 Prozent für Ende des Jahres. Noch ist der Dienstleistungssektor nicht betroffen, doch wie lange noch?

F-Secure fast aus der Verlustzone - Die finnische Datensicherheitsfirma machte in den letzten Monaten 2002 schon 0,9 Millionen Gewinn und verringerte ihre Verluste für das letzte Jahr auf 2,6 Prozent vom Umsatz, nachdem diese in Vorjahren schon einmal 30 Prozent erreicht hatten. F-Secure wurde von Risto Siilasmaa gegründet und ist bekannt für Anti-Virus-Software.


... Nachrichten vom 6. Februar 2003 aus Finnland ...

Keine Einigung mit Russland über Öltransporte - Das einzige Zugeständnis, das die finnische Regierung erhielt, war die Abstellung eines zweiten Eisbrechers für den 100.000 Tonnen Tanker Stemnitsa. Inzwischen hat die Stemnitsa ihre Last im neuen russischen Ölhafen Primorsk (finnisch Koivisto) an der karelischen Küste aufgenommen und unter ziemlichen Schwierigkeiten die schwerste Strecke Richtung Westen überwunden. Ihr Schwesterschiff Nounou wartet, dass die Eisbrecher frei werden, um ihrerseits Primorsk anlaufen zu können.

Als gestern endlich das Telefongespräch zwischen finnischem und russischem Ministerpräsidenten zustande kam, beharrte letzterer auf dem Standpunkt, die Stemnitsa sei eistauglich. Einen Monat vor der Parlamentswahl steht die finnische Regierung blamiert da, ihre vielgerühmten guten Beziehungen nach Russland erweisen sich als hohles Geschwätz. Russland ist in einer Zwangslage. Weil die Öltransportfirma Transneft sich entschlossen hat, den lettischen eisfreien Hafen Ventspils zu boikottieren, und die eigenen Häfen wegen der Eislage stark behindert sind, schwimmt Russland derzeit in Öl, statt es verkaufen zu können. Die Ölfirmen entscheiden, nicht die Regierung, und wenn tatsächlich eine Ölkatastrofe eintreten sollte, ist klar, dass Russland keinen müden Rubel für die Folgen locker macht.


... Nachrichten vom 4. Februar 2003 aus Finnland ...

Finnland besorgt über russische Öltransporte - Seit dem Wochenende ist das Land in heller Aufregung! Ein unter griechischer Flagge schwimmender Öltanker mit Namen Stemnitsa läuft durch den Finnischen Meerbusen mit dem Kurs auf den russischen Ölhafen Primorsk, um dort Rohöl zu tanken. Nach Meinung der finnischen Behörden ist der Tanker nicht für die Winterbedingungen in der östlichen Ostsee geeignet. Zur Zeit haben selbst gut gegen Packeis verstärkte Schiffe Schwierigkeiten, die Häfen anzulaufen.

Auf dem Hintergrund der Furcht ist natürlich die Erinnerung an die Ölkatastrophe vor der spanischen Küste. In den engen Gewässern der Ostsee wären die Folgen einer Havarie noch schwerer. Ministerpräsident Lipponen versuchte, seinen russichen Kollegen zu alarmieren, doch der ließ sich wegen Urlaubs entschuldigen. Der russische Verkehrsminister wiegelt ab, der Tanker habe die erforderlichen Papiere! - In Finnland fragt sich manch einer, wo denn diesmal Greenpeace bleibt, das so eilig zu Aktionen bereit ist, wenn irgendwo in Finnland ein paar alte Bäume umgesägt werden sollen??

Vier Fünftel der Finnen gegen jede Beteiligung am Irak-Krieg - Nur 5 Prozent der Befragten sprachen sich dafür aus, dass Finnland sich an einem amerikanisch geführten Krieg gegen Saddam beteiligen solle, selbst wenn die UNO die Erlaubnis gibt.


... Nachrichten vom 20. Januar 2003 aus Finnland ...

Finnland will keinen EU-Präsidenten - Der für die Außenpolitik zuständige Große Ausschuss des finnischen Parlaments diskutierte Ende der Woche den Vorstoß von Schröder/Chirac über die Schaffung eines Präsidentenamtes für die EU. Das Gremium lehnt die Pläne einhellig ab. Auch die Regierung hat Vorbehalte. Finnland setzt sich allgemein für eine Stärkung der Kommission ein. In den letzten Monaten war von vielen Seiten ein Bekenntnis zu einer föderalistischen Struktur der EU laut geworden.

Deutsche Rezession verringert finnische Exporte - Die Nachfragerückgänge in Deutschland wirken sich stark auf dessen Handelspartner aus. Finnische Exporte nach Deutschland waren im letzten Quartal 2002 um 7,5 Prozent zurückgegangen im Vergleich zum Vorjahreszeitraum. Dies ist die stärkste Einbuße seit Jahrzehnten. Deutschland ist Finnlands bedeutendster Handelspartner.


... Nachrichten vom 11. Januar 2003 aus Finnland ...

Samstag - Schneesturm: 5 Tote - Gestern verursachte das Tiefdruckgebiet mit seinen reichlichen Schneefällen zahlreiche Straßenunfälle in verschiedenen Teilen des Landes. Auf der Autobahn bei Kuopio kam es zu Dutzenden von Auffahrunfällen, bei der ein Autofahrer tödlich verletzt wurde, nachdem er ausgestiegen war, um sich den Schaden an seinem Vehikel genauer anzusehen. Bei Ypäjä starben 3 Insassen eines Unfallfahrzeugs. - Jetzt weiß die Öffentlichkeit auch, dass Kuopio eine Autobahn hat!

