... Nachrichten des Monats April 2001 aus Finnland ...

 

29. April 2001 e-mail: An die Redaktion!
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Palästinensische Schulbücher zensiert - Finnland zusammen mit den Niederlanden und Irland finanziert den Druck von Schulbüchern für die Kinder Palästinas. Dabei werden aus den Texten solche Stellen entfernt, die geiegnet sind, Judenhass zu fördern. In Brüssel war in Zeitungsmeldungen Besorgnis laut geworden, dass EU-Gelder zu einer Hasskampagne in den Schulbüchern zweckverwendet würden. Das finnische Außenministerium jedoch betont, dass von neueren Schulbüchern nur "gesäuberte" Fassungen gefördert würden.

Zentrum diskutiert über Führungsfragen - Der bis zum Parteitag 2002 gewählte Vorsitzende Esko Aho kehrt Ende Juni aus Harvard zurück, wo er seit Herbst als Gastdozent tätig war. (Über Einzelheiten seiner Vorlesungstätigkeit ist seltsamerweise nichts bekannt). Seine Vertreterin als Parteiführer, Anneli Jäätteenmäki, hatte sich nach Anlaufschwierigkeiten große Beliebtheit innerhalb und außerhalb der Zentrumspartei erworben und diese bei den Kommunalwahlen zu einem vielbeachteten Wahlsieg geführt. Diese Woche profilierte sie sich erneut, indem sie ihre Parteifreunde zu aktiver Mitarbeit in den Gewerkschaften aufforderte. Esko Aho hatte in ständiger Fehde mit den Gewerkschaften gelebt. Viele im Zentrum sehen der Rückkehr von Aho mit Bedenken entgegen. Jäätteenmäki übergibt den Vorsitz ohne Widerspruch, doch die Anhänger Ahos sehen dessen Führerschaft offensichtlich als bedroht.

Yoghurt jetzt mit Benecol - Das cholesterolsenkende Produkt des Margariineherstellers Raisio, der aus Pflanzen gewonnene Stanolester Benecol trieb vor vier Jahren den Aktienkurs der von südfinnischen Großbauern beherrschten Firma in ungeahnte Höhen. Doch die Markteinführung erwies sich als unerwartet schwierig, und heute hat Benecol-Brotaufstrich auch in Finnland erst einen Marktanteil von 2 Prozent. Nunmehr setzt der Marktführer bei den Molkereiprodukten, Valio, Benecol einem neuen Yoghurtprodukt names Evolus zu. In klinischen Tests ist die cholesterolsenkende Wirkung von Benecol eindeutig erwiesen.

Finnische Klos in deutschen Besitz - Eines der traditionsreichsten finnischen Unternehmen, der Hersteller von sanitären Einrichtungen Sanitec, wurde von BC Partners aus Deutschland aufgekauft.

60 000 neue Wohnungen? - Das Umweltministerium hat geprüft, wo im Hauptstadtbereich neue Wohnungen gebaut werden könnten und wie viele davon. Wenn alle Möglichkeiten genützt würden, könnten zwischen 2005 und 2010 knapp 60 000 neue Wohneinheiten entstehen.

Festnahme von Erpresserbande - Drei Männer aus Estland sind von der Kripo Helsinki festgenommen worden. Ihnen wird die systematische Erpressung und Beraubung von Prostituierten vorgeworfen. Bisher waren in Finnland ähnliche Verbrechen selten, und die Polizei versucht, die Lage im Griff zu behalten. Die Opfer der Erpresser waren Frauen aus Estland und Russland, die in finnischen Zeitungen inseriert hatten. Neben Geld und Handys hatten ihnen die Täter u.a. Pässe gestohlen.

Weitere Erwärmung - Bei wechselnder Bewölkung bleibt es meist trocken bei Höchsttemperaturen um 15 Grad.

