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Finnische Sprache

II.

Das wichtigste über die Vokale

Lang oder kurz - es ist ein Unterschied! Vokale sind im Finnischen entweder lang oder kurz. Wenn sie kurz sind, werden sie durch einen Vokal dargestellt, wenn sie lang sind, durch einen Doppelvokal. Einfach, oder? Lang bedeutet, dass die betreffende Silbe deutlich gedehnt gesprochen wird. Im Deutschen wird dazu meistens das Dehnungs-h verwendet, wie in Hahn, Dehnen, Huhn usw. Im Finnischen gibt es kein Dehnungs-h, in Wörtern die so aussehen (z.B. Lahti) wird das H genau so gesprochen wie im Anlaut, dabei ist das finnische H etwas stärker als das deutsche.

Im Deutschen gibt es viele Silben mit gedehntem i, doch werden sie meist durch ie gekennzeichnet. Im Finnischen dagegen logischerweise durch ii, Silben mit ie dagegen werden i-e gesprochen, z.B. "tie" (der, ein Weg) oder "tiede" (das Wissen, die Wissenschaft).

Die Vokalen des Finnischen

kurz: a - e - i - o - u - y (ü) - ä - ö

lang: aa - ee - ii - oo - uu - yy - ää - öö

Die Schwierigkeit für Leute mit deutscher Vergangenheit ist dabei der Umstand, dass wir die langen Vokale anders bilden als die kurzen. Bei langen Vokalen spannen wir die Wangenmuskeln an und pressen den Vokal heraus. Die Finnen machen sich nicht solche Mühe, sondern bilden kurze und lange Vokale ohne Muskelspannung, nur durch Veränderung der Lippen- und Zungenstellung.

Versuchen Sie, erst einen kurzen Vokal zu sprechen und danach den gleichen Vokal ohne Anspannung der Wangenmuskeln, nur doppelt so lang wie beim kurzen.

Das Ä macht am meisten Schwierigkeiten, eigentlich gibt es ja phonetisch das Ä im Deutschen gar nicht, Beeren und Bären werden gleich gesprochen, wenn man nicht den Sinnunterschied betonen will, desgleichen Ähre und Ehre. Im Finnischen ist das Ä einer der häufigsten Vokale, er wird gebildet, indem man im Vergleich zum A den Rachen noch etwas dehnt, die Lippen noch etwas öffnet, die Zunge jedoch unverändert lässt und die Wangen entspannt lässt.

Hyvää päivää! - Guten Tag! määränpää - das Ziel. Das ÄÄ klingt in Wirklichkeit nicht so hässlich wie man vermutet. Am leichtesten lässt sich die finnische Aussprache beim Singen erlernen. Finnisch eignet sich hervorragend zum Singen, vielleicht noch besser als das Italienische.

Auch die Stellung der Silbe im Wort hat keinen Einfluss auf die Aussprache der finnischen Vokale, anders als im Deutschen. Das E ist auch in unbetonten Silben ein E und wird nicht zum ö-ähnlichen Schwa-Laut. Und obendrein ist das finnische E etwas offener als im Deutschen.

Gleichfalls können lange Vokale in unbetonten Silben stehen, im Deutschen sind die langen Silben immer betont. Der Name der Stadt Kajaani wird auf der ersten Silbe betont, ebenso Hämeenlinna. Das will geübt sein!

So buchstabieren die Finnen (nicht mit a und e sondern mit o und ä(e)):

Aa (A) - bee (B) - see (C) dee (D) ee (E) äf (F) gee (G) hoo (H) ii (I) jii (J) koo (K) äl (L) äm (M) än (N) oo (O) pee (P) kuu (Q) ärr (R) äs (S) tee (T) uu (U) vee (V) kaksois-vee (W) äks (X) yy (Y) tsäta (Z) ää (Ä) öö (Ö) oo (Å)

Wenn also ein Wort mit Ä oder Ö beginnt, finden Sie es am Ende des finnischen Wörterbuches, nicht bei A oder O!

 

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