Südwind verschlechtert Eislage vor finnischen Häfen - Die durchziehenden Tiefdruckgebiete mit ihren starken südlichen Winden haben dazu geführt, dass sich vor der Küste Packeis zu bilden beginnt. Packeis ist schwerer aufzubrechen als die ursprüngliche Eisdecke. Zur Zeit ist schon der ganze finnische Meerbusen bis südwestlich von Hanko von einer geschlossenen Eisdecke bedeckt, ebenso der Bottnische Meerbusen total. Die Eisdicke beträgt 35 - 50 cm. Im Binnenland sind viele Seen schon so dick mit solidem Eis bedeckt, dass die Eisstraßen LKWs tragen. Dies ist also eine hervorragenden und seltene Gelegenheit, Baumaterialien und andere Lasten zu abgelegenen Ferienhäusern zu bringen. Alle bis auf einen sind alle finnischen Eisbrecher im Einsatz, und wegen Eigenbedarfs können die Nachbarländer Russland und Estland nicht mit finnischer Eisbrecherhilfe rechnen. Die nächsten zwei Monate werden für deren Ostseehäfen nicht leicht sein. Die vor kurzem eröffente Passagierlinie zwischen Petersburg und Königsberg ist denn auch schon gekappt, denn die Fähre "Georg Ots" sitzt im Eis fest.


... Nachrichten vom 7. Januar 2003 aus Finnland ...

Vereisungsrekord für nördliche Ostsee - Normalerweise erreicht das Ostsee-Eis seine flächenmäßig größte Ausdehnung erst im März. Diesen Winter jedoch ist die Vereisung schon jetzt Anfang Januar weiter vorgedrungen als je in den letzten 10 Jahren! Schon spricht man davon, dass die Ostsee diesmal, das erste Mal seit 1948, ganz zufrieren könnte, bis zum Belt. In den nächsten Tagen werden die letzten beiden finnischen Eisbrecher auslaufen, um die Frachtlinien zu den Häfen offen zu halten. 80 Prozent des finnischen Außenhandels ist auf Frachtschiffe angewiesen! Für die estländischen und russischen Häfen sieht es schon prekär aus. Vor St. Petersburg warten zur Zeit rund 40 Schiffe auf Eisbrechergeleit in den Hafen. Der Hafen von Tallinn hatte voriges Jahr, nach sieben eisfreien Wintern, seinen einzigen Eisbrecher an die Russen verkauft. Nun will Estland Brecher aus Kanada mieten. - Können bald die finnischen Werften mit Aufträgen zum Bau neuer Eisbrecher rechnen?

Eiskarte nördliche Ostsee

4-Schanzen Ahonen: kein Geld für Sieg-Audi - Janne Ahonen, der Sieger der diesjährigen 4-Schanzen-Tournee, ist über den Siegespreis, einen Audi Allroad-Quattro, alles andere als glücklich. Nach Finnland eingeführt müsste der selten lächelnde Finne rund 40 000 Euro Steuern über den Schaltertisch der Zollbehörde schieben. Übrige Sachpreise waren eine von Siemens gestiftete Einladung zum Heimspiel von Real Madrid und ein Trikot von Renaldo, welches Ahonen etwas zu weit sein dürfte.


... Nachrichten vom 3. Januar 2003 aus Finnland ...

Betrunken in Helsinki: Lufthansa-Piloten scheiden aus - Den Nachrichten des Kanals Yle 1 zufolge haben die beiden Piloten, die Weihnachten von der Polizei am Flughafen Helsinki wegen Trunkenheit am Knüppel festgenommen worden waren, gekündigt. Die Lufthansa ist erleichtert über den Ausgang. Die Piloten wollten eine Boeing 737 von Helsinki nach Frankfurt steuern, doch ihre Blutprobe sprach eine deutliche Sprache! Nach Auskunft der Polizei ist dies der erste derartige Fall in Jahrzehnten.

Strommangel: Finnen sollen auf Sauna verzichten! - Unter dem klirrenden Frostwetter der letzten Wochen laufen alle Stromturbinen auf Hochturen und auch aus Russland wird so viel Strom importiert wie die Leitungen hergeben. Gestern verbrauchten die Finnen mehr Strom als jemals zuvor. Heute empfiehlt der Energiekonzern Fortum seinen Kunden, in den nächsten Tagen auf das Beheizen elektrischer Saunen zu verzichten, um Zwangsregelungsmaßnahmen vorzubeugen. Wenn die Temperaturen weiter landesweit unter -20 Grad bleiben und nächsten Dienstag die Industrieanlagen nach der Weihnachtspause auf volle Leistung drehen, sind Abschaltungen nicht mehr auszuschließen. Hauptgrund für die präkäre Lage ist die Trockenheit des letzten Sommers und der Wassermangel in den Wasserkraftregionen Skandinaviens. Der Strompreis steigt täglich.


... Nachrichten vom 2. Januar 2003 aus Finnland ...

Willkommen im Jahr 2003! - Diesmal habe ich darauf geachtet, gleich die Jahreszahl zu ändern, denn nach dem vorigen Jahreswechsel liefen diese Nachrichten noch monatelang unter der Überschrift "2001". Die SkopoNet Finnland-Nachrichten gehen damit schon ins dritte Jahr!

50 Jahre finnischer Sekt - 1953 war ein gutes Weinjahr am Rhein. Noch 20 Jahre später konnte man auf Weinlisten von Restaurants 1953er Rüdesheimer finden. Doch auch in Finnland war man damals nicht untätig. Nach dem Olympiajahr von Helsinki 1952, das den Finnen Bekanntschaft mit Coca Cola brachte, wurde nämlich 1953 der erste finnische Sekt kreiert, aus dem Saft einheimischer weißer Johannisbeeren. Die Marke von damals ist immer noch Marktführer: Elysee No. 1.

Halonen betont Einhelligkeit in der Sicherheitspolitik - Bei ihrer Neujahrsansprache sagte die Staatspräsidentin Finnlands, Tarja Halonen, die jetzige Sicherheitspolitik Finnlands genieße breite Unterstützung in der Bevölkerung. So müsse dies auch in Zukunft bleiben. Dies kann als Wink mit dem Zaunpfahl verstanden werden. Weniger als ein Fünftel der Finnen will das Land in der Nato sehen, doch die Politiker werden verdächtigt, die Mitgliedschaft vorzubereiten. Doch sogar 3 Monate vor den nächsten Parlamentswahlen wagt kaum ein Verantwortlicher, eindeutig Farbe zu bekennen, denn ein Bekenntnis zur Nato würde Stimmen kosten. Wahlbetrüger in spe?


... Nachrichten vom 21. Dezember 2002 aus Finnland ...