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26. April 2001 e-mail: An die Redaktion!
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Moskau widerspricht Koivisto - Der russische Botschafter in Finnland, Alexander Pazew, widerspricht in einer Rede den Ausführungen des ehemaligen Staatspräsidenten Finnlands, Mauno Koivisto, wonach Finnland es versäumt hat, der Pflege der Beziehungen mit Russland genügend Aufmerksamkeit zu schenken. Pazew zufolge brachte die Mitgliedschaft Finnlands in der EU keine Änderung der Beziehungen beider Länder mit sich.

Bei gleicher Gelegenheit sagte der Botschafter, seiner tiefen Überzeugung zufolge habe die Übernahme des TV-Kanals NTV durch Gasprom keinen Zusammenhang mit der Meinungsfreiheit. - Hoffenlich hat letztere Aussage keine Auswirkung auf die Glaubwürdigkeit des Herrn Botschafters.

Nato-Zusammenarbeit wichtig für Europa - Bei ihrem Staatsbesuch in Polen sagte Staatspräsidentin Halonen, dass die Zusammenarbeit von Nato und EU wichtig seien für die Stabilität des Kontinents. Polen habe gute Fortschritte bei den Mitgliedsverhandlungen gemacht.

Bronze für Finnland - Laut der schweitzerischen Organisation IMD ist Finnland nach USA und Singapor das drittbeste Land hinsichtlich seiner wirtschaftlichen Wettbewerbsfähigkeit. Beim alljährlich erfolgenden Vergleich werden etwa 300 verschiedene wirtschaftliche Parameter berücksichtigt. Bestes skandinavisches Land nach Finnland war Schweden auf Rang 8. Deutschland war 12. und die Schweiz 10. unter 49 analysierten Industrieländern. Letztes Jahr war Finnland schon auf Platz 4.

Schweden bereit zu Gesprächen - Die Finanzminister von Finnland und Schweden werden kommende Woche über die Besteuerung der Fährschiffbesatzungen reden. Eigentlich wollte Schweden schon heute grünes Licht für eine Nettobesteuerung geben, wonach die Arbeitgeberabgaben entfallen würden. Gestern hatte Finnland vorgeschlagen, solche Fahrzeuge von der Nettobesteuerung auszuschließen, die in Åland anlegen und damit zollfreie Waren verkaufen dürfen.

Finnland fürchtet, dass schwedische Steuerbegünstigungen dazu führen werden, dass alle Fähren unter nicht-finnischer Flagge verkehren würden. Dies brächte Probleme in Krisenzeiten, wenn Finnland auf die eigene Handelsflotte angewiesen wäre. Ansonsten werden beim anstehenden Steuerwettlauf alle beteiligten Regierungen Einnahmenseinbußen hinnehmen.

Ein Werbeschild soll reichen - Die Stadt Helsinki verordnet ein strenges Reglement gegen die in den letzten Jahren überhand genommene Unsitte der Ladeninhaber, die Bürgersteige mit Werbeschildern und -reitern vollzustellen und die Passanten zum Dauerslalom zu zwingen. Ab sofort darf jeder Laden nur ein Schild von maximal 60 mal 120 Zentimeter herausstellen und dieses muss direkt an der Fassade stehen. Auch dafür ist eine Genehmigung erforderlich.

Schlichtung in Sicht im Ärztestreik - Für nächste Woche sind die ersten ernsthaften Gespräche zwischen den Tarifpartnern zur Beilegung des seit über sieben Wochen andauernden Streiks anberaumt.

Tropischer Garten in Helsinki - Morgen um 10 Uhr wird im Stadtteil Viikki der neue botanische Garten seine Tore öffnen. WWW Schon jetzt haben viele die Anlage für Hochzeiten usw. gebucht. Für 1000 Euro kann man 6 Stunden lang unter tropischen Bedingungen feiern. Das Ende der herkömmlichen finnischen Sauna?

Regenschauern und frühlingshaft - Heute zieht eine Regenfront von Süden nach Norden. Danach meist sonnig bei Tagestemperaturen bis 21 Grad im Südosten. Gute Skiverhältnisse im freien Gelände nur noch im nördlichsten Lappland.

