Neuester Trend: Stockwandern!Es begann mit dem Sommertraining der Skiläufer. Spätestens Ende der siebziger Jahre merkten die aktiven Skilangläufer, dass Laufen während des Sommers nicht genügt, um für die nächste Saison fit zu bleiben. Bald waren Rollskier ein gewohnter Anblick auf den Fahrradwegen. Die nächste Evolutionsstufe war das Bergtraining. Bei schlechten Schneeverhältnissen im Herbst wollten Ungeduldige nicht mehr warten sondern nahmen ihre Skistöcke zur Hand und hetzten damit bewaffnet, ohne Skier durch Berg und Tal, über Felsen und durch Sümpfe. Bekanntester Sumpfläufer: Mika Myllylä, dessen Karriere am Blutdoping-Skandal Lahti 2001 ihr frühzeitiges Ende fand. "Normale" Spaziergänger wollten nicht zurückstehen, denn mit Stöcken ist die Bewegung effektiver, es wird die Muskulatur gleichmäßiger belastet, die Kilometer werden kürzer und der Energieverbrauch steigt. Den Durchbruch erfuhr das Stockwandern in Finnland im Jahre 1999, ein Jahr später waren schon eine halbe Million der Wanderstockpaare unter das Trimmvolk gebracht. Somit besitzt schon jeder zehnte Finne, Säuglinge, Greise und Radfahrer mitgerechnet, ein Paar der neuen, verstellbaren Wanderstöcke. Und seitdem haben die Rollschuhläufer - pardon, Rollerskater, die Stöcke für sich entdeckt und laufen zu unerhörten Geschindigkeiten auf: Platz da, jetzt komm ich! Allmählich wird es eng auf Finnlands kombinierten Rad- und Gehwegen. Doch der Nutzen der Stöcke sei unbestritten. Besonders bei Glatteis sind die zwei zusätzlichen Stützen eine Lebensversicherung, und manch Gehbehinderter bleibt mit ihrer Hilfe länger auf den Beinen. Es kommt auf die richtige Technik an. Die Arme sollen den Oberkörper energisch vorwärtsstoßen und nicht etwa die Stöcke apathisch hinterherschleifen, wie man es leider oft sieht. Diagonal - rechter Fuß und linker Arm, dann linker Fuß und rechter Arm nach vorn!
Von Hütte zu HütteEinmal tagelang auf sich gestellt sein, mit erprobten Gefährten neue und unbekannte Landschaften erkunden, alles Nötige selber tragen, jenseits von Handy-Gepiepe und Fernsehgedröhn. Hat sich das nicht schon jeder einmal erträumt? Aber meist bleibt es ein Traum, denn es fehlt das Selbstvertrauen oder man hat nicht genug Informationen, um die Anforderungen richtig einzuschätzen. Die meisten, die im Urlaub nach Finnland kommen, wollen nach wie vor Ruhe und Natur genießen. Doch für viele bleibt es dann beim passiven Herumsitzen im Ferienhaus oder - noch schlimmer, man fährt mit dem Auto durchs Land und hat nach dem Urlaub einige Zentimeter an Bauchumfang zugenommen. Muss aber nicht sein! Erstens gibt es in Finnland viele ausgeschilderte Wanderpfade bzw. Skiwanderrouten mit Hunderten von Schutzhütten. Zweitens gibt es viel Information, sogar kostenlos. Drittens ist das Wandern und Skiwandern die einzige Möglichkeit, die vielen finnischen Naturschutzgebiete und Nationalparks kennen zu lernen. Zur englischsprachigen Homepage Zur Homepage Spiegel-Artikel über Nationalpark Nuuksio in Espoo Bestellen Sie kostenlose Broschüren vom finnischen Tourismusverband Zur privaten Homepage Kanu-Urlaub auf dem Saimaa 2001 Winterurlaub: mit den Kindern in Finnland Von Schleusen und Stromschnellen...
Videofilme von den Stromschnellen bei Viitasaari >>
Fische sind zum Fischen da!