Polen kauft 690 finnische Schützenpanzer - Für einen Wert von 1,3 Milliarden Euro wird die finnische Rüstungsfirma Patria die polnische Armee mit ihrem neuesten Panzermodell AMV ausrüsten. Der größte Teil der Fahrzeuge wird in Polen montiert, doch auch für die finnische Seite ist die arbeitsschaffende Seite des Abkommends bedeutend. Das Turmgeschütz für 313 der Panzer wird aus Italien bezogen. Patria konnte sich in der Ausschreibung gegen österreichische und schweizerische Bewerber durchsetzen.


... Nachrichten vom 19. Dezember 2002 aus Finnland ...

Ende für Vuotos Stausee - Das Oberste Verwaltungsgericht hat entschieden, der seit 50 Jahren in Planung gewesene Stausee Vuotos in Ost-Lappland wird nicht gebaut. Grund für die Entscheidung waren die Umweltschäden, die durch das Anstauen der betroffenen Flüsse verursacht würden.


... Nachrichten vom 17. Dezember 2002 aus Finnland ...

Import-Gebrauchtwagensteuer noch immer zu hoch - Der Oberste Gerichtshof gab einer Privatklage statt und befand, dass der finnische Zoll auch nach der neuesten Regelung vom September die Importeure von ausländischen Gebrauchtwagen gegenüber Inlandskäufern benachteiligt. Statt als Richtpreise die von Autohändlern geforderten Preise für vergleichbare Fahrzeuge sollen die wirklichen Verkaufspreise herangezogen werden. Auch muss der wirkliche Steuersatz berücksichtigt werden, der seinerzeit, als die Autos in Finnland als Neuwagen verkauft wurden, gültig war. Das Urteil sollte nach Expertenmeinung die Steuern für aus EU-Ländern importierte Gebrauchtwagen um durchschnittlich etwa 20 Prozent gegenüber den jetzigen Sätzen ermäßigen. In Zukunft müssen sich finnische Käufer genauer überlegen, welche Autotypen es sich lohnt, aus Deutschland zu holen, denn die Steuersätze sind von Typ zu Typ höchst unterschiedlich und liegen zwischen 19 und 34 Prozent.

Flughörnchen weg von der Gefährdungsliste? - Wenn es nach Handels- und Industrieminister Sasi geht, wird sich Finnland dafür einsetzen, die Flughörnchen von der Liste der gefährdeten Tierarten in der EU zu nehmen, denn die putzigen Tiere seien keineswegs selten. Der Schutz der von Flughörnchen benutzten Bäume verteuert viele wichtige Bauprojekte um ein Fünftel und verzögert deren Verwirklichung, so der geplanten neuen Schienentrasse nach Lahti.

Im Warentransport nach Russland droht das Chaos - Weil russische Behörden die internationalen Verträge nicht einhalten und ausländische Spediteure mit allerlei Schikanen und selbst erfundenen Gebühren drangsalieren, hat die internationale Spediteursvereinigung den TIR-Vertrag mit Russland gekündigt. Nach Weihnachten müssten dann alle Lasten an den Grenzen kontrolliert werden, was zu gewaltigen Schlangen u.a. an der finnisch-russischen Grenze führen würde. Die Regale der russischen Lebensmittelläden würden bald Riesenlücken bei ausländischen Produkten aufzeigen. Die Verantwortlichen der EU und Russlands bemühen sich derzeit um eine Übergangslösung.


... Nachrichten vom 14. Dezember 2002 aus Finnland ...

Lappland = Goldland - Nächstes Jahr wird im Zentrum Finnisch-Lapplands die größte Goldmine Europas eröffnet. Rund 50 km östlich vom Wintersportzentrum Levi, mitten in der Einöde der lappländischen Sümpfe und Wälder, war 1989 ein reiches Goldvorkommen entdeckt worden. Die Schürfrechte besitzt die schwedische Ryddarhyttan Resources, der nunmehr die Umwelt-Erlaubnis für den Anreicherungsprozess erteilt wurde. Die goldhaltigen Adern ziehen sich in bis zu 400 Meter Tiefe hin, und die Anreicherung erfolgt teilweise auf bakterielle Weise! In den Abwässern werden jährlich einige Hundert Kilogramm Zyanid frei, die jedoch nach Ansicht der Behörden keine Gefahr für die Natur bilden. Die Jahresproduktion wird auf 3000 - 4000 Kilogramm reines Gold geschätzt. - Traditionell wird in nordlappischen Flüssen wie am Lemmenjoki Gold gewaschen, entweder mit der Hand oder im großen Maßstab mit Maschinen, doch die Erträge sind meist bescheiden.


... Nachrichten vom 12. Dezember 2002 aus Finnland ...

Zufriedene Finnen in Munster - Nach 10 Wochen Training und Tests mit deutschen Leopard-Panzern kehren die finnischen Soldaten zufrieden zurück. In Munster beim Übungsschießen "erlegten" die Finnen sogar 9 von 10 beweglichen Zielen und waren damit nach Auskunft der Ausbilder die beste Gruppe bisher. Finnland kauft 124 gebrauchte Kampfpanzer vom Typ 2A4 mit Zubehör zum Preis von 120 Millionen Euro. Die Wagen werden die bisher im Gebrauch befindlichen sowjetischen T72 ersetzen. Vor allem die Nachtsichtausrüstung der Leoparde, aber auch deren einfache Wartung begeisterten die finnischen Tester.


... Nachrichten vom 6. Dezember 2002 aus Finnland ...

Finnland 85 - Heute jährt sich zum 85. Male der Tag, an dem Wladimir Lenin die Urkunde zur Unabhängigkeit Finnlands vom Russischen Reich unterschrieb. Die Feierlichkeiten des Unabhängigkeitstages begannen schon gestern abend mit dem Anzünden von Kerzen an den Gräbern der Staatspräsidenten und kulminieren beim traditionellen Empfang heute Abend im Präsidentenpalais.


... Nachrichten vom 5. Dezember 2002 aus Finnland ...