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23. April 2001 e-mail: An die Redaktion!
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Selbstverwaltung bringt Probleme - Das Inselreich Åland zwischen Finnland und Schweden genießt weitgehende Selbstverwaltung innerhalb des EU-Landes Finnland. Der finnische Staat braucht für Åland betreffende Gesetzungsänderungen die Zustimmung des örtlichen Parlaments. Zur Zeit tagt der Folkting in Mariehamn und diskutiert über anstehende Änderungen im Selbstverwaltungsgesetz. Ein Streitpunkt sind mögliche Bußgelder für Verstöße gegen EU-Direktiven. Die Höhe der Bußgelder hängt derzeit ab von der Gesamtbevölkerungszahl des Landes (5 Millionen) auch für Verstöße, die nur Åland mit seiner Bevölkerung von 25000 zu verantworten hat.

Nokia weiter auf Gewinnkurs - Im Gegensatz zu den Konkurrenten Ericsson und Motorola hat der Marktführer des Mobiltelefonsektors Quartalsgewinne von rund einem Fünftel des Umsatzes bekannt gegeben. Nokia erwartet weiteren Ausbau ihrer Marktanteile.

Zwei Jahre Sperre für Myllylä und Co - Der finnische Skiverband hat auf seiner Sitzung vorige Woche den sechs Blutdoping-Sündern von Lahti 2001 zweijährige Sperren verhängt. Die beim Doping assistierenden Ärzte und Trainer sind auf Lebenszeit ausgesperrt worden. Letzte Instanz ist die internationale Ski-Föderation FIS, und einige Sportler haben mit gerichtlichen Klagen gedroht. Ihrer Meinung nach handelte es sich bei den Verstößen um Versehen, da die betroffenen Präparate auf finnischen Listen als zulässig ausgewiesen waren.

Entlassung eines Generaldirektors - Für den Chef bei Veikkaus, der öffentlich-rechtlichen Anstalt zur Verwaltung der Glücksspieleinkünfte, den Sozialdemokraten Matti Ahde, kam das Ende seiner Karriere, nachdem ein Sachverständigenrapport dessen Verhalten zu weiblichen Arbeitskollegen kritisiert hatte. Schon vor einem Jahr war intern ermittelt worden, doch erst diesen Winter kam der Konflikt an die Öffentlichkeit. Zu Ahdes Gewohnheiten gehörten Berührungen, Umarmungen und private Anrufe, jedoch keinerlei offen-sexuelle Erpressung. Ahde selbst meint, nichts Falsches getan zu haben, und die meisten Beschäftigten der Firma unterstützen ihn. Der Vorstand sah jedoch keine Möglichkeit, Ahde in seiner Position zu belassen. Der ehemalige Minister Ahde wird auch eine Reihe von anderen einflussreichen Posten verlieren.

Ärztestreik in die siebte Woche - Noch immer ist keine Lösung in Sicht beim rotierenden Ärztestreik in der öffentlichen Gesundheitsvorsorge.

Warm und meist sonnig - Heute zieht eine Regenfront von Süden nach Norden. Danach meist sonnig bei Tagestemperaturen bis 15 Grad. Gute Skiverhältnisse im freien Gelände nur noch im nördlichsten Lappland.

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11. April 2001 e-mail: An die Redaktion!
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Die Redaktion läuft Ski in Lappland. Nächste Ausgabe derNachrichten aus Finnland 21.4.2001. - Fröhliche Ostern!

Hägglund ohne Gegenstimme gewählt - Am Montag wählten die Außenminister der EU zum Vorsitzenden des Militärkommitees EUMC den finnischen General Gustav Hägglund (62). Auch Italien gab somit seine Zustimmung, obwohl von dort nach der Nominierung Hägglunds Proteststimmen laut geworden waren. Ausschlaggebend für die Wahl eines Militärs aus dem Nicht-Nato-Land Finnland scheint die Unterstützung Deutschlands gewesen zu sein. Auch Dänemark gab seine Stimme zugunsten Hägglund ab, obwohl das Land sich sonst aus der EU-Sicherheitspolitik heraushält.