Ein schöner Zug der nordischen Länder ist das Jedermannsrecht, welches auf der Tatsache beruht, dass hier im Norden niemals Leibeigenschaft geherrscht hat sondern die Bauern frei waren (in Preußen wurden die Reste der Leibeigenschaft erst 1850 beseitigt, in Rußland sind die Bauern immer noch nicht wirklich frei). Das Jedermannrecht bedeutet, dass die Früchte der Natur allen Bürgern offen stehen, solange anderen keine Beeinträchtigung zugefügt wird. Zum Jedermannsrecht gehört das Angeln und Eisangeln ohne Spindel und ohne technische Köder. Solange Sie also eine Leine an einen Stock binden und am Haken Würmer oder Fische als Köder haben, bewegen Sie sich im Rahmen des Jedermannsrechts. Zünftiges Fischen mit Fliegen und Flugangel sowie Netzen setzt jährliche Überweisung von Gebühren voraus. Wenn Sie einen Führer mieten, wird dieser die Gebühren für Sie beglichen haben und mit Ihnen abrechnen! An dieser Stelle noch eine Bemerkung: besonders Deutschen wird oft Missbrauch des Jedermannsrechts nachgesagt. Im Internet ist z.B. eine Seite, wo jemand beschreibt, wie er am Saimaa bei Puumala Bäume fällte und ein Floß baute. Der Mann scheint sich keine Gedanken darüber zu machen, wessen Bäume er gefällt hat, wem er also Hunderte von Euro Schaden zufügte. Finnland ist keine Wildnis, jeder Baum und jedes Waldstück sind Eigentum, meistens von Privatleuten. Für die häufigsten Beutefische sind Mindestgrößen festgelegt. Falls Sie einen Fisch an den Haken bekommen, der kleiner ist als die angegebene Zahl, sind Sie verpflichtet, ihn ins Gewässer zurück zu werfen, sonst dürfen Sie ihn schlachten und verzehren (in Finnland ist es nämlich wirklich Sinn des Fischens, etwas auf den Tisch zu bringen und nicht wie in vielen Ländern nur Sport). Gleich vorweg gesagt, für Hechte sind keine Mindestgrößen angesetzt, alle Hechte sind freie Beute, denn sie brauchen keinen Schutz. Ostseeforelle: 40 cm Seeforelle: 40 cm Ostseelachs: 60 cm (50 cm in Nordfinnland) Bergforelle: 40 cm (in Lappland) Zander: 37 cm Äsche: 30 cm Angaben Stand 2001 nach http://www.mmm.fi/kalastus/kalamiehenabc/index.html#Alamitta Auf Åland gelten andere Mindestgrößen!
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Paradies für OrientierungsläuferEin seltenes Hobby in der übrigen Welt, ein Volkssport in den Nordischen Ländern: das ist der Orientierungslauf. Als Leistungssport hart und asketisch wie andere Disziplinen, doch für den Rest von uns die beste Art der Entspannung, die es sich denken lässt. Ein Beschäftigung für kluge Köpfe, nicht flinke Beine allein sondern vor allem Hirntraining und Konzentrationsfähigkeit sind Voraussetzung für den Erfolg. Wer zu schnell läuft, bei dem häuft sich leicht die Milchsäure im Blut an und nimmt das Denkvermögen. Als Folge davon verliert der Übereilige leicht die Orientierung und viel Zeit! Mit den öden Orientierungsmärschen aus Militärzeiten (einer hat Karte und Kompass und der Rest rennt hinterher) hat moderner OL nichts gemein. Die Kleidung ist leicht, doch widerstandfähig, das Schuhwerk nicht etwa wasserdicht sondern so beschaffen, dass es sich nicht mit Wasser vollsaugt und schwer wird, sondern aufgenommenes Wasser wieder ablaufen lässt, denn Gräben, Bäche und Sümpfe sind kein Grund, einen Bogen zu machen, und Regen ist keine Entschuldigung, zu Hause zu bleiben.
Und was ist mit dem Kompass? Den O-Kompass führt man mit sich, um einigermaßen die Richtung zu halten, sonst orientiert man sich an der Karte. Der gute OLer weiß immer auf den Millimeter genau, wo auf der Karte sein Aufenthaltspunkt ist. Während der warmen Jahreszeit finden von Montags bis Donnerstags jeden Abend Trimmdich-Orientierungsläufe statt, besonders dicht gesät in der Hauptstadtregion. Für den Preis von ca. 4 Euro erhält man an Ort und Stelle eine Karte und kann aus verschieden langen und schwierigen Routen wählen, von 1,5 km für Kinder und Anfänger bis zu 9 km für alte Hasen. Auf nach Jukola!Der größte und berühmteste OL, der Jukola-Lauf findet alljährlich an einem anderen Ort in Finnland statt, am Wochendde 15.-16. Juni 2002 in Asikkala. Beim eigentlichen Jukola, der am späten Abend startet und die ganze Nacht durch geht, treten über tausend Mannschaften aus aller Welt mit jeweils sieben Mitgliedern an. Damit wird an den ersten Lauf nach Jukola erinnert. In seinem Roman "Die sieben Brüder" beschreibt Aleksis Kivi, wie die sieben Helden am Weihnachtsabend durch Leichtsinn ihre Waldhütte in Brand setzen und in bitterem Frost, barfuß und im bloßen Hemd, zum Heimathof, eben nach Jukola, um ihr Leben rennen müssen. Für die Damen findet am Nachmittag die Venlo-Staffel für Viererfrauschaften statt. Andere Massenveranstaltungen sind der fünftäge Fin5 und die OL-Woche von Kainuu. Keine schlechte Idee, eine Urlaubswoche zu verbringen!
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