Holzbeheizte Saunen bedeutende Luftverschmutzer - Einmal die Sauna aufheizen entspricht 80 km Fahrt mit Dieselmotor! Und in Finnland gibt es eine halbe Million von holzfressenden Saunaöfen, die allerdings zum größten Teil zu Sommerhäuschen gehören. Im Sommer jedoch werden die Saunen fast täglich beheizt. Aus den Schornsteinen quillt dann mit dem Rauch reichlich Mikropartikel, die bei Mensch und Vieh tief in die Lungen dringen und karzinogen wirken. Kommt also demnächst die HiTech-Sauna mit eingebautem Katalysator? Wenn ja, dann nicht aus Finnland, denn hier sind diesbezügliche Forschungen weit hinter z.B. deutschen Entwicklungen zurück!

Eisbildung unterbindet Schnellverkehr nach Tallinn - Das langanhaltende Frostwetter hat dazu geführt, dass die Reedereien ihren Schnellverkehr über die Finnische bucht einstellen mussten. Vorausbuchungen werden auf normale Fähren umgebucht, deren Kreuzfahrtdichte erhöht wurde. In normalen Jahren konnten die Schnellboote bis Weihnachten verkehren. Im Bottnischen Meerbusen sind schon die ersten Eisbrecher im Einsatz und halten die Frachthäfen offen. Willkommen zu den ersten Eisbrecherfahrten!

Kari Hotakainen gewinnt Finlandia-Preis - für seinen neuesten Roman "Juoksuhaudantie" (dt. Schützengrabweg). Die Kritiker waren sofort begeistert von dem Werk, und so auch der diesjährige Juror, der Grand Old Man der finnischen Schauspielergarde, Lasse Pöysti. Die Lektüre habe ihn abwechselnd vor Lachen vom Stuhl gerissen und Tränen vergießen lassen. Die Handlung ist einfach: Ein Mann mit dem finnischen Allerweltsnamen Matti Virtanen sehnt sich danach, Hauseigentümer zu werden, weil er dadurch hofft, seine Familie zurück zu bekommen. Demnächst auch in Ihrem Buchladen!

Hunderte betroffen von Soneras Tele-Spionage - Nachdem am Samstag der ehemalige Generaldirektor Relander in Haft genommen und die anderen, bisher in Polizeigewahrsam genommenen Sonera-Direktoren freigelassen wurden, hat die Kripo nun damit begonnen, das Ausmaß der Schnüffelei zu erkunden und die Betroffenen zu befragen. Vermutlich Hunderte, wenn nicht Tausende von Mobiltelefonbenutzern, darunter Direktoren und Aufsichtsratsmitglieder von Sonera, wurden rechtswidrig kontrolliert, weil sie verdächtigt wurden, die Presse über die chaotischen Führungspraxen Relanders informiert zu haben.


... Nachrichten vom 2. Dezember 2002 aus Finnland ...

Generaltarifvertrag unterzeichnet - In der Nacht zum Montag konnten nach monatelangen Verhandlungen die Zentralgewerkschaftn und der Arbeitgeberverband den Tarifvertrag für die nächsten zwei jahre unterzeichnen. Gut 80 Prozent der Lohnempfänger gehören zum Einflussbereich des Vertrages. Neben Lohn- und Gehaltserhöhungen von 2,9 und 2,2 Prozent für 2003 bzw. 2004 enthält das Abkommen Sonderregelungen für Niedriglohnbranchen, stärkere Kontrolle bei der Beschäftigung von Arbeitern aus Billiglohnländern sowie eine Mindestarbeitszeit von 4 Stunden.


... Nachrichten vom 27. November 2002 aus Finnland ...

Relander festgenommen - Bei seiner Ankunft in Finnland am Dienstag wurde der ehemalige Sonera-Chef von der Polizei festgenommen. Die Verhöre über seine Verantwortung in der Telefonatschnüffelaffäre dauern an.

Zu viel Dioxin im finnischen Strömling - Die neuesten Analysen der Fangproben in verschiedenen Bereichen der Ostsee lassen vermuten, dass noch auf Jahre hinaus der Verzehr von finnischen Ostseeheringen besonders bei Schwangeren und Kindern bedenklich ist. Besonders große Heringe überschreiten mit ihrem Dioxingehalt die Sicherheitsgrenzen der EU. Dagegen liegen die Werte der Fische aus deutschen und dänischen Gewässern im zulässigen Bereich.

Erste Entlassung in der Polizeiaffäre - Weiter Polizisten in Lappland werden verdächtigt, straffällig geworden zu sein. Ein seit August vom Dienst suspendierter Beamter aus Sodankylä wurde gestern entlassen, nachdem er gestanden hatte, Mittel der lokalen Polizeivereinigung in Höhe von 4400 Euro unterschlagen zu haben. Fortsetzung folgt vermutlich!

Oper und Nationaltheater droht Aufführungsbeschränkung - Weil die Finnen auf einmal deutlich weniger für Lotto und andere Glücksspiele ausgeben, hat sich eine Finanzierungslücke aufgetan, denn ein Teil der Kulturinstitute lebt maßgeblich von den Erträgen der Lotterien. Gleichzeitig wollen die Nachbarstädte Espoo und Vantaa weniger als bisher in den Topf der Prestigeanstalten in Helsinki zahlen. Wenn der Staat nicht einspringt, nüssen Nationaloper und -theater im nächsten Jahr eine dreimonatige Pause einlegen.


... Nachrichten vom 26. November 2002 aus Finnland ...

Jetzt auch Relander im Visier der Polizei - Gestern montag hatte die Kripo schon Haftbefehl für den zu Zeit in London weilenden ehemaligen Sonera-Generaldirektor erlassen, doch zog sie ihn am Abend zurück. Relander will freiwillig aussagen, heißt es heute. Bisher sind vier leitende angestellte des Mobilkonzerns in Untersuchungshaft.

Wo die Krähen einander ein Auge aushacken - Die Kommune Sodankylä, nördlich des Polarkreises und bekannt für das Mittsommer-Filmfestival, war letzte Woche Ziel vieler Witze und Anspielungen. Das dortige Polizeirevier, mit insgesamt einem Dutzend Beamter besetzt, musste eingestehen, dass schon drei Beamte vom Dienst vorläufig suspendiert sind und ein vierter Fall gerade geprüft wird. Grund für die Maßnahme waren nicht etwa Klagen der Bevölkerung, sondern Anzeigen von Kollegen des gleichen Polizeireviers! Mal ging es um Amtsmissbrauch, mal um Unterschlagung. Einer soll für 3300 Euro Motorschlittenzubehör bestellt und die Rechnung nicht bezahlt haben. Die Öffentlichkeit und auch die Vorgestzten im Polizeidistrikt Lappland erfuhren erst jetzt von den Anschuldigungen, obwohl der erste Fall schon ein halbes Jahr schwelt.