Koivisto warnt vor Föderationsentwicklung - Der frühere Staatspräsident Mauno Koivisto stellte gestern sein Buch "Die Russische Idee" vor. Aus diesem Anlass sprach er über die heutige finnische Außenpolitik, die sich nach seiner Meinung zu stark auf die EU und zu wenig auf die Pflege guter Nachbarschaftsbeziehungen konzentriert. Zuvor hatten als erste finnische politische Partei die Grünen sich offen für eine Europäische Föderation mit eigenem Grundgesetz ausgesprochen. Mit "Nachbar" wird in Finnland üblicherweise Russland gemeint. Koivisto hatte während seiner Amtsjahre (1981-93) die guten Beziehungen zur Sowjetunion der Unterstützung der baltischen Unabhängigkeitsbewegung vorgezogen und auch sonst oft aufs falsche Pferd gesetzt. So sein einsamer Entschluss, finnischstämmigen Sowjetbürgern die freie Übersiedlung nach Finnland zu gewähren und die eigensinnige Währungspolitik, die Finnland 1992 in eine tiefe Krise mit 20 % Arbeitslosigkeit führte.

Tappara schlägt TPS 3:0 - Zwischen den Rivalen um den Pokal der diesjährigen Eishockey-Meisterschaft steht es 1:1. Das erste Spiel entschieden die Männer aus Turku mit 4:3 für sich, doch gestern schlug die Mannschaft aus Tampere zurück. Somit verhinderte sie zumindest einen schnellen Durchmarsch des TPS, der am Donnerstag den Tappara zum Heimspiel empfängt.

Keine Gnade für Sundqvist - Das Oberste Gericht wies das Ansinnen des ehemaligen Bankdirektors und Vorsitzenden der Sozialdemokraten Ulf Sundqvist nach Berufung zurück und hielt dessen Verurteilung zu sechs Monaten Gefängnis mit Bewährung aufrecht. Sundqvist hatte Anfang der 90er Jahre die Grundstücksspekulationen seines Bruders mit Krediten seiner Bank (der Arbeiter-Sparbank) finanziert und dabei seine Aufsichtspflicht verletzt. Zur Zahlung von 15 Millionen Finnmark Schadensersatz verpflichtet, hatte er in den folgenden Jahren sein Bankkonto stets so manipuliert, dass der Saldo stets im Minusbereich verblieb, obwohl er monatlich rund 30000 FIM (6000 Euro) zum persönlichen Verbrauch abzweigte. Damit unterlief er alle Pfändungsversuche. Das Gericht befand, Sundqvist habe vorsätzlich unehrlich gehandelt und seine Pflichten als Schuldner verletzt. 1997 musste eine sozialdemokratischer Ministerin zurücktreten, nachdem sie Sundqvist bei einer Schuldenregelung bevorteilt hatte.

Sonnig und kälter - Zu Wochenbeginn fiel in Lappland 30 cm Neuschnee, und weiter südlich führten starke Regenfälle zu den ersten Überschwemmungen dieses Frühlings. In den nächsten Nächten herrscht Frost, Tagestemperaturen bis 8 Grad im Süden und höchstens 3 Grad im Norden.

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8. April 2001 e-mail: An die Redaktion!
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Einsparungen bei Verteidigung - Bei der Aussprache des Parlaments zur Verteidigungspolitik sagte Ministerpräsident Lipponen, dass es zu deutlichen Veränderungen in den Standorten kommen werde, falls in diesem Jahrzent nicht außerplanmäßige Gelder für die Verteidigung bereitgestellt würden. Alle Teile der Armee würden von Sparmaßnahmen betroffen. Damit deutete er an, dass auch solche Kasernen geschlossen werden könnten, deren Existenz von gebietspolitischer Bedeutung ist. Kritiker der gegenwärtigen Verteidigunspolitik meinen, das finnische Modell der Territorialverteidigung verliere seine Glaubwürdigkeit, wenn Soldaten, die das Land in der Einöde von Nordfinnland verteidigen sollen, nicht an Ort und Stelle ausgebildet würden.