... Nachrichten vom 23. November 2002 aus Finnland ...

Verhaftungswelle bei Sonera nähert sich der Konzernspitze - Am Freitag verhaftete die Polizei zwei Direktoren des Telekonzerns. Sie sind dringend verdächtig, das finnische Fernmeldegesetz gebrochen zu haben. Es handelt sich um Jari Jaakkola, der für Communikation und Anlagen verantwortlich war, sowie um die rechte Hand des ehemaligen Generaldirektors Relander, Henri Harmia. In dem im letzten Sommer anonym veröffentlichten Sonera-Buch wurde detailliert geschildert, wie nach negativen Presseberichten auf Veranlassung der Konzernspitze die Telefondaten daraufhin untersucht wurden, wer von den Angestellten mit der Presse gesprochen haben könnte. Der jetzige Generaldirektor Koponen hat von seinen Untergebenen völlige Offenheit bei den polizeilichen Ermittlungen gefordert.


... Nachrichten vom 21. November 2002 aus Finnland ...

Deutsche Greenpeace verlangt Verdoppelung der Schutzgebiete in Finnisch Lappland - Statt der bisher geschützten 300.000 Hektar Forstgebiet müssten zusätzlich bis zu 500.000 Hektar dem Zugriff der Papier- und Zellstoffindustrie entzogen werden, wenn die Vorstellungen von Greenpeace verwirklicht werden. Die Organisation will die deutschen Endverbraucher von Zeitungspapier mobilisieren und die Verlage unter Druck setzen, finnische Papiererzeuger zu boikottieren, wenn diese und der finnische Staat als betroffener Waldbesitzer nicht den selbsternannten Umweltschützern der deutschen Greenpeace Folge leisten. Nach Meinung der Finnen würden die Forderungen auf ein Ende der Forstwirtschaft in Nordfinnland bedeuten und gleichzeitig die Bemühungen zunichte machen, wertvolle Waldgebiete im südlichen Finnland durch freiwillige Schutzmaßnahmen der Waldbesiter zu retten.


... Nachrichten vom 15. November 2002 aus Finnland ...

Enrico Bronzi siegt im Paulo-Cello-Wettbewerb - Im anstrengendesten Cello-Wettbewerb der Welt gewann gestern im Finlandia-Konzertsal in Helsinki der Italiener Bronzi den auf 15000 Euro dotierten Preis. Zweiter war Raphael Kwiatkowski aus Polen.


... Nachrichten vom 12. November 2002 aus Finnland ...

Amtliches Porträt von Staatspräsidentin Halonen erhitzt die Gemüter - Tarja Halonen wählte als Künstler Rafael Wardi, dessen Gemälde vorige Woche enthüllt wurde. Die Finnen sind in zwei Lager gespalten, ob sie lachen oder weinen sollen. Beide Reaktionen sind ja durchaus angebracht. Wie es der Karrikaturist heute ausdrückte: Je weiter man vom Bild weggeht, desto ähnlicher wird es!



... Nachrichten vom 10. November 2002 aus Finnland ...

China kopiert Finnlands klassenlose Oberstufe - Einem Bericht von Helsingin Sanomat zufolge hat die Volksrepublik China beschlossen, in rund 14000 Schulen das finnische System der klassenlosen Oberstufe zu übernehmen. Wie alles heutzutage im Riesenreich muss auch diese Umstellung schnell gehen! Schon 2004 sollen die Schulen nach dem neuen System unterrichten. Dabei ist es erst anderthalb Jahre her, als der Unterrichtsminister Chen Zhu Li Finnland bereiste, eine Oberstufe in Helsinki besuchte und sogleich Feuer und Flamme für das Gesehen war. Das hervorragende Abschneiden der finnischen Schüler bei der Pisa-Untersuchung vor einem Jahr hat die Begeisterung der Chinesen natürlich nicht verringert, obwohl die in der Pisa-Studie untersuchten 15jährigen Schüler natürlich Grundschüler waren, die normalen Unterricht in herkömmlichen Schulklassen genossen hatten.

Die finnischen Schüler kommen mit 16-17 Jahren, nach 9 bis 10 Jahren Grundschule (der mindestens ein Jahr Vorschule vorausgeht) in die Oberstufe (finnisch Lukio), wo sie nach 3 bis 4 Jahren die zum Hochschulstudium berechtigende Studentenprüfung ablegen. Statt wie früher in Klassen 1-3 lernen die Schüler einem selbstgewählten Kursplan zufolge. Für jedes Fach gibt es obligatorische Kurse und freiwillige Ergänzungskurse. So muss jeder 5 Kurse Muttersprache ablegen und die Fremdsprachen sind jeweils in 9 Kursen aufgegliedert, Mathematik in 10. Wer gut in Englisch ist, kann so schon in zwei Jahren alle Kurse machen und auch die Englischprüfung des Studentenexamens schon ablegen, um sich dann voll auf andere Fächer konzentrieren zu können. Wer wegen Faulheit, Krankheit etc. einen Kurs vermasselt, kann den meist sofort neu belegen und sich prüfen lassen. Nach jedem Kurszyklus wird eine Prüfungswoche eingelegt, und Kurszyklen gibt es im Jahr 5 bis 6 (in der Erwachsenenausbildung) sowie während der langen finnischen Sommerferien gibr es auch Sommerkurse.

Viele Schüler haben mit der klassenlosen Oberstufe anfangs Schwierigkeiten, weil sie sich ein zu großes Pensum vornehmen, doch kaum einer will heute mehr auf das neue System verzichten. Der Einführung der klassenlosen Oberstufe gingen in Finnland 20 Jahre Planung und viele Tests voraus, und sie wurde von den Schulen allmählich während der letzten zehn Jahre eingeführt.


... Nachrichten vom 8. November 2002 aus Finnland ...

Unternehmenssteuer soll gesenkt werden - Eine Arbeitsgruppe im Finanzministerium schlägt in ihrem Raport vor, den Unternehmenssteuersatz von 29 auf 25 Prozent zu senken und dafür die Steuer auf Aktieneinnahmen von bisher Null auf gleichsfalls 25 Prozent festzusetzen. Viele Besitzer von Aktiengesellschaften in Finnland zahlen sich selbst gar keine oder nur lächerlich geringe Gehälter und umgehen dabei weitgehend der persönlichen Besteuerung, indem sie nur Aktieneinnahmen geltend machen. Obwohl die Unternehmensbesteuerung in Finnland deutlich niedriger ist als im EU-Mittel, will die Wirtschaftslobby gegen die Pläne Sturm laufen.

Die nächste Jokeri-Halle kommt nach Stuttgart - Heute wird in Hamburg eine 15000 Zuschauer fassende Mehrzweckhalle in Hamburg eröffnet. Sie soll nun als Vorzeigeschild für neue Projekte dienen und aus der finnischen Firma JHC Arena Holding des Hjallis Harkimo den "MacDonalds des Sporthallenbaus" machen. Als nächstes "Opfer" ist Stuttgart ausersehen, wo sich Harkimo größere Gewinnmargen gesteckt hat als in Hamburg. Urbild der Hallen, die Hartwall-Arena in Helsinki, die Heimspielarena des Eishockey-Vereins Jokeri, wurde 1997 fertiggestellt, und Kopien stehen schon in St. Petersburg und Tallinn, wo sie den Eurovision-Chansonwettbewerb im vergangenen Mai beherbergte.


... Nachrichten vom 4. November 2002 aus Finnland ...

Festnahmen bei Sonera - Die seit zwei Wochen laufenden polizeilichen Ermittlungen haben zur Festnahme zweier Spitzenkräfte im Sonera-Konzern geführt. Es handelt sich um den für Datensicherheit zuständigen Direktor Miettinen und seinen Untergebenen Manninen. Sie werden des Bruch des Datensicherheitsgesetzes verdächtigt, als um die Jahreswenden 2000/2001, wahrscheinlich auf Verlangen des damaligen Generaldirektors Relander, intern nachgeforscht wurde, wer über die Konflikte innerhalb der Sonera-Führung zur Presse berichtet hatte. Die Vorgänge werden detailliert im Sonera-Buch beschrieben. Die Verhaftungen erfolgten schon am Samstag, wurden jedoch erst heute publik.

Kältester Oktober seit hundert Jahren in Helsinki - Mit einer Durchschnittstemperatur von 1,5 Grad war der vergangene Monat einer der kältesten der letzten hundert Jahre. In Helsinki unterbot er sogar den bisher kältesten Oktober, den von vor 10 Jahren, 1992, mit einem halben Grad. Die Gewässer froren vielerorts rund vier Wochen früher zu als im langjährigen Durchschnitt, und schon Mitte Oktober konnten die ersten Schlittschuhwanderungen veranstaltet werden. Der Oktober erschien vergleichsweise besonders kalt, wenn man bedenkt, dass die erste Septemberhälfte viele Wärmerekorde geschlagen hatte. - Im Allgemeinen haben wir in Finnland anderthalbjährige Zyklen, d. h. anderthalb Jahre ist es deutlich wärmer als im Durchschnitt, danach anderthalb Jahre deutlich kälter. Meine persönliche Voraussage für den Sommer 2003 in Finnland: kühl und regnerisch!


... Nachrichten vom 1. November 2002 aus Finnland ...

Doppelte Staatsbürgerschaft wird Gesetz - Das neue Einwanderungsgesetz wurde am Donnerstag vom finnischen Kabinett ans Parlament verwiesen. Statt bisher 5 sollen Einwanderer 6 Jahre in Finnland wohnhaft sein, bevor sie die finnische Staatsbürgerschaft beantragen können. Ehegatten von Finnen müssen 4 statt bisher 3 Jahre warten. Nach dem neuen Gesetz können die Antragsteller ihre bisherige Staatsbürgerschaft nebst Pass weiterführen.

10 Millionen Euro für Finnlands Sommer - Mit viel Geld soll in den wichtigsten Ländern, darunter Deutschland und Schweiz, der finnische Sommer populär gemacht werden. Die Verantwortlichen, darunter das Innenministerium und die Zentrale für Tourismus, haben festgestellt, dass der Sommertourismus seit Jahren stagniert, während im Winter deutliche Zuwachsraten zu verzeichnen sind. Mit der Sommerkampagne sollen jährlich 5 Prozent mehr ausländische Tourismus den finnischen Sommer kennen lernen. Fachleute sind skeptisch über die Pläne, denn der Sommer lastet die Transport- und Übernachtungskapazitäten schon bisher gründlich aus, die Zuwachsraten im Winter dagegen müssen auf dem Hintergrund der bescheidenen Ausgangslage gesehen werden. Noch vor zehn Jahren war ein ausländischer Tourist im Winter in Finnland so auffällig wie ein bunter Hund! Die Tourismusunternehmen wünschen sich wahrscheinlich statt mehr Masse lieber mehr Qualität, statt sparsamer Deutscher mehr ausgabenfreundliche Japaner, Russen und Kanadier.


... Nachrichten vom 29. Oktober 2002 aus Finnland ...

Finnlands längste Wanderroute in Kainuu eröffnet - Der Köngäskierros (Wasserschnellenrunde) ist mit 57 km das neueste Glied in der Kette der Wanderrouten in der nordöstlichen Grenzprovinz Kainuu. 200 000 Euro haben sich die beteiligten Ämter, Gemeinden und Organisationen, darunter die Forstverwaltung und das Forstforschungsinstitut, die Route kostenlassen. Sie schlängelt sich durch die bergige Landschaft westlich von Hyrynsalmi mit ihren vielfältigen Naturschönheiten. Insgesamt kann die neue Route mit 17 Feuerplätzen und Kota-Zelten aufwarten.