Dunkle Wolken aus Richtung Türkei - Der finnische Telebetreiber Sonera erhielt Hiobsbotschaft vom Bosporus. Die Firma ist dort an zwei Telebetreibern beteiligt, die bisher gut verdienten. Mit dieser türkischen Stütze scheint es nun vorbei, es drohen Verluste in Höhe von mehreren Hundert Millionen Euro. Die Sonera-Führung gab daraufhin am Freitag Gewinnwarnung. Die schon wegen ihres Engangements im deutschen UMTS-Markt in Bedrängnis geratene Sonera-Aktie kostet nunmehr weniger als zur Börseneinführung.

Theater finden sich zur Zusammenarbeit - In Finnland gibt es, gemessen an der Bevölkerungszahl, mehr Theater als irgendwo sonst. Doch woher das Bare? Warum können verschiedene Theater nicht bestimmte Produktionen gemeinsam durchziehen? Bisher waren solche Fragen tabu, doch das scheint sich zu ändern. So gibt es jetzt eine Gemeinschaftsproduktion von drei Theatern des schwedischen Stücks "Arne Ente" in Helsinki, und Gogols "Revisor" als Musical-Fassung soll von vier Theatern produziert werden. Komponist Kaj Chydenius´Werk bekommt eine Mannschaft von Theatern aus Espoo, Tampere, Jyväskylä und Oulu. Für die Premiere im Herbst 2002 ist Espoo ausersehen, danach geht das Stück auf Tournee.

Ski-Verband macht weiter mit alter Führung - Trotz des Debakels von Lahti fand sich für die vom Blutdoping angeblich überraschte Direktion des Ski-Verbandes auf ihrer Tagung gestern eine knappe Mehrheit. Unterdessen versuchen einige wegen Blutmanipulation ertappte Sportler wie Myllylä und Isometsä, ihre anstehenden zweijährigen Aussperrungen in dreimonatige umzuwenden, damit sie bei den olympischen Spielen in Salt Lake City dabei sein dürfen. Einem diese Woche veröffentlichten Rapport zufolge wussten zumindest die Männer der Ski-Mannschaft, dass der Gebrauch des Blutverdünnungsmittels Hemohes unerlaubt war.

Litmanen fällt aus - Der Starfußballer Jari Litmanen brach sich am 24. März im WM-Ausscheidungsspiel England-Finnland das Handgelenk. Der beim FC Liverpool spielende Finne muss für den Rest der Saison aussetzen. Möglicherweise ist er wieder fit bei der WM-Ausscheidung Finnland-Deutschland am 2. Juni in Helsinki.

Kann Tanzen Sünde sein? - In einer von der evangelischen Kirche finanzierten Umfrage wurde geprüft, was die Finnen heutzutage als Sünde ansehen. Besonders im Norden und Osten des Landes war die Anhängerschaft puritistischer Sekten, die auf Bewegungen im 18. und 19. Jahrhundert zurückgehen, traditionell stark. Heute jedoch gaben nur mehr 8 Prozent an, dass ihrer Meinung nach Tabakrauchen Sünde sei. Nur 3 Prozent sagen, dass Schwangerschaftsverhütung und Tanzen Sünde sind, 7 Prozent sind gegen Kartenspiel. Doch immerhin noch 61 Prozent halten außerehelichen Sex für sündhaft, und ein Viertel denkt so über Schwangerschaftsabbruch. Am klarsten ist die Verurteilung von Verbrechen mit Todesfolge mit 82 Prozent.