Andererswo dagegen werden an vielen Stellen schlecht genutzte Wanderrouten demontiert. Es hat sich nämlich herausgestellt, dass die Wanderer nicht gern allzu weit von touristischen Zentren entfernt wandern wollen. Oft sind in der Vergangenheit Kotas und Wanderrouten vor allem deshalb eingerichtet worden, weil man Arbeitslose beschäftigen wollte, ohne sich viel um die Wünsche der Wanderer zu kümmern. Allein in Kainuu besteht ein Netz von 1400 km Wanderrouten (Finnland gesamt 2200 km). In Zukunft werden Wanderer, die tatsächlich die Einsamkeit der Natur erleben wollen, auf die Nutzung der 200 000 km Forstwege verwiesen, dagegen werden Komfortwanderer mit gut beschilderten Routen in der Nähe der touristischen Zentren verwöhnt.

Kaurismäki erhält Filmpreis des Nordischen Rates - Für seinen neuesten Film "Der Mann ohne Vergangenheit" wurde Aki Kaurismäki am Montag mit dem auf 47 000 Euro dotierten Preis bedacht. "Es waren diesmal mehr Könige anwesend als in Cannes", witzelte der Regisseur. Gleichzeitig gab er bekannt, er wolle nun zwei Jahre Pause machen mit der Filmerei.

Der Nordische Rat feiert sein 50. Jubileum in Helsinki - Zum ersten Mal sind zur gleichen Zeit alle drei nordischen Königshäuser zu Gast beim Staatspräsidenten Finnlands. 1952, als der Nordische Rat gegründet wurde, war Finnland noch nicht dabei, sondern stieß erst 1955 dazu. Die Festlichkeiten kulminierten am Montag abend in der Nationaloper Helsinki.


... Nachrichten vom 24. Oktober 2002 aus Finnland ...

Polizei untersucht im Fall Sonera - Die Vorwürfe, nach denen beim größten finnischen Telekonzern die Daten der Telefonkunden benutz worden waren, um festzustellen, wer die Presse über interne Vorgänge informiert hatte, führen nun zu polizeilichen Ermittlungen. Die Beteuerungen der Sonera-Führung, alles sei damals juristisch unbedenklich gewesen, werden auch von der Tele-Aufsichtsbehörde nicht für bare Münze genommen.

Luftwaffen-Jets mit Signalraketen beschossen - In den vergangenen Tagen sind zwei Mal Luftwaffen-Zerstörer vom Typ Hawk mit selbstgebastelten Abschussrampen und Signalraketen beschossen worden. Die Vorfälle ereigneten sich am Militärflugplatz Kauhava.


... Nachrichten vom 16. Oktober 2002 aus Finnland ...

Schwerster Wassermangel seit 1942 - Nach dem langen trockenen Sommer sind auch die Herbstregen weitgehend ausgeblieben. Im Inneren des Landes ist der Grundwasserspiegel so niedrig wie seit 60 Jahren nicht mehr. Besonders betroffen sind Viehzüchter und Milchbauern, die ihr Trinkwasser aus eigenen Brunnen beziehen. Wasser, das mittels Tankwagen bestellt wird, kommt teuer: 10 Euro pro Kubikmeter. Auch die Binnenschiffahrt ist betroffen, im Saimaa-Gebiet haben die Lastkähne noch höchstens 10 cm unterm Kiel bei voller Last.


... Nachrichten vom 16. Oktober 2002 aus Finnland ...

Identifikation mittels Handy wird 2003 eingeführt - Weil die seit ein paar Jahren eingeführten elektronischen Identifikationssysteme mittels Plastikkarte von der Öffentlichkeit meist gemieden wurden, versucht man es demnächst mittels Handy. In Zusammenarbeit zwischen Behörden, Banken und Telebetreibern soll ein System geschaffen werden, das es ermöglicht, seine Angelegenheiten mobil zu erledigen und sich dabei unverwechselbar ausweisen zu können.

Elektronischer Ausweis und Unterschrift werden in der SIM-Karte des Handy gespeichert. Das System soll auch Internet-tauglich sein. Ob dieses System sich durchsetzen wird, hängt davon ab, ob es genug attraktive Benutzungsmöglichkeiten geben wird.


... Nachrichten vom 15. Oktober 2002 aus Finnland ...

Bombenleger war Einzeltäter - Die Bombe, die am Freitag abend in Vantaa 7 Menschen getötet hatte, war offensichtlich von dem 19jährigen Chemiestudenten im 1. Semester Petri Gerdt gebastelt worden. Gerdt kam bei der Explosion selbst um. Er hatte seit längerem in einem Internet-Forum über Spregstoffherstellung diskutiert. Möglicherweise hatte er Selbstmordabsichten. Die Polizei verhaftete und verhörte einige andere Jugendliche, die an den Internet-Diskussionen teilgenommen hatten. - Noch immer sind über dreißig Verletzte in stationärer Behandlung. In ganz Finnland wehen heute die Flaggen auf Halbmast zum Gedenken der Opfer.
... Nachrichten vom 12. Oktober 2002 aus Finnland ...

Bombe im Einkaufszentrum tötet 7 - Die folgendreichste Gewalttat der finnischen Geschichte nach dem Kriege fand am Freitag abend um 19.35 Ortszeit im Einkaufszentrum Myyrmanni in Vantaa statt. Eine Explosion tötete 7 Menschen und verletzte etwa 80, teilweise schwer. Zur Zeit befanden sich zwischen 1000 und 2000 Menschen in dem Komplez, der seit seiner Eröffnung 1994 lange zweitgrößtes Einkaufszentrum des Landes war. Möglicherweise ist einer der Getöteten der Bombenleger selbst. Es handelt sich um einen finnischen Studenten von unter 20. Die Bombe enthielt eine große Menge an Schrot und scheint mit der Absicht gebaut zu sein, möglichst viele Opfer zu verursachen. Eines der Todesopfer war ein Kind.
... Nachrichten vom 11. Oktober 2002 aus Finnland ...

Telebetreiber bespitzelte seine Angestellten - Als vor zwei Jahren die größte finnische Zeitung Helsingin Sanomat Berichte über die chaotische Lage an der Spitze des Telekonzerns Sonera veröffentlichte, gingen den Direktoren die Nerven durch. Wochenlang war eine interne Arbeitsgruppe damit beschäftigt, heraus zu finden, wer von den Untergebenen mit den Journalisten telefoniert hatte. Dabei wurden die im Besitz der Firma befindlichen Kenndaten analysiert, die dem Gesetz nach nur bei polizeilichen Ermittlungen benutzt werden dürfen. Als wichtigster Vermittler von Handy-Gesprächen saß Sonera natürlich an der Quelle solcher Daten. Doch diejenigen Angestellten, die Helsingin Sanomat über die Praktiken der Konzernführung unter Relander informiert hatten, wussten die Mentalität ihrer Vorgestzten richtig einzuschätzen. Deshalb gingen die Kontakte meist über Drahttelefon und sogar mittels Telefonzelle vonstatten. Schließlich war bei Sonera schon 1997 ein Fall bekannt geworden, bei dem die Email eines Angestellten von der Direktion untersucht worden war.


... Nachrichten vom 9. Oktober 2002 aus Finnland ...

Füchse starben vermutlich an Botulin-Vergiftung - Nicht wie zuerst vermutet durch Sabotage sondern offensichtlich durch verdorbenes Futter kamen am Wochenende zehntausende Zuchtfüchse in Südbottnien um. Dagegen erwies sich die Schätzung von 20 000 betroffenen Tieren als zu optimistisch, denn auch nicht direkt am Gift krepierte Tiere müssen getötet werden, denn sie werden sich nicht von den Vergiftungsfolgen erholen. Die Zahl der Opfer wird nunmehr auf 40 000 bis 50 000 beziffert.

Justizkanzler findet keine Rechtsverletzungen im Fall Sonera - Der Mediendauerbrenner Sonera war am Dienstag wieder Nachricht Nr. 1 in Finnland, als Justizkanzler Nikula seinen Rapport veröffentlichte. Danach haben weder Firmenleitung noch die Vertreter der Regierung als Haupteigentümer im Sommer 2000 rechtliche Vorschriften verletzt, als der größte Telekonzern des Landes seinen Anteil an der deutschen UMTS-Lizenz über die deutsche Quam ersteigerte. Der damalige Generaldirektor Soneras, Kaj-Erik Relander, hatte zu den Beschlüssen volle Befugnisse und die Regierung hatte sich in keiner Form eingemischt.

Das Ergebnis der Untersuchung überracht niemanden, doch die Vorwürfe des anonymen Sonera-Buches sind damit keineswegs widerlegt. Es bleibt abzuwarten, wie die Opposition in der Sache weiter vorgehen wird. Unterdessen schreitet die Fusion von Sonera mit der schwedischen Telia voran. In Schweden machte die Nachricht Schlagzeilen, dass die Fusion Riesenhonorare für die beteiligten Konsulenten und Sachverständigen abwerfen wird. 82 Millionen Euro fließen an verschiedene Beratungsfirmen.

Finnen-Kaufkraft am Ende der EU-Skala - Nur Griechen und Portugiesen können sich für ihr Gehalt weniger Konsumgüter leisten als die Finnen. Die Schweden sind kaum besser dran, am meisten Kaufkraft haben die Briten. Der Vergleich wurde EU-weit unter Industriebeschäftigten durchgeführt. Euromäßig liegen die Finnen besser, doch ihre Kaufkraft wird durch höhere Verbrauchrpreise beeinträchtigt.


... Nachrichten vom 6. Oktober 2002 aus Finnland ...

Massenvergiftung von Pelzzuchtfüchsen - Am Wochenende sind rund 20000 Zuchtfüchse an vergiftetem Futter eingegangen. Alle betroffenen Pelzfarmen im Gebiet Süd-Bottnien hatten ihr Futter am Freitag aus einer Lieferung einer örtlichen Futtermittelfabrik bezogen. Die Züchter vermuten Sabotage, die Vergiftung wiesen auf Rattengift hin. Der Schaden wird unmittelbar auf 2 Millionen Euro beziffert, doch mittelbar ist er noch größer, denn manche der 30 betroffenen Farmen haben alle ihre wertvollen Zuchtfüchsinnen verloren. In den letzten Jahren haben Gegner der Pelztierhaltung oft mildere Methoden des Protests wie Freilassung der Tiere oder Besprühen der Pelze mit Farbe angewendet.

Russlands und Finnlands Präsidenten diskutierten über Königsberg-Gebiet - Das auf Initiative Russlands kurzfristig anberaumte Treffen von Putin und Halonen fand am Samstag in St. Petersburg statt. Putin soll zwei Stunden lang seinen Standpunkt zur Königsberg-Frage erklärt haben. Tarja Halonen sagte zur Presse: "Glücklicherweise nicht!" auf die Frage, ob Putin sie um Vermittlung zwischen der EU und Russland gebeten habe. Putin scheint versucht zu haben, die Situation zu entspannen, und versprach, niemanden unter Druck zu setzen. Er wisse, dass die Entscheidung letztlich bei der EU-Kommission liege. Putin schlägt vor, dass die Bewohner der Enklave Königsberg in Spezialzügen ohne Grenzkontrolle und Halt durch das Staatsgebiet Litauens fahren dürften, doch dies steht im Widerspruch zu dem Recht eines unabhängigen Staates zu bestimmen, wer sein Gebiet passieren darf. Der Vorschlag der EU, den Bewohnern der Enklave Spezialpässe auszustellen, recht Putin nicht. Litauen wird von Anfang nächsten Jahres an Visa von Russen verlangen, die von und nach Königsberg reisen, und ein Jahr später könnten die balitischen Staaten schon Mitglieder der EU sein.


... Nachrichten vom 1. Oktober 2002 aus Finnland ...

Kaurismäki boikottiert US-Filmfestival - Weil die USA dem iranischen Regisseur Abbas Kiarostami keine Einreisegenehmigung erteilten, weigert sich der zur Zeit bekannteste finnische Filmemacher Aki Kaurismäki (Mann ohne Vergangenheit, 2002), am New Yorker Filmfestival teilzunehmen, wo auch der neueste Film Abbas Kiarostamis. "Ten" gezeigt wird. U.a. sagte Kaurismäki: "Wenn der derzeitigen Regierung der Vereinigten Staaten von Amerika ein iranischer Regisseur nicht passt, so dürfte sie auch kaum Verwendung für einen finnischen haben. Wir haben ja noch nicht mal Öl."

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