Rassistischer Abgeordneter verurteilt - Wegen Veröffentlichung einer Internet-Site mit rassistischen Inhalt wurde der Stadtverordnete Mäenpää aus Turku zu Zahlung von 530 Euro Bußgeld verurteilt. Er vertritt eine antiislamistische Nationale Front und ist einschlägig vorbestraft. Höchststrafe wegen Aufhetzung zum Rassenhass ist 2 Jahre Gefängnis.

Regen - Die Schneeschmelze setzt sich fort und Regenfälle beschleunigen die Sache. Tagestemperaturen überall über Null.

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5. April 2001 e-mail: An die Redaktion!
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Besseres Krisenmanagement - Der frühere Staatspräsident Ahtisaari forderte in seiner Rede in Brüssel die EU auf, das Instrumentarium für die Bewältigung von Krisen zu verbessern und die Zusammenarbeit zwischen militärischen und zivilen Kräften zu intensivieren. Damit würde die Glaubwürdigkeit der EU in Krisengebieten gestärkt.

In gleichem Sinne äußerte sich Ahtisaaris Nachfolgerin im Präsidentenamt, Tarja Halonen, bei ihrem Staatsbesuch in Dänemark.

EU mahnt Finnland - Wegen Unterlassung im Bereich des Schutzes von ökologisch wertvollen Mooren hat die Kommission Finnland zum zweiten Male verwarnt. Nun wird in Brüssel die Anrufung des EY-Gerichtshofes erwogen. Die betreffenden Moorgebiete liegen in Lappland am Kemifluss, wo Stromerzeuger seit 30 Jahren versuchen, die Bauerlaubnis für einen Stausee zu erhalten. Dieses geplante Vuotos-Becken soll billigen Strom liefern, aber der Stausee würde die Sümpfe und Moore des Gebiets bedecken, wo Naturschützer 36 gefährdete Tier- und Pflanzenarten ausfindig gemacht haben. Das endlose Hin und Her zwischen wirtschaftlichen und ökologischen Interessen wird nun auch eine europäische Dimension erhalten.

Nokia finanziert 3G-Netze - Die Aufträge für die Lieferung von Mobiltelefonnetzen der dritten Generation, die Nokia in dieser Woche erhalten hat, belaufen sich schon auf 2,5 Milliarden Euro. Damit baut Nokia seine Position gegenüber Netz-Marktführer Ericsson aus. Doch an der Börse wurde mit Misstrauen notiert, dass Nokia gleichzeitig die Finanzierung verbürgt, womit die Firma von ihrer bisherigen Politik abrückt. Der Kurs sackte deshalb. Der weltweite Marktanteil Nokias steigt mit den neuen Investitionen in Großbritannien, Deutschland und Frankreich auf etwa 35 Prozent.

Verzugs-Zinssatz 12 Prozent - Ein neues Gesetz setzt den Zinssatz für ausstehende Schulden auf einheitlich 12 Prozent fest und bringt damit vielen Schuldnern spürbare Erleichterung. Der neue Zinssatz entspricht EU-Richtlinien.

Turku und Tampere im Finale - Nur drei von angesetzten fünf Spielen genügten den Eishockey-Vereinen TPS aus Turku und Tappara aus Tampere, um ihre Rivalen in der Zwischenrunde, Oulun Kärpät bzw. Ilves aus Tampere auszuschalten. Frühestens im dritten der anstehenden Spiele, am nächsten Donnerstag, kann sich der Titelkampf entscheiden.

Gefährliche Blitzableiter - Wenn die Kirche so wenig Gottvertrauen hat, dass sie einen Blitzableiter braucht, soll sie dafür wenigstens tüchtig zahlen! So könnte der Unternehmer gedacht haben, dessen Firmen die Blitzableiter von Kirchen inspizierten und den betreffenden Gemeindeämtern horrend hohe Rechnungen ausstellten. Für die geforderten Beträge hätten die Ämter total neue Blitzableiter einbauen lassen können. Die meisten Ämter jedoch zahlten ohne Widerspruch (vielleicht ohne dass jemand hinguckte?) Es steht noch nicht einmal fest, ob die betreffenden Firmen überhaupt irgendwelche Arbeiten vorgenommen haben, da keine Spuren zurückblieben. Verdächtig scheint auch, dass alle Firmen demselben Unternehmer gehören. Gegen ihn wird polizeilich ermittelt.

Unbeständig - Die Schneeschmelze setzt sich fort und Regenfälle beschleunigen die Sache. Tagestemperaturen überall über Null.

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Schneedecke in kg/qm

3. April 2001 e-mail: An die Redaktion!
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Gerede um Hägglund - Die Nominierung Generals Gustav Hägglunds zum Vorsitzenden des EU-Militärkommitees löste bei vielen Bedenken aus, dass die Tätigkeit eines Finnen bei der Koordinierung von Nato und EU die Neutralitätspolitik Finnlands völlig unglaubwürdig machen würde. Schließlich verbiete finnisches Gesetz den finnischen Soldaten die Beteiligung an Aktionen zur Friedenserzwingung, doch Hägglund müsse solche Aktionen vorbereiten. Dem kam man von anderer Seite mit dem Argument entgegen, Hägglund repräsentiere keineswegs Finnland und die finnischen Streitkräfte, sondern mit seinem Abschied vom Amt des Oberbefehlshabers und gleichzeitiger Pensionierung sei er in seiner neuen Stellung nur mehr der EU verantwortlich. Interessanterweise ist die Nominierung Hägglunds, die in Finnland so viel Staub aufgewirbelt hat, in der internationalen Presse ohne jede Beachtung geblieben.

Grüne viertbeleibteste Partei - Wie immer zwischen den Wahlen steigen die Grünen in der Gunst der Wähler. Nunmehr würden 13,7 Prozent grün wählen, bei den Parlamentswahlen taten dies 7,3 Prozent. Dagegen ist die Beleibtheit der Linksunion im Keller, bei 8,3 Prozent. Die meisten würden der Oppositionspartei Zentrum oder der Regierungspartei SDP ihre Stimme geben, beide liegen bei 23 Prozent. Knapp unter 20 Prozent liegt die von Finanzminister Niinistö geführte Sammlungspartei Kokoomus.

Milliarden-Auftrag für NOkia - Zum Auftakt der Woche erhielt Nokia Aufträge über die Lieferung von Mobilnetzen der Dritten Generation nach Australien und Hongkong für einen Gesamtwert von 1 Milliarde Euro.

Norwegen lockert Einfuhrbeschränkungen - Die Osloer Regierung rückt vom Totaleinfuhrverbot für Fleisch und Milchprodukte aus EU-Ländern ab und erlaubt Firmen die Einfuhr dieser Waren u.a. aus Finnland, Österreich, Schweden und Dänemark. Privatpersonen dürfen weiterhin keine solche Produkte ins Land verbringen.

Squash im Abwind - Der einstige Mode-Fitnesssport Squash hat sich von dem Knick Anfang der 90er Jahre nicht erholt. Vor zehn Jahren noch gab es Squash-Hallen in jedem Stadtviertel und viele Berufstätige spielten einige Male pro Woche ein schnelles Match während Mittagspause oder nach der Arbeit. In der Wirtschaftskrise stoppten die Firmen die Zuschüsse für den Ausgleichssport, und als das Geld wieder reichlicher floss, hatten andere Sportarten die Gunst der Massen erworben. Heute sind Aerobic, Spinning und der gesellige Mannschaftssport Salibandy IN. Im Zentrum von Helsinki ist nur noch eine Anlage für Squash in Betrieb.

Zudringlichkeit durch Handy-Text - Die ehemalige Ehefrau schickte dem Ex-Mann täglich -zig Textbotschaften übers Handy. Der genervte Mann